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Gemeinsames Konzept für Jugendarbeit

Frühjahrssynode Gemeinsames Konzept für Jugendarbeit

Zentrales Thema der Synode des Evangelischen Kirchenkreises Marburg war die Jugendarbeit. Ein Konzept zur Zusammenführung dieser in Stadt und Land stand zur Verabschiedung an.

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In sieben Arbeitsgruppen sprachen die Jugendmitarbeiter mit den Synodalen über verschiedene Arbeitsfelder.

Quelle: Manfred Schubert

Niederweimar. Auch im sechsten Jahr nach der Fusion von ehemals drei zu zwei Kirchenkreisen im Landkreis ist der Prozess des Zusammenwachsens noch nicht abgeschlossen. Die evangelische Kinder- und Jugendarbeit der ehemaligen Kirchenkreise Marburg-Stadt und Marburg-Land soll zusammengeführt und weiterentwickelt werden.

Vor einem Jahr ist der Prozess dazu angelaufen. Haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter waren daran beteiligt und stellten den 120 Teilnehmern der Frühjahrssynode im Gemeindezentrum Niederweimar kurz den Weg vor, der über zwei Zukunftswerkstätten für Stadt und Land, zwei Steuerungsgruppen und eine abschließende Bearbeitung im Jugendausschuss der Kreissynode zum vorgelegten Entwurf führte.

Dabei wurden Veränderungen in Stadt und Land berücksichtigt, darauf geachtet, was man bewahren und was man anders machen möchte und versucht, die beiden unterschiedlichen Regionen in ein gemeinsames Konzept einzuarbeiten, ohne sie zu vereinheitlichen.

Sieben Arbeitsfelder sollen Jugendarbeit aufwerten  

Darin wird als Ziel genannt, Kinder und Jugendliche aus unterschiedlichen Milieus zu erreichen. Dazu soll die Evangelische Kinder- und Jugendarbeit im Kirchenkreises Marburg (EKJM) in den Kirchengemeinden gestärkt werden, unter anderem durch Nutzung von Ressourcen und Möglichkeiten der offenen Jugendarbeit, Einrichtung regionaler Zuständigkeiten sowie stärkere Vernetzung nach außen und innerhalb der EKJM.

Vor der Abstimmung über das 13-seitige Konzept erhielten die 90 Synodalen Gelegenheit, sich in Arbeitsgruppen je eines der sieben genannten Arbeitsfelder von den Referenten genauer erläutern zu lassen und darüber zu diskutieren. Diese sind: Mitarbeitergewinnung, -schulung, -begleitung und -beratung; Freizeiten, Ferienbetreuung, Kinderbibelwochen und Events; Jugendgottesdienste; Verknüpfung von Konfirmanden- und Jugendarbeit; Beratung und Vernetzung der Kirchengemeinden; Aufbauarbeit in Regionalräumen; offene Arbeit in der Stadt mit den Unterpunkten Musik, Theater, Kunst, Jugendkultur sowie Haus der offenen Tür und Jugendcafé und schließlich aufsuchende, mobile EKJM.

Einen Blickfang ­dafür hatte die damit befasste ­Arbeitsgruppe im Foyer des Gemeindehauses aufgestellt, ­einen dreirädrigen Piaggio Ape 50 Kleintransporter. Dieser soll mit Spiel- und Aktionsmaterial ausgestattet und als „EKJM-Ansprech-Bar“ gestaltet werden. Ohne Gegenstimme und bei zehn Enthaltungen beschloss die Synode das Konzept, das künftig fortgeschrieben und bei Bedarf angepasst werden soll.

Kritik am maßlosen Charakter des Reformationsjubiläums

Bei zwei Gegenstimmen und 17 Enthaltungen stimmte die Synode für eine Satzungsänderung des Zweckverbandes Kirchenkreisamt der Kirchenkreise­ Kirchhain und Marburg. Dekan­ Burkhard zur Nieden (Foto: Schubert) erläuterte, dass der Verbandsvorstand von zehn auf acht Mitglieder verkleinert und zugleich Stellvertreter für die Mitglieder aus den Kreissynoden eingeführt werden soll, habe den Hintergrund, dass der Verbandsvorstand in den vergangenen Jahren mehrfach nicht beschlussfähig gewesen sei.

In seinem Bericht ging Dekan Burkhard zur Nieden unter anderem auf die kürzlich erfolgte­ Reise nach Äthiopien ein, einem Land, wo die Hälfte der 100 Millionen Einwohner mehr als einen Tagesmarsch von der nächsten Schotterpiste entfernt wohne. „Unser Straßenkinderprojekt kann da nur ein Versuch sein, ein Apfelbäumchen zu pflanzen“, meinte er. Die Gremien hätten vorgeschlagen, das Projekt in seiner bisherigen Form zu beenden. Stattdessen könnten künftig drei Zentren für je 100 Kinder gegründet werden, in denen ihnen und ihren Familien Überleben, Weiterleben sowie Schulbildung ermöglicht werde.

Weiter kritisierte er, dass das Reformationsjubiläum bisher zu wenig als Fest des Glaubens erscheine. „Das Jubiläum erscheint als säkulares Event, als lustbetontes Fest, das sich die Zivilgesellschaft auf die Fahnen schreibt, während Obskures und Luthers angeblicher ­Antisemitismus, dies ist ein falscher Begriff, an der Kirche ­hängen bleiben. Wir müssen klarmachen, dass Reformation mit Kirche und Glauben zu tun hat, dass das unser Fest ist, an dem alle eingeladen sind, mitzufeiern“, forderte er.

Dekan zur Nieden betonte, dass die Zusammenarbeit mit den Kommunen in den vergangenen Jahren gut beziehungsweise besser geworden sei. Jedoch wurde das Gerücht an ihn herangetragen, dass die Kirche das Defizit der Stadt Marburg kompensieren würde. Dazu gab es vertrauliche und informelle­ Gespräche zwischen Kirche und Stadt. Das Ausstreuen dieses Gerüchts sei ein Vertrauensbruch, damit habe jemand nur versuchen wollen, verschiedene Gruppen gegeneinander auszuspielen, sagte er. Klar sei, dass die Kirche finanziell gar nicht in der Lage dazu wäre.

von Manfred Schubert

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