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„Wir orientieren uns immer an der Sache“

Kreisseniorenrat „Wir orientieren uns immer an der Sache“

Der Vorstand des Kreisseniorenrats zieht eine äußerst positive Halbzeit-Bilanz und denkt auch schon an die nächste Wahl, zu der mehr Menschen als Kandidaten gewonnen werden sollen.

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Dr. Horst Tritschler (von links) Hildegard Kräling, Herbert Bodenbender und Helmut Heyn vom Kreisseniorenbeirat.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Wann sind Menschen bereit, sich als Kandidat für eine Wahl aufstellen zu ­lassen? Ganz sicher, wenn man davon überzeugt ist, dass man im Falle seiner Wahl auch etwas bewegen kann.

Der Kreisseniorenrat ist ein Gremium, in dem man etwas bewegen kann – davon sind die Vorstandsmitglieder Hildegard Kräling, Herbert Bodenbender, Helmut Heyn und Dr. Horst Tritschler mehr denn je überzeugt. Tritschler, der dem Gremium vorsitzt, sagt: „Wir haben nicht nur im Gremium sehr gut zusammengefunden, sondern konnten unsere Botschaften auch gut in die Kommunen tragen. Wir werden dort positiv wahrgenommen, und das nicht nur bei den Bürgermeistern und Politikern, sondern auch, und das ist uns auch besonders wichtig, bei den Initiativen und Gruppen, die sich mit dem Thema Älterwerden in ihrer Kommune beschäftigen und Hilfsangebote entwickeln.“ Und um das leidige Thema endgültig abzuschließen, dass das Gremium aus langgedienten SPD-Mitgliedern besteht, sagt Tritschler, dass dieses Gremium keineswegs als politisch eingefärbt wahrgenommen werde.

Seniorenrat versteht sich als Berater und Impulsgeber

„Wir orientieren uns immer an der Sache, an den Themen, die in den Kommunen mit uns diskutiert werden.“ Die Arbeit des Gremiums in den Kommunen werde nach den bisher gemachten Erfahrungen nicht belehrend und aufstülpend, sondern als bereichernd und Impuls ­gebend dankbar angenommen. Dafür sorgen auch die Workshops, die in allen Teilen des Landkreises peu a peu angeboten werden.

Hildegard Kräling, die in ­ihrer Heimatkommune Amöneburg selbst im Seniorenrat und im Bürgerverein Mardorf und Umgebung aktiv ist, weiß, dass in der Seniorenarbeit gute Ideen nicht einfach eins zu eins auf andere Kommunen übertragbar sind, sondern sich immer auch an den Voraussetzungen vor Ort orientieren müssen, um letztendlich die Menschen zu erreichen, um die es geht: die älteren Mitbürger. „Wir brauchen vor Ort für eine effektive Hilfe immer einen guten Mix an Angeboten“, sagt Kräling.

„Wir brauchen die ärztliche Versorgung auf dem Land“

Damit meint sie die professionelle Hilfe etwa durch Pflegedienste, die semiprofessionelle Hilfe durch geschulte Freiwillige und die ganz einfache „Nachbarschaftshilfe“. Es geht darum, durch Gespräche miteinander und voneinander zu lernen, und umsetzbare Ideen zu sondieren“, sagt Herbert Bodenbender aus Fronhausen und erinnert daran, dass auch die Seniorenarbeit ein Feld für die interkommunale Zusammenarbeit sein kann. Helmut Heyn weist darauf hin, dass die Aufgabenstellung enorm ist. Es geht um das Organisieren von Alltagshilfen, um die Entlastung pflegender Angehöriger, um Mobilität und Barrierefreiheit sowie um soziale Kontakte. „Dabei müssen wir auch an die Altersarmut denken, dass sich viele Menschen im Alter einiges einfach nicht mehr leisten können“, so Heyn.  „Und wir brauchen die ärztliche Versorgung auf dem Land“, sagt Tritschler. Als positives Beispiel nennt er in diesem Zusammenhang das Ärztehaus in Goßfelden.

Die vielen positiven Erfahrungen bestärken den Kreisseniorenrat darin, dass bei der nächsten Wahl wirklich Kandidaten aus allen Kommunen des Kreises antreten werden. Zur im September anstehenden Bundestagswahl gibt der Seniorenrat „Wahlprüfsteine“ heraus. Interessierte ältere Wähler werden aufgefordert, selbst nachzuschauen, wie Parteien zu Themen stehen, die insbesondere ältere Menschen betreffen.

  • Der nächste Workshop mit Bürgern und Initiativen findet in Stadtallendorf am 18. August von 16 bis 19 Uhr und am 19. August von 10 bis 12.30 Uhr statt. Anmeldungen nimmt ­Inka Agel von der Kreisverwaltung unter Telefon 0 64 21 / 405 12 80 entgegen.

von Götz Schaub

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