Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Aufregung vor und hinter dem Pult

Schulstart am Montag Aufregung vor und hinter dem Pult

Es geht wieder los: Am Montag startet das neue Schuljahr. Aufregend für die Schüler, gerade wenn sie Klasse oder sogar Schule gewechselt haben. Aufregend aber auch für so manchen Lehrer, der noch ganz am Anfang steht.

Voriger Artikel
Mais profitiert vom feucht-warmen Klima
Nächster Artikel
Behlens Tiere: Ein Fall für die Behörden

Die Sommerferien sind am Montag vorbei und für rund 50 000 Kinder in Hessen beginnt die Schule. Autofahrer sollten jetzt besonders aufmerksam sein und gerade in Wohngebieten auf Schulkinder achten.

Quelle: Arne Dedert

Marburg. Der Pulsschlag steigt. Seit etwa zwei Wochen weiß Mareike Reul, welche Klassen sie künftig unterrichten wird. An diesem Montag wird sie nun „ins kalte Wasser“ geworfen, wie sie sagt. In den ersten zwei Monaten ihres Referendariats genoss sie noch eine Art Welpenschutz. Sie hospitierte in Unterrichtseinheiten der Kollegen, stand hier und da mal vor einer Klasse und gestaltete auch schon einige Stunden. Doch nun wird es so richtig ernst. Sie bekommt ihre ersten eigenen Klassen. Dann stehen auch Unterrichtsbesuche an und natürlich muss sie auch ihre Schüler benoten. „Die Aufregung ist auf jeden Fall da“, sagt die junge Referendarin. Biologie und Sport sind die Fächer, die sie an der Elisabethschule in Marburg unterrichtet. Natürlich werde nun auch der zeitliche Aufwand größer, besonders wenn es um das Thema Unterrichtsvorbereitung geht: „Ich mache mir da nichts vor, das wird schon ziemlich viel werden – gerade am Anfang.

Doch wird der Start wohl sein? Was ist, wenn die Schüler gleich mal testen, wie weit sie bei der neuen Lehrerin gehen können? „Ich glaube, dass es sehr wichtig ist, möglichst authentisch zu bleiben“, sagt Reul. Natürlich sei es wichtig, sich im Klassenraum einen gewissen Stand zu erarbeiten, der dürfe aber nicht gekünstelt sein. „Ich möchte in der Schule kein anderer Mensch sein, als ich es im Privatleben bin“, sagt Reul. Deswegen verfolge sie jetzt auch keine besondere Strategie, um sich vor eventuellen Schwierigkeiten zu schützen.

Und falls es im Schulalltag dann doch mal Probleme geben sollte, gibt es da noch genügend Hilfe für die Lehr-Anfänger: „Wir haben ein supernettes Kollegium und außerdem gibt es ja noch ein Mentor für jedes Fach“, erklärt die 26-Jährige.
Auch der Austausch im Studienseminar, das wöchentlich immer Mittwochs  stattfindet, sei sehr gut. Dort gibt es für die Referendare die Möglichkeit, sich über ihre Erfahrungen auszutauschen. „Außerdem gibt noch die Möglichkeit, mit unserer schulischen Ausbilderin über bestimmte Situationen zu sprechen. Da geht es dann darum, wie man in einer bestimmten Situation reagieren kann“, sagt Reul.

Mit Beginn ihres Referendariats im Mai sei sie grundsätzlich in ihrer Berufswahl bestärkt worden, sagt Mareike Reul. Und vor dem ersten Tag in alleiniger Verantwortung darf man auch mal nervös sein.

von Dennis Siepmann

Elterntelefon
Für alle Fragen rund um den Schulanfang bietet das hessische Kultusministerium auch in diesem Jahr wieder ein Elterntelefon an. In den ersten beiden Schulwochen stehen Experten Rede und Antwort, wie das Ministerium am Freitag in Wiesbaden mitteilte.
Schulische Angelegenheiten­ sollten grundsätzlich zunächst vor Ort geklärt werden. Allerdings bekämen die Erziehungsberechtigten darüber hinaus die Möglichkeit, mit Mitarbeitern der Schulämter oder des Ministeriums zu sprechen. Die zentrale Rufnummer lautet 0611-3686000. Das Elterntelefon ist vom 14. bis 25. August montags bis freitags zwischen 9 und 16Uhr besetzt.
Achtung, ABC-Schützen unterwegs

Gerade jüngere Schulkinder gehören aufgrund ihres Alters und Entwicklungsstandes zu den schwächsten Verkehrsteilnehmern, die auf die Rücksichtnahme anderer angewiesen sind.
„Kinder sind keine kleinen ­Erwachsenen“, erläutert Alejandro Melus, Verkehrsexperte beim ADAC Hessen-Thüringen. „Gerade Schulanfänger können Gefahren noch nicht richtig einschätzen und sind den mitunter komplexen Situationen im Straßenverkehr nicht gewachsen.“

Kinder im Grundschulalter sehen und hören ganz anders als Erwachsene. So ist ihr Gesichtsfeld deutlich eingeschränkt, was insbesondere dazu führt, dass sie seitlich nahende Gefahren eben nicht „aus den Augenwinkeln“ erkennen können.  Auch das Gehör kann noch nicht sicher wichtige von unwichtigen Geräuschen unterscheiden. Aufgrund der geringen Körpergröße haben Kinder weniger Überblick und werden zum Beispiel zwischen parkenden Autos nur schlecht gesehen.

Auch sollte daran gedacht werden, dass Kinder durch ihre­ kurzen Beine deutlich länger für die Überquerung einer Straße brauchen.
Auch das Reaktionsvermögen der Kinder ist nicht mit dem von Erwachsenen vergleichbar. In schwierigen Situationen brauchen sie deutlich länger. Hinzu kommt: „Kinder sind spontan und schnell ablenkbar. Zudem sind sie sehr Ich-bezogen und denken, wenn ich das Auto sehe, sieht es mich auch“, so Melus.

Vorsicht ist auch an den Haltestellen der Schulbusse geboten, wenn Kinder vor dem Einsteigen oder nach dem Aussteigen spontan die Straße überqueren. (dpa)

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr