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Extremer Anstieg bei Kleinem Waffenschein

678 Genehmigungen im Kreis Extremer Anstieg bei Kleinem Waffenschein

2013 bewilligte der Landkreis 42 Anträge auf einen „Kleinen Waffenschein“. Im Jahr 2016 stellte die Behörde 678 dieser Scheine aus. Über den extremen Anstieg informierte der Erste Kreisbeigeordnete Marian­ Zachow (CDU) am Freitag im Kreistag auf Anfrage des AfD-Abgeordneten Eric Markert.

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Ein Kleiner Waffenschein liegt zwischen einer Schreckschuss-Pistole, einem Magazin und einer Knallpatrone.

Quelle: Archivfoto

Marburg. Zachow legte eine Auflistung der Zahlen ab dem Jahr 2013 vor. Demnach wurden 42 Kleine Waffenscheine im Jahr 2013 von der Waffenbehörde beim Landkreis ausgestellt. Die Zahl stieg 2014 auf 71 dieser Scheine. Im Jahr 2015 gab es 118 Anträge auf den Kleinen Waffenschein – erfasst hat der Kreis aber nur den Zeitraum von August bis Dezember dieses Jahres, nachdem in der Waffenbehörde aufgefallen war, dass die Antragszahlen zunehmen.

Der Genehmigung von Kleinen Waffenscheinen schickt der Kreis eine Zuverlässigkeitsanfrage zum Antragsteller voraus, die vom Landeskriminalamt in Wiesbaden beantwortet wird. Bis Mai 2016 habe die Bearbeitungszeit beim Landeskriminalamt sechs Monate betragen, sagte Zachow. „Insgesamt hat jeder Vorgang eine strenge­ ­Prüfung durchlaufen. Und es wurden auch etliche Anträge versagt oder von Antragstellern zurückgenommen.“ Grünen-Fraktionsvorsitzende Sandra Laaz fragte im Kreistag nach, ob dem Kreis bewusst sei, dass eine derart wachsende Zahl von Kleinen Waffenscheinen auch eine höhere Gefährdungslage mit sich bringe. Zachow sagte dazu, das Führen eines solchen Scheins setzte „besondere Sorgfalt und Verantwortung“  voraus, „deshalb bereiten wir derzeit ­eine Informationsveranstaltung für Waffenschein-Inhaber vor“.

Körperliche und geistige Eignung werden geprüft

Für den Kleinen Waffenschein erhebt die Waffenbehörde beim Kreis eine Gebühr von 50 Euro. Er berechtigt dazu, Schreckschuss-, Reizstoff- oder Signalwaffen zu führen. Zu den Voraussetzungen, die das Landeskriminalamt bei ­Antragstellern prüft, gehört, ob diese frei sind von Vorstrafen (außer höchstens einer Freiheitsstrafe, Jugendstrafe oder Geldstrafe von weniger als 90 Tagessätzen), dass eine „fachgerechte Aufbewahrung der Waffen“ garantiert ist und dass der Waffenscheininhaber mindestens 18 Jahre alt ist.

Das Amt prüft auch, ob die Antragsteller drogen- oder alkoholabhängig sind und stellt eine „körperliche und geistige Eignung“ fest.

von Carina Becker-Werner

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