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Nur Niederweimar bleibt Risikogebiet

Land hebt Stallpflicht auf Nur Niederweimar bleibt Risikogebiet

Geflügelhalter im Kreis können aufatmen. In 15 von 26 Kreisen und Städten dürfen Hühner wieder freilaufen – Marburg-Biedenkopf gehört dazu.

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Die Camping-Hühner der Familie Jung in Bellnhausen dürfen bald wieder das Freiland genießen – die Zeit der Stallpflicht geht ihrem Ende zu.

Quelle: Thorsten Richter

Bellnhausen. Einzige Ausnahme im Kreis sind die Baggerteiche bei Niederweimar, weil sie als Vogelrastplatz ein sogenanntes ornithologisches Risikogebiet darstellen. Nach Angaben des Landkreises gilt die Stallpflicht in einem Umkreis von einem halben Kilometer rund um die Seen weiterhin. Betroffen seien davon acht Hühnerhalter mit insgesamt rund 25 Hühnern, sagt Kreissprecher Stephan Schienbein auf Nachfrage der OP.

Fast drei Monate sind vergangen, als das Land die Stallpflicht angeordnet hat. „Wir wissen um die schwierige Situation der hessischen Geflügelhalter. Eine neue Risikoeinschätzung hat uns nun veranlasst, die Aufstallungspflicht zu lockern“, sagt Landwirtschafts-Ministerin Priska Hinz. Das Ministerium verschickte gestern einen entsprechenden Erlass an die Regierungspräsidien. Diese wiederum informieren die Landkreise als zuständige Veterinärämter, so dass im Laufe der kommenden Woche mit der Umsetzung zu rechnen sei, sagt Hinz. „Mit dem Erlass ermöglichen wir insgesamt 15 Landkreisen und kreisfreien Städten, die Aufstallung aufzuheben. Dort gilt sie dann nur noch in den Risikogebieten.“

Weiterhin bestehen bleibt die Stallpflicht in Kreisen mit hoher Geflügeldichte sowie in ornithologischen Risikogebieten wie in Niederweimar. Durch die Lockerung der Stallpflicht sind laut Landwirtschaftsministerium 11 700 private und gewerbliche Geflügelbestände mit etwa 1,1 Millionen Tieren entlastet. Für 11 .00 Bestände mit etwa 2,7 Millionen Tieren bleibe die Stallpflicht erhalten. Vogelausstellungen sind weiterhin landesweit verboten.   

Hühnermobile dienten in Bellnhausen als Ställe

Günter Jung, der in Bellnhausen 2000 Camping-Hühner hält, die sich normalerweise nur nachts im Stall aufhalten und ansonsten im Freiland, ist froh, wenn er seine Tiere nächste Woche wieder rauslassen kann. Die Zeit der Stallpflicht hat Jung überbrückt: Die Hühnermobile, die als Ställe dienen, wurden jeweils um selbstgebaute überdachte Tunnel erweitert, so dass die Hühner etwas Auslauf hatten. „Das ging als Notlösung ganz gut“, sagt Jung und ist erleichtert, dass sich die Stallpflicht nicht noch länger hinzieht. „Ich hatte Bammel, dass es bis in den April geht“, bekennt er und berichtet, dass die Tunnel-Haltung dann irgendwann nicht mehr machbar gewesen wäre. „Wir streuen immer wieder Stroh nach, und jetzt, nach fast drei Monaten, hat sich schon eine ganz schön dicke Matte gebildet, das wäre allmählich grenzwertig geworden.“

Etwas ärgerlicher für die Jungs: Sie haben bereits andere Eierschachteln bestellt, solche, auf denen statt Freilandhaltung die Bodenhaltung angegeben wird – nach drei Monaten im Stall ist diese Umstellung Pflicht, sagt Günter Jung. „Ich hoffe, dass wir die Schachteln noch abbestellen können.“  

In Hessen gibt es bislang zwölf bestätigte Fälle des aktuellen Vogelgrippeerregers H5N8. Dabei handelte es sich um elf Wildvögel und einen Rosapelikan aus dem Opel-Zoo.

von Carina Becker-Werner

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