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„Cybersicherheit ist ein Prozess“

Schutz vor Hackern und Datenklau „Cybersicherheit ist ein Prozess“

Mit einem Pilotprojekt zur Datensicherheit wollen die Landkreise Marburg-Biedenkopf und Gießen gemeinsam mit 24 Kommunen gegen Kriminalität aus dem Netz vorsorgen.

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IT-Sicherheitsfachmann Philipp Stöhr aus Ebsdorfergrund ist der neue Beauftragte für Cybersicherheit.

Quelle: Ina Tannert

Marburg. Einheitliche Sicherheit: Vergangene Woche fiel im Landratsamt der Startschuss für das fünfjährige Projekt im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit. Neuer Beauftragter für Cybersicherheit ist IT-Sicherheitsfachmann Philipp Stöhr, der sich den Projektteilnehmern vorstellte.

Seit August ist der Fachinformatiker aus der Gemeinde Ebsdorfergrund Ansprechpartner für die Behörden. Für die soll er einheitliche Sicherheitskonzepte für mehr Datensicherheit auf den Weg bringen, um die Verwaltungen vor Hackerangriffen und potenziellem Datenklau zu schützen. Dazu gehöre auch die Aufklärung und Schulung der Mitarbeiter, Untersuchung von Sicherheitsvorfällen und das Erstellen von langfristigen Notfallkonzepten. „Je mehr aufgeklärt werden kann, umso besser“, erklärte Stöhr.

Hintergrund

Aus beiden Landkreisen nehmen insgesamt 24 Städte und Kommunen an dem Projekt teil. Aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf wären das: Amöneburg, Angelburg, Biedenkopf, Cölbe, Ebsdorfergrund, Fronhausen, Kirchhain, Lahntal, Münchhausen, Neustadt, Steffenberg, Weimar, Wetter und Wohratal.

Aus dem Kreis Gießen: Biebertal, Fernwald, Grünberg, Heuchelheim, Hungen, Laubach, Lich, Linden, Pohlheim und Reiskirchen.

Die digitale Vernetzung, elektronischer Datenaustausch und Kommunikation per Computer zähle längst zum alltäglichen Standard, auch bei Behörden. Umso wichtiger sei die Sicherung der IT-Infrastrukturen in der öffentlichen Verwaltung. Ab Januar 2018 will Stöhr den Kommunen einen Besuch abstatten, die derzeitige Sicherheitsstruktur überprüfen und bei Nachholbedarf ausbauen. Das geschehe nach dem Maßnahmenkatalog des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik. Die Software der Kommunen werde anhand dieser Checkliste intensiv überprüft.

Zudem will er eine Grundlage für eine langfristige Weiterentwicklung schaffen. Denn: ­„Cybersicherheit ist nicht nur ein Zustand, der erreicht werden kann, sondern ein Prozess“, sagte Stöhr. Ein beständiger Schutz könne angesichts immer neuer Gefahren aus dem Netz gar nicht erreicht werden, sondern stets immer nur „das Level, auf dem wir zu diesem Zeitpunkt sicher sind“.

Land Hessen fördert das Projekt mit 250.000 Euro

Das Projekt soll fünf Jahre lang laufen und ist mit Gesamtkosten von 480.000 Euro kalkuliert. Das Land Hessen fördert das Projekt mit 250.000 Euro. Ziel seien vereinheitlichte Sicherheitsstandards. Alle teilnehmenden Verwaltungen sollten „einen Informationsstand und eine Sicherheitsstufe haben“, sagte Landrätin Kirsten Fründt. „Wir müssen funktionsfähig bleiben, wenn Störungen auftreten, und unsere sensiblen Daten schützen“, ergänzte Amtskollegin Anita Schneider aus Gießen. Man wolle mehr Datensicherheit und die Transparenz der Verwaltungen dabei nicht einschränken, betonten die Landrätinnen.

von Ina Tannert

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