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„Wertschätzung nach anfänglicher Kritik“

Jahresbericht des Kreisseniorenrats „Wertschätzung nach anfänglicher Kritik“

Die Kritik an der Wahl des Kreisseniorenrats, bei der in vier Kommunen keine Vertreter für das neue Gremium gefunden wurden, hallt noch nach. Aber nach einem Jahr im Amt verweist der Vorsitzende auf erste Erfolge.

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Kreisseniorenrats-Vorsitzender Dr. Horst Tritschler berichtete vorm Kreistag über die Arbeit in dem Gremium, das sich vor rund einem Jahr erstmals konstituiert hat.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Vor dem Kreistag legte Kreisseniorenrats-Vorsitzender Dr. Horst Tritschler am Freitag einen Bericht ab – und überbrachte  den Kreistagsmitgliedern ein „dickes Lob“. „Das Thema demografischer Wandel war in Ihrem Hause sehr früh präsent, Sie haben durch den Seniorenrat die Beteiligten mit ins Boot geholt.“ Tritschler sagte, die Senioren im Kreis seien dankbar dafür, „auch, wenn die Einrichtung des Rats zunächst umstritten war“.

Die Wahl zum Kreisseniorenrat sei zum Jahresende 2015 „so kurz vor Weihnachten“ zu einem ungünstigen Zeitpunkt erfolgt. „Es war in vielen Kommunen problematisch, Kandidaten zu finden, aber trotz der Sturzgeburt und obwohl vier Kommunen nicht vertreten sind, nehmen wir hohe Wertschätzung wahr.“ Senioren und Bürgerinitiativen kämen mit ihren Problemen auf den kreisweit tätigen Rat zu, nähmen Hilfe und Vermittelung in Anspruch.

„Für die nächste Wahl in zwei Jahren stellen wir uns das anders vor“, sagte Tritschler und hoffte, dass sich dann in allen Kommunen „im besten Fall“ mehrere Kandidaten finden würden.

Probleme aufstellen und Lösungen finden

Die Ziele der Arbeit des Kreisseniorenrats umriss Tritschler so: Probleme aufgreifen, politisch transportieren und Lösungswege aufzeigen. „Und wir wollen auch unsere Erfolge feiern.“ So berichtete der Vorsitzende, dass sich der Kreisseniorenrat im vergangenen Jahr erfolgreich an der Oberhessenschau beteiligt habe. „Der Wunschbaum, den wir dort aufgestellt haben, hat viele Senioren dazu angeregt, uns ihre Vorstellungen mitzuteilen.“ Und der Seniorenrat habe für eine Ausweitung beim Angebot des Bürgerbusses Weimar gesorgt.

Gegenwärtig sind die Seniorenvertreter nach Trischlers Schilderungen vor allem damit beschäftig, sich bekannt zu machen, sich mit den Bürgerinitiativen und den Beiräten in den Kommunen zu vernetzen, „um die Themen vor Ort kennenzulernen“.

„Barrieren verhindern Teilnahme“

Oftmals gehe es um Barrierefreiheit – und dazu gehören lesbare Gebührenbescheide ebenso wie auch für Ältere gut begehbare Fußwege. „Barrieren verhindern Teilnahme, das müssen wir umfassend angehen.“

Zum Wohnungsbau aus Kreishand sagte Tritschler, dass der Senioren froh sei über dieses Vorhaben. „Wir wünschen uns aber auch, dass Projekte vielen einen Nutzen bringen. „Wir benötigen Mittel für sozialen Wohnungsbau auch gegen die Altersarmut“, sagte der Vorsitzende und stellte klar: „Wir können den Senioren keine Mietpreise von 12 Euro pro Quadratmeter anbieten.“

Fachärzte sollten im Landkreis verteilt sein

Einmischen wollen sich die Senioren auch, wenn es um die hausärztliche Versorgung im Landkreis geht. „Da ist der Kreis ja schon tätig, aber die Frage der fachärztlichen Versorgung ist nur schwer zu lösen“, befürchtet Tritschler. Die heimischen Bundestagsabgeordneten von SPD und CDU habe den Seniorenrat angeschrieben. Dieser soll sich in Berlin für neue ­Regelungen einsetzen, so dass die Fachärzte-Konzentration in Marburg aufgelöst werden könne und auch in der Fläche Fachärzte zur Verfügung stünden.

Tritschler forderte die Kreispolitiker dazu auf, sich weiterhin mit Wohn- und Versorgungsstrukturen fürs Leben im Alter zu befassen. „In 20 Jahren wird sich die Zahl der alten Menschen, die zu Hause in Würde leben wollen, verdoppelt haben. Das geht nur mit entsprechenden Strukturen, die wir schaffen müssen.“

  • Kontakt zum Kreisseniorenrat: Dr. Horst Tritschler, Telefonnummer 0 64 21 / 73 57, E-Mail: htritschler@t-online.de

von Carina Becker-Werner

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