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980 Euro für den Schlüsseldienst

Abzocke an der Haustür 980 Euro für den Schlüsseldienst

Ein Knall und die Tür ist zu. Hose und Mantel sind schon abgetastet, die Handtasche durchwühlt. All dies hilft nicht weiter, denn der Schlüssel liegt in der Wohnung. Wer jetzt einen Schlüsseldienst braucht, tappt schnell in eine Kostenfalle, warnt die heimische Polizei und berichtet, wie unseriöse Schlüsseldienste die Not ausnutzen.

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Die Tür ist zu, der Schlüssel steckt drinnen: Ein solcher Zwischenfall kann richtig teuer werden, wenn man an einen unseriösen Schlüsseldienst gerät.

Quelle: Kai Remmers

Marburg. Die Marburger Kriminalpolizei die Bevölkerung aufgrund aktueller Fälle von Abzocke an der Haustür vor unseriösen Angeboten. Bereits in den vergangenen Monaten registrierte die Kripo im Landkreis Marburg-Biedenkopf einige Fälle dieser Art. Ende September zahlte eine Marburgerin für den Einbau eines Schließzylinders sage und schreibe 980 Euro in bar, teilte Polizeisprecher Jürgen Schlick mit. Die in Rechnung gestellten Kosten variierten, seien aber in der Regel im Vergleich zu seriösen Dienstleistungen völlig überzogen.

Die Polizei gibt Tipps, wie Bürger sich vor der Abzocke schützen können

  • Wer im Internet über Suchmaschinen nach einem Schlüsseldienst schaut, sollte bei Firmen, deren Name mit den Buchstaben "AAA" anfangen, vorsichtig sein. Das sei eine Masche der Firmen, um im Branchenbuch nach alphabetischer Anordnung ganz vorne zu landen. Ebenso seien Dienste mit 0900-Nummern ein Tabu.
  • Teilweise werben die Firmen mit sehr günstigen Preisen geworben. "Die Einträge suggerieren dem Kunden teilweise, dass die Schlüsseldienste vor Ort sind, was erfahrungsgemäß nicht der Fall ist", erklärt die Polizei und empfiehlt, die Kosten für An- und Abfahrt direkt zu erfragen. "Zudem sollte man sich erkundigen, aus welcher Stadt der Handwerker anreist und wie lange er für die Anfahrt braucht. Dies ist insbesondere wichtig, wenn die Leistungen außerhalb der normalen Arbeitszeit eingefordert werden, denn auch auf die Zeiten für An- und Abfahrt darf der Schlüsseldienst Zuschläge erheben", rät die Polizei.
  • Ein weitere Rat: Bei der Auswahl des Dienstes darauf achten, dass die Rechnung nicht sofort beglichen werden muss. "Seriöse Anbieter stellen eine Rechnung aus, die erst später überwiesen werden kann."
  • Die Polizei empfiehlt weiter: "Prüfen Sie die vom Handwerker ausgefertigten Auftragsformulare vor einer Unterschrift genau. Ziehen Sie eine Person Ihres Vertrauens hinzu, sollten Sie unsicher sein. Ist der Handwerker dann vor Ort, verabreden Sie mit ihm vor Beginn der Arbeiten einen Festpreis."
  • Kunden sollten sich nicht mit angeblich anfallenden An- und Abfahrtskosten unter Druck setzen lassen.
  • Ist die Arbeit bereits getan und der Monteur droht damit, die Tür ohne Aushändigung von Schlüsseln wieder zu verschließen: Zögern Sie nicht und rufen die Polizei. 
  • Stressfrei mit heimischen Unternehmen arbeiten, lautet ein weitere Tipp. Auf Nummer sichergeht man, wenn man einen ortsansässigen Schlüsseldienst beauftragt.

Damit Kunden ein seriöses Unternehmen finden können, hat das Hessische Landeskriminalamt den sogenannten Errichternachweis mechanische Sicherungseinrichtungen eingestellt. Die dort gelisteten Firmen werden vom Landeskriminalamt für den Einbau einbruchhemmender Sicherungstechnik empfohlen. Einige dieser Schreiner, Schlosser oder Tischler bieten einen 24-Stunden-Notdienst an. Die Liste gibt es hier:  https://www.polizei.hessen.de//icc/internetzentral/nav/b15/b1570ee
1-825a-f6f8-6373-a91bbcb63046&uCon=ed278590-9dca-7fd3-cd17-611142c388
eb&uTem=bff71055-bb1d-50f1-2860-72700266cb59.htm

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