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Flohrschütz: "Jamaika ist ein Brett"

Marburger Grüne zur Bundestagswahl Flohrschütz: "Jamaika ist ein Brett"

Mit dem Ergebnis für ­ihren Direktkandidaten Rainer Flohrschütz sind die Grünen zufrieden. Während die Partei an Zweitstimmen im Bund gewonnen hat, verlor sie im Landkreis 1,2 Prozent.

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Bilder aus dem grünen Wahlkampf in Marburg: Direktkandidat Rainer Flohrschütz (links), Bundestagsabgeordneter Oliver Krischer und die Wahlparty im KFZ.

Quelle: Tobias Hirsch, Patricia Grähling

Marburg. 6,4 Prozent der Erststimmen für Direktkandidat Rainer Flohrschütz, 9,3 Prozent im Kreis, 8,9 Prozent im Bund. „Das ist für unsere Ausgangslage ein starkes Ergebnis“, resümierte Flohrschütz die Bundestagswahl anlässlich der Kreismitgliederversammlung. Dass die große Koalition „nichts für grüne Themen übrig hatte“, dass trotz Dieselskandal der Klimaschutz kaum thematisiert worden sei und die Medien die Grünen schon abgeschrieben ­hatten, habe den Wahlkampf erschwert.

„Ohne Koalitionsaussage in den Wahlkampf zu gehen, war ein Durchbruch“, ­sagte Flohrschütz. Diesen Erfolg dürfe man sich nicht durch zu viel Kompromiss zunichtemachen. „Jamaika ist ein Brett, das wird richtig schwer. Wir müssen Alternativen aufzeigen zur Energiepolitik von CDU und FDP.“

Grüne verlieren am stärksten in Bremen

Der Stadtverordnete Hans-Werner Seitz verglich unter ­anderem das Abschneiden der Partei in den verschiedenen Bundesländern und stellte die jeweilige Rolle der Grünen in den Landtagen gegenüber. In Schleswig-Holstein etwa, wo seit kurzem eine sogenannte Jamaika-Koalition regiert, verzeichnete die Partei einen Zuwachs von 2,6 Prozent, in Baden-Württemberg (schwarz-grün regiert) 2,4 Prozent. In Bremen, wo SPD und Grüne koalieren, habe man mit 1,1 Prozent verhältnismäßig am stärksten verloren.

In einer Diskussionsrunde versuchten die Mitglieder zu ergründen, warum die Ergebnisse vor Ort dem Bundestrend ­zuwiderlaufen. Einer Grünen fehlte es an Transparenz und Glaubwürdigkeit. Tomas Schneider, der die Partei im Kreistag vertritt, argumentierte, man sei durchaus über Klimaschutz und Landwirtschaft hinaus breit ­genug aufgestellt, habe dies aber nicht ausreichend präsentiert. „Ich hätte mir einen mutigeren Wahlkampf gewünscht“, sagte Schneider.

Stadtverordnete Madelaine Stahl sieht Verbesserungsmöglichkeiten in der Basisarbeit, was auch die Ergebnisse in den ländlichen Gemeinden zeigen. „Wir müssen konstanter präsent sein, nicht nur im Wahlkampf“, sagte Stahl. Dass dies manchenorts aufgrund geringer Mitgliederzahlen nicht einfach werden dürfte, klang bei den Berichten der Vertreter aus den Ortsverbänden durch.

von Philipp Lauer

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