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BI Windkraft zählt 32 Greifvogel-Horste

Bürgerinitiative BI Windkraft zählt 32 Greifvogel-Horste

Beim Windkraft-Stammtisch ging es vor allem um den Artenschutz. Dazu präsentierte Dr. Andreas Matusch den 20 Teilnehmern Karten und Bilder der Standorte, an denen die drei Windräder gebaut werden sollen.

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Die Mitglieder der BI Windkraft trafen sich zum Stammtisch.

Quelle: Ingrid Lang

Michelbach. Vor allem im Vier-Kilometer-Prüfbereich der Windkraftanlage 3128 Görzhausen wurde der Rotmilan gesichtet und im Zehn-Kilometer-Prüfbereich der Schwarzstorch. Eine gute Bestandserhebung sei dabei durch den Marburger Vogelschutzbeauftragten Professor Martin Kraft erfolgt. Das Artenschutzrecht müsse beachtet werden, auch wenn dadurch Hinderungsgründe für Bauprojekte geschaffen würden.

Im Umkreis der zu bauenden Windanlagen wurde nach Horsten gesucht und Kraft sowie einige weitere Mitglieder der Bürgerinitiative Windkraft Görzhausen (BWG) wurden dabei fündig. Sie entdeckten unter anderem Horste von Bussarden und vom Rotmilan, die in einigen Bildern von Michael Knoll festgehalten wurden. Bisher wurden 32 Horste gezählt.

Jetzt liege es an dem Projektierer, die Beweislast zu erbringen, betonte Matusch. Zudem richtete er die Bitte an die Stammtischteilnehmer, weitere Bilder von den Vögeln und den Horsten zu machen. Gesichtet wurden zudem 35 bis 40 Brutpaare von Graureihern, die auch Wehrshausen überfliegen, ebenso wie 1 000 rastende Kraniche auf dem Weg ins Winterquartier.

Ein Stammtischteilnehmer machte darauf aufmerksam, dass vor allem die Fledermäuse nicht berücksichtigt würden. Denn durch die Bauvorhaben würden die Fledermäuse in ihrer Ruhe gestört; dort solle man versuchen, ein Gutachten zu erstellen. Matusch berichtete, dass das Helgoländer Papier einen Mindestabstand von drei Kilometern zu Schutzgebieten wie dem Naturschutzgebiet Michelbach vorsehe. Auf den Karten war auch die vom RP Gießen auf 23 Hektar erweiterte Genehmigung zu erkennen, über die nicht einmal informiert worden sei. Zudem gebe es bis heute einen Bebauungsplan in Görzhausen aus den 70er-Jahren.

Elektrofahrzeug zehn Jahre von Kfz-Steuer befreit

Die Windkraft Energie Anlage (WEA 2) weise einen Abstand zur Bebauung von nur 250 Metern auf und die von WEA 3 zur Parkfläche 230 Meter. Der Abstand zum Aussiedlerhof hingegen werde eingehalten. Die BWG möchte alle Windkraftgegner aus Lohra, Wetter und Ebsdorfergrund an einen Tisch zusammenbringen. Mit dem Besitzer von Pharmaserv sei gesprochen worden, der aber auf den Vertrag mit der Firma Krug verwiesen habe.

Anschließend folgte ein Beitrag von Guido Barth über Elektromobilität. Etwa 15 Gäste interessierten sich für das Elektroauto und blickten unter die Motorhaube.

Das Elektrofahrzeug ist zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit, berichtete Barth. Der Preis ohne Batterie beträgt 27 787 Euro, die Batteriemiete monatlich 79 Euro. Aber auch über den realen Verbrauch berichtete Barth. Wichtig sei es, dass er sein Fahrzeug bequem zu Hause laden könne.

Aber auch um Pro und Kontra ging es. Gegen ein Elektroauto sprächen der hohe Anschaffungspreis und die geringere Reichweite sowie die zurzeit noch nicht flächendeckende Lademöglichkeit. Ein Elektromotor arbeite jedoch deutlich effizienter als ein Verbrennungsmotor. Er kann zirka 80 bis 97 Prozent der zugeführten Energie in Bewegung umwandeln, während der Verbrennungsmotor gerade mal 10 bis 20 Prozent umwandeln kann.

Zudem emittiert ein Batterie-elektrisches Fahrzeug weder Stickoxid noch Ruß. Ein Elektroauto verringere die Wartungskosten deutlich, da es kein Öl, keinen Filter, keine Zündkerzen und auch keinen Auspuff hat. Die Lithium-Autobatterien können bis zu 30 Jahren genutzt werden, davon 15 Jahre in einem Fahrzeug und die weiteren 15 Jahre als Energiequelle. Die Batterien können recycelt werden. Zurzeit verdoppelt sich die Energiedichte der Akkus etwa alle sechs Jahre und damit auch die Reichweite. Es werden immer neue Materialien eingesetzt, sodass sich der Preis der Akkus halbiert.

von Ingrid Lang

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