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An Nachfrage in Marburg orientiert

Neubauten auf Vitos-Gelände An Nachfrage in Marburg orientiert

Am Dienstagabend stellte die Vitos Gießen-Marburg gemeinnützige GmbH ihre Pläne für die geplanten Neubauten auf dem ­Gelände in Cappel vor.

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Ein Bauzaun auf dem Gelände der Vitos-Klinik im Stadtteil Cappel.

Quelle: Tobias Hirsch

Cappel. Ein grundlegender Wandel wird das Vitos-Gelände in den kommenden Jahren ereilen. Neben Verkauf und Vermietungen von Immobilien stehen auch Neubauten auf dem Plan.  Für die Vitos-Klinik ändert sich einiges. Ihr Betrieb soll sich auf ein Kerngebiet, weitgehend im Zentrum des Geländes, beschränken.

Auf diese Weise sollen Personal- und Sachkosten für die Geländepflege reduziert und  Platz für die neuen Bauprojekte­ geschaffen werden, die bereits seit Jahren in Planung sind. Dies soll unter anderem durch Verkauf sowie Vermietung ungenutzter Immobilien geschehen. Hinzu kommt der Bau einer neuen betreuten Wohneinrichtung.

„Die Gesetzgebung hat sich für uns dahingehend geändert, dass jeder Patient Einzelzimmer mit Nasszellen haben muss“, erklärte Marc Engelhard, Geschäftsführer der Vitos Gießen-Marburg gemeinnützige GmbH, den 85 Veranstaltungsteilnehmern.

Den aktuellen Bauplänen zufolge wird sich in den kommenden Jahren dort viel tun, wo das Gelände an die Cappeler Straße und die Friedrich-Ebert-Straße grenzt. Für diesen Bereich stellten zwei verschiedene Architektenbüros ihre Entwürfe vor. Das eine ist zuständig für die Entstehung acht privater Bauten, das andere für zwei soziale Wohnungsbauten. „Wir haben uns an der Nachfrage in Marburg orientiert.

„Nachholbedarf bei geförderten Wohnungen“

Und nachgefragt werden dort insbesondere Einzelwohnungen oder Wohnungen für zwei Personen“, erklärte der Architekt. Die Wichtigkeit dieser beiden Gebäude unterstrich Reinhold Kulle vom städtischen ­Dezernat für Stadtplanung und Denkmalschutz: „Wir haben in Marburg einen ziemlichen Nachholbedarf bei geförderten Wohnungen!“ Womit er den Sozialwohnungsbau meinte.

Die Projekte riefen allerdings auch eine Handvoll Bürger auf den Plan, die den Architekten und Vitos ihre Einwände und Vorbehalte entgegenhielten. „Die Stadt muss sehr vorsichtig sein, dass nicht zu viele Grünflächen verloren gehen“, sagte ein Veranstaltungsteilnehmer.

Eine weitere Skeptikerin stimmte ähnliche Töne an: „Ich gehe seit Jahren auf diesem Gelände sehr gerne spazieren. Wie viele andere Anwohner auch. Das Gelände, vor allem während der Baumaßnahmen, wird ja nicht attraktiver.“
Da der Prozess bereits so weit fortgeschritten sei, schloss Marc Engelhard fundamentale Planänderungen jedoch aus. Unterstrich gleichzeitig aber auch, dass die grün dominierten Flächen weitestgehend erhalten bleiben. Die gesamten Baumaßnahmen schlucken allerdings den dortigen Bolzplatz. „Der wird an einem anderen Ort des Geländes wiederaufgebaut“, versprach Engelhard.

Doch es ging nicht nur um die Erhaltung von Grün, sondern insbesondere auch um Verkehr. Der Neubau der Wohnungen sorgt für einen Zuzug von rund 200 Menschen. „Mit Menschen kommen ja auch Autos und die Cappeler Straße ist wegen ihrer Verkehrsanbindung an die Bundesstraße ohnehin schon stark befahren und ziemlich laut“, ­ärgerte sich eine Anwohnerin.

Weniger Bedenken schien es hinsichtlich des Seniorenheims „Landgrafenblick“ zu geben. Dieses vom Schlosspark auf das Gelände in Cappel umgezogene Unternehmen, das vollstationäre Pflege anbietet, soll dort expandieren. Zu den bisherigen 40 Pflegeplätzen sollen 20 neue Plätze für Demenzkranke hinzukommen.

von Benjamin Kaiser

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