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Alkohol beschert Notaufnahme Patienten

Silvester-Bilanz Alkohol beschert Notaufnahme Patienten

Gut geböllert: An Neujahr ist niemand wegen Verletzungen durch Silvesterfeuerwerk in Marburgs Notaufnahme gelandet. Viel zu tun hatten die ­Ärzte trotzdem. Und das lag auch am Alkohol.

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Zu viel gefeiert: In der Notaufnahme der Marburger Uniklinik landeten an Neujahr viele Patienten, die mit den Folgen der Silvesternacht zu kämpfen hatten.

Quelle: Jasper Grahl

Marburg. Zwischen den Jahren herrscht in der Notaufnahme des Marburger Uniklinikums immer Hochbetrieb. „Für uns war es ein üblicher Jahreswechsel: Es gab richtig viel zu tun“, resümiert Kliniksprecherin Dr. Manuela Rutsatz. Richtig viel hieß beispielsweise am 27. Dezember: 226 Notfallpatienten. An einem gewöhnlichen Tag sind es etwa 160.

Typische Weihnachtsbeschwerden sind in der Notaufnahme nicht aufgefallen. Einige Patienten litten an Herzschmerzen, andere hätten einen Unfall erlitten – die Palette der Beschwerden sei breit gewesen, sagt Rutsatz. Eine Ursache des hohen Andrangs während der Feiertage sind laut Rutsatz die geschlossenen Hausarztpraxen. So suchte der ein oder andere Patient Hilfe in der Notaufnahme, der eigentlich beim Ärztlichen Bereitschaftsdienst richtig aufgehoben gewesen wäre.

Was an Heiligabend auffiel: Fast jeder zweite Notfallpatient war unter 18 Jahre alt. Die meisten hätten über Bauchweh, ­Fieber oder Beinschmerzen geklagt. Jene 80 minderjährigen Notfallpatienten waren übrigens noch nicht alle Kinder und Jugendlichen, die an Weihnachten auf den Lahnbergen behandelt wurden. Weitere 70 suchten am 24. Dezember den Kinderärztlichen Bereitschaftsdienst auf. An der Silvester-Bilanz des Klinikums wiederum fällt auf, dass dieses Mal weder Hand- noch Brandverletzungen zu ­verarzten waren. Die typischen Verletzungen durch Böller oder Raketen blieben also aus.

Polizei muss randalierenden Verletzten in beruhigen

Über die Gründe kann Kliniksprecherin Dr. Manuela Rutsatz nur spekulieren. Vielleicht habe es daran gelegen, dass es in der Silvesternacht in Marburg geregnet hat, mutmaßt sie. Vielleicht verstehen sich die Marburger auch einfach aufs Zünden von Raketen.

Alle Hände voll zu tun hatten die Ärzte in der Notaufnahme trotzdem. An Silvester und Neujahr galt es, auffällig viele Patienten zu versorgen, die zu viel getrunken hatten. Einige brachten nicht nur hohe Promillewerte mit, sondern auch Verletzungen von Stürzen. „Und leider legten einige ein ziemlich aggressives Verhalten an den Tag“, berichtet Rutsatz. Ein Patient habe so krass randaliert, dass die Klinik die Polizei gerufen habe.

Aggressionen erlebten Ärzte wie Mitarbeiter aus Pflege und Aufnahme aber nicht nur von den berauschten Patienten. Einige wurden Rutsatz zufolge aus reiner Ungeduld laut und pöbelten. „Sie beschwerten sich darüber, warten zu müssen, obwohl sie am Feiertagsnachmittag noch wichtige Verpflichtungen hätten.“

von Friederike Heitz

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