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Kreis und Stadt wollen gesündere Bürger

Erste Präventionskonferenz Kreis und Stadt wollen gesündere Bürger

Wie kann man es schaffen, Menschen aller Altersgruppen, in der Stadt wie auf dem Land, gesunde Lebensstile zugänglich zu machen? Die Auftaktveranstaltung zu diesem Thema stieß auf großes Interesse.

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In einer Arbeitsgruppe wurde das Praxisbeispiel „Grips – kompetent im Alter“ aus Kassel vorgestellt. Grips-Koordinatorin Heike Wieland (stehend) zeigte den Teilnehmern unter anderem eine Koordinationsübung mit Luftballons.

Quelle: Manfred Schubert

Marburg. Luftballons aufblasen, sie mit den Fingerspitzen hochstupsen und wieder auffangen. Rote Buchstaben von einer Tafel ablesen und je nachdem, ob darunter ein L, R oder Z in Grau steht, den linken, rechten oder beide Arme in die Luft heben. Diese kleinen Beispielübungen lockerten und heiterten die 24 Teilnehmer der Arbeitsgruppe „gesund altern“ auf.

Die Übungen entstammen dem Projekt „Grips – kompetent im Alter“, das 2008 von der Stadt Kassel entwickelt wurde und seither gemeinsam mit dem Seniorenreferat der Evangelischen Kirche Kassel fortgeführt wird. Grips-Fachkoordinatorin Heike Wieland und Felicitas Becker-Kasper stellten diese Praxisbeispiele vor. Man übe aber beispielsweise auch, mit einem Rollator in einen Bus einzusteigen, berichteten sie.

„Gesund aufwachsen, gesund bleiben, gesund altern“

Mittlerweile gibt es 35 Gruppen mit bis zu zwölf Teilnehmern im Alter von 60 bis 90 Jahren, die sich regelmäßig treffen, um Gedächtnis, Konzentration, Koordination, Beweglichkeit und Gleichgewicht zu trainieren. Grundlage ist die an der Uni Erlangen-Nürnberg entwickelte Sima-Methode (Selbständig im Alter). Die ehrenamtlich tätigen Gruppenleiter werden kostenlos über die Volkshochschule zum Sima-Trainer ausgebildet.

Weitere Praxisbeispiele gab es in den anderen vier Arbeitsgruppen, auf die sich die 180 Teilnehmer der ersten Präventionskonferenz der Initiative „Gesundheit fördern – Versorgung stärken“ gemäß dem Motto „Gesund aufwachsen, gesund bleiben, gesund altern“ am Nachmittag verteilten.

Konzept zur Gesundheitsförderung und Prävention

Diese dienten als Anstoß, um zu diskutieren, welchen Bedarf an welchen Angeboten es in der Stadt und auf dem Land gibt, beziehungsweise zu erfahren, was vielleicht schon vorhanden, aber noch nicht allen bekannt ist. Jung hilft Alt, Nachbarschaftshilfe, aufsuchende Angebote bei psychischen Problemen, eine Telefonnummer für Menschen in Not, Wochenend- und Nachtpflege lauteten einige Stichworte. Besonders hervorgehoben wurde, dass es für Ältere nicht so einfach sei, sich über das zu informieren, was es bereits an Hilfen und gesundheitsfördernden Angeboten gibt.

Veranstalter waren der Landkreis Marburg-Biedenkopf und die Stadt Marburg, die mit Unterstützung der Hessischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung (HAGE) die Initiative ins Leben gerufen gehaben. Im Kreistagssitzungssaal stellte Dr. Birgit Wollenberg, Leiterin des Gesundheitsamtes, das neue Konzept zur Gesundheitsförderung und Prävention für die Region vor.

Fünf Arbeitsgruppen tragen Ergebnisse zusammen

Am Ende trugen die Anwesenden die Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen zusammen und gaben einen Ausblick auf die weiteren Schritte. Andrea Heilmann, für die Organisation des Projekts „Gesunde Stadt“ in Marburg zuständig und Mitglied des Kernteams der Initiative, freute sich über den gelungenen Auftakt: „Es konnten gar nicht alle teilnehmen, die kommen wollten. Nächstes Mal werden wir einen größeren Raum brauchen.“ Neben der Analyse des Ist-Standes und der „Lichtung des Dschungels an Informationen“ gehe es darum, wichtige Akteure zusammenzuführen und besser zu vernetzen.

Die fünf Arbeitsgruppen – zwei zu „gesund aufwachsen“, eine zu „gesund bleiben“ und zwei zu „gesund altern“ – sollen zur Dauereinrichtung werden. Etliche Konferenzteilnehmer bekundeten durch Eintragung in entsprechende Listen ihre Bereitschaft zur Mitwirkung, voraussichtlich in den nächsten zwei bis drei Monaten nehmen sie ihre Arbeit auf, kündigte Rolf Reul vom Gesundheitsamt an.

von Manfred Schubert

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