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"Nichte" wollte 40.000 Euro erbeuten

Enkeltrick "Nichte" wollte 40.000 Euro erbeuten

Das ging gerade nochmal gut. Zwei Seniorinnen aus dem Landkreis wären beinahe auf den Enkeltrickbetrug reingefallen.

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Mit der Enkeltrick-Masche sind Betrüger in Marburg fast erfolgreich gewesen.

Quelle: pixabay

Marburg. Sie sind wieder da - die Betrüger, die sich als Familienmitglieder oder deren enge Freunde ausgeben, um Geld zu erbeuten. So passiert am Mittwoch, 18. Oktober.

Die Polizei berichtet von zwei Vorfällen im Landkreis. Bei einer Frau in Biedenkopf tarnte sich die Betrügerin als deren Nichte, und das so überzeugend, dass die Seniorin dachte sie spräche wirklich mit dieser. Zum Glück roch sie Lunte, erklärte ihre Zweifel und teilte der vermeintlichen Familienangehörigen mit, dass sie kein Geld habe. Sie beendete dann einfach das Gespräch.

Masche ist immer die Gleiche

Die Vorgehensweise ist immer nahezu gleich - lediglich bei den Geschichten am Telefon zeigen sich die Betrüger kreativ und variabel. Für die Polizei steht fest: Der Enkeltrick bleibt nach wie vor eine aktuelle Betrugsmasche, mit der Kriminelle versuchen, hauptsächlich ältere Menschen um ihr Erspartes zubringen. "Ständige Aufklärung und die Kenntnis über die Masche des Enkeltricks ist die beste Prävention. Wer das Vorgehen kennt und weiß, wie man sich schützen kann, wird nicht so schnell Opfer dieser Betrüger", weiß Martin Ahlich von der Polizeidirektion Marburg-Biedenkopf, die von einem zweiten Fall berichtet.

Bei einer über 70-jährigen Seniorin in Marburg hätte der Betrug sogar fast geklappt. Die angebliche Lebensgefährtin des Cousins war so überzeugend, dass die Seniorin ihr tatsächlich glaubte, sie müsse beim Erhalt der soeben ersteigerten Immobilie helfen, was angeblich nur durch sofortiges Bezahlen ging. Einmal an der Angel ging die Anruferin aufs Ganze und erhöhte den zunächst erbetenen Betrag von 25.000 Euro dreist auf 40.000 Euro. Als die Seniorin das Geld abholen wollte, erhielt die Polizei Kenntnis, sodass die Dame letztlich eben doch kein Opfer der gemeinen Enkeltrickbetrüger wurde.

Martin Ahlich warnt davor, wenn das Telefon klingelt und sich der Anrufer etwa wie folgt meldet: "Hallo Oma (oder Ansprache mit Namen), ich bin´s! Bin grad in der Nähe und wollte mich mal melden. Du weißt doch er dran ist, oder?" Spätestens jetzt sollte man Vorsicht walten lassen, das Gespräch beenden und die Polizei informieren.

Tipps und Hinweise, die davor schützen, Opfer eines Enkeltricks zu werden:
  • Oberstes Gebot! Niemals Geld an unbekannte Personen übergeben.
  • Seien Sie misstrauisch, wenn sich Anrufer, ohne ihren Namen zu nennen, als Verwandte, Bekannte oder Freunde ausgeben. Lassen Sie sich nicht dazu verleiten, zu raten, wer Sie anruft.
  • Geben Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis. Geben Sie vor allem niemals Kontodaten preis!
  • Halten Sie nach einem Anruf mit finanziellen Forderungen immer sofort persönliche Rücksprache und benutzen Sie dazu nur die ihnen bekannten Rufnummern.
  • Informieren Sie sofort die Polizei, wenn Ihnen eine Kontaktaufnahme verdächtig vorkommt: Notrufnummer 110.

Weitere Informationen zum Enkeltrick finden Sie unter www.polizei.hessen.de und www.polizei-beratung.de .

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