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Terra Tech will den Wiederaufbau vorantreiben

Nach Erdbeben in Mexiko Terra Tech will den Wiederaufbau vorantreiben

Unbürokratisch und schnell – so wollen die heimische Hilfsorganisation Terra Tech und ihr Partner vor Ort Menschen im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca nach den Erdbeben helfen. Allein die Finanzmittel sind knapp.

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Diese Schulbücherei wird aus Tetrapaks und PET-Flaschen gebaut. Die sogenannten „eco houses“ werden nach einem zertifizierten Verfahren errichtet, verfügen über eine Bodenplatte aus Beton, sind an das Klima angepasst und gelten als erdbebensicher.

Quelle: Privatfoto

Marburg. Andreas Schönemann, Geschäftsführer von Terra Tech, war im Frühjahr in Mexiko, um sich über den Stand der Hilfsprojekte in der Provinzhauptstadt Oaxaca de Juarez zu überzeugen. Zusammen mit der mexikanischen NGO Solidaridad Internacional Kanda (Sikanda) unterstützt Terra Tech rund arme 250 Familien, die am Rande einer Müllhalde leben, mit gezielten Projekten, die dafür sorgen sollen, dass sich die Menschen selbst versorgen können, ein Auskommen haben und eine Perspektive erhalten.

Und das, was Schönemann sah, stimmte ihn sehr positiv. Unter anderem wird dort Menschen die Möglichkeit gegeben, zu kompostieren und ihr eigenes Gemüse anzubauen.

Jetzt, nach den beiden Erdbeben, die das Land Mexiko erschütterten, muss es darum gehen, die Schäden an den Projekten zu reparieren, um den Menschen neue Zuversicht zu geben, ihnen zu zeigen, dass sie nicht vergessen werden, nachdem sich das mediale Interesse nach dem zweiten Beben auf die Metropole Mexiko-Stadt fokussierte.

"Hunderte von Menschen sind obdachlos"

Die Deutsche Lorena Lehmann macht im Rahmen des weltwärts-Programms des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) über die Organisation Experiment einen einjährigen Freiwilligendienst bei der Terra-Tech-Partner-Organisation Sikanda.

Sie berichtet auf OP-Anfrage: „Das erste Erdbeben in Chiapas hat Oaxaca am meisten getroffen. Glücklicherweise haben die Häuser hier in der Hauptstadt Oaxaca de Juarez gut standgehalten, da man auf Erdbeben eingestellt ist und es sogar eine maximale Höhe gibt, wie hoch die Häuser sein dürfen. Es gibt meist nur geringe Schäden wie Risse in der Wand, doch alles muss erst einmal geprüft werden. So muss auch einiges in der Musikschule in Zaachila und einige Dinge in den Schulen, mit denen Sikanda zusammenarbeitet, repariert werden, was jedoch im Vergleich zu anderen Regionen nur minimale Schäden sind.“

Etwas weiter südlich von Oaxaca wurden ganze Dörfer zerstört, berichtet sie. Hunderte von Menschen sind dort obdachlos. Starke Regenfälle haben die Dörfer zusätzlich überflutet.

Ein Notfall-Paket für eine Familie kostet 25 Euro

Lehmann berichtet weiter: „Beim zweiten Erdbeben hat es die Mixteken-Region von Oaxaca heftiger getroffen, wo sich auch Huajuapan befindet, wo Sikanda ein Recycling-Projekt hat. Mehr als 60 Häuser von Familien, mit denen Sikanda arbeitet, wurden schwer beschädigt, und viele schlafen auf der Straße, aus Angst, ihre Häuser könnten einbrechen. Zur Unterstützung dieser Familien machen wir gerade eine Sachspendensammelaktion. Überall gibt es in der Stadt Sammelaktionen für die betroffenen Regionen, und viele freiwillige Helfer sind aufgebrochen, um zu helfen.“

Schönemann und Christian Schmetz, der bei Terra Tech für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, freuen sich, dass es Lorena Lehmann vor Ort gut geht. Zwischenzeitlich war nämlich mal der Kontakt abgebrochen. Nun verfügen sie auch über erste Informationen zu den Schäden an ihren Projekten.

„Die Musikschule an den Müllhalden weist starke Risse auf“, sagt Schönemann. Aber es geht ihnen auch darum, den Menschen die lebenswichtigsten Dinge an die Hand geben zu können. Auf der Internetseite von Terra Tech teilen sie mit, dass ein Notfall-Paket für eine Familie 25 Euro kostet.

Diese Pakete enthalten Reis, Bohnen, Haferflocken, Fischkonserven, Öl, Saft, Hygieneartikel wie Toilettenpapier und Binden sowie Decken und Malzeug für Kinder. Für 100 Euro können Behelfsunterkünfte aus Planen und Seilen für vier Familien bereitgestellt werden. Nun hoffen sie, dass sich Menschen finden, die ihr Anliegen mit entsprechenden Spenden unterstützen.

  • Informationen zu den Projekten in Mexiko, der Hilfe nach den Erdbeben sowie zu Spendenmöglichkeiten finden sich auf der Homepage von Terra Tech unter www. terratech-ngo.de

von Götz Schaub

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