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Elektro-Mobilität: läuft schon

Masterplan zum Klimaschutz Elektro-Mobilität: läuft schon

AfD und Grüne legten am Freitag im Kreistag Anträge zum Ausbau der Elektro-Mobilität im Landkreis vor. „Alles schon erledigt“, befand die Koalition und wies die Anträge ab.

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Verwaltungsgebäude des Landkreises sollten so ausgestattet werden, dass Kunden dort ihre Pedelecs oder Elektroautos aufladen können, finden die Kreis-Grünen.

Quelle: Archivfoto

Marburg. Zunächst forderte die AfD ein „zukunftsweisendes Gesamtkonzept“ für den Einsatz von Elektromobilität im Landkreis, in den auch der öffentliche Busverkehr eingebunden werden solle. Dann legten die Grünen einen weiterentwickelten Änderungsantrag vor, der unter anderem ein Konzept fordert, wie Mitarbeitern und Kunden von Kreisliegenschaften künftig Ladestellen für E-Autos­ und E-Bikes zur Verfügung ­gestellt werden könnten. Dabei solle ausschließlich regenerativ erzeugter Strom verwendet werden.

Landrätin Kirsten Fründt (SPD) führte zur E-Mobilität aus, dass der Kreisausschuss sich schon auf den Weg gemacht habe. „Die Förderung der E-Mobilität ist Bestandteil unseres Masterplans zum Klimaschutz, der ja hier im Kreistag entschieden wurde“, sagte Fründt und zählte auf, was schon läuft: Der Kreis habe Förderbescheide von Bund zu Ausbau der E-Mobilität auf dem Lande erhalten, in drei Kommunen liefen Projekte­ ­dazu. Die Kreisverwaltung selbst verfüge in ihrem Fuhrpark inzwischen über fünf Elektroautos, bis 2018 kämen noch sechs hinzu, bis 2021 noch einmal fünf weitere, „alle gefördert aus Bundesmitteln“, betonte­ die Landrätin und kündigte an, dass die Kreisverwaltung für den 17. Juni 2017 einen Elektro-Mobilitäts-Tag organisiere.

E-Busse zunächst nur im Stadtverkehr

Auf die Anregung der AfD, sich mit dem Einsatz von Elektro-Bussen im öffentlichen Verkehr auseinanderzusetzen, reagierte der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow (CDU). In einem Flächenlandkreis wie Marburg-Biedenkopf sei der Einsatz von E-Bussen noch sehr schwierig. „Das Problem sind die Ladezeiten, wir haben viele Haltestellen, die nicht so oft angesteuert werden – und man muss schauen, wo man Ladestelle aufbauen könnte.“

Der Einsatz von E-Bussen sei zunächst ein Thema für den Stadtverkehr, befand Zachow, „dann kann man in zwei oder drei Jahren im Flächenverkehr darüber nachdenken“. Sobald passende technologische Konzepte dafür vorlägen, müsse der Kreis „gleich vornedran sein“. Bei Bürgerbussen und Anruf-Sammel-Taxis sei die E-Mobilität bereits jetzt eine Option, „in der Gemeinde Weimar haben wir den ersten Versuch auch schon gemacht“.

Klimaschutzkonzept: CO2-neutral bis 2050

Entscheidende Fragen für die politische Diskussion seien derzeit, wie man Verkehrsträger miteinander vernetzen könne: „Wie  schaffen wir’s, dass E-Fahrzeuge an Bahnhöfen in der Fläche für die restlichen Meter zur Verfügung stehen?“, nannte Zachow beispielhaft eine Frage und forderte die Kreistagsabgeordneten auf, an entsprechenden Konzepten gemeinsam zu arbeiten.

Den Ausführungen der Kreisspitze schloss sich Abgeordneter Harald Althaus (SPD) an, indem er forderte, die Anträge von AfD und Grünen für erledigt zu erklären. „Es entsteht der Eindruck, der Kreis sei nicht aktiv bei der E-Mobilität“, kritisierte er. „Dabei haben wir seit 2011 ein Klimaschutzkonzept, das uns beschreibt, wie wir ab 2050 CO2-neutral leben wollen.“

Ein weiteres Aufgreifen von Vorschlägen aus den Anträgen sei deshalb nicht nötig, befand der Abgeordnete Althaus: „Wir sind breit, gut und kompetent aufgestellt.“

von Carina Becker-Werner

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