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CDU kritisiert Karl-Hermann Bolldorf

Zoff bei der AfD CDU kritisiert Karl-Hermann Bolldorf

Der CDU-Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Werner Waßmuth, findet es widersprüchlich, dass der AfD-Fraktionsvorsitzende Karl-Hermann Bolldorf die aus der AfD-Fraktion ausgetretenen Abgeordneten Katrin und Reimund Dittmann aufgefordert hat, ihre Mandate niederzulegen.

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Der AfD-Fraktionsvorsitzende Karl-Hermann Bolldorf bei der Kreistagssitzung vergangene Woche.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. „Diese Forderung hatte ich auch an Herrn Bolldorf gestellt, als er im Jahr 2015 aus der CDU-Kreistagsfraktion ­ausgetreten war. Er ist dieser Forderung nicht nachgekommen, sondern hat sein über die CDU-Liste errungenes Kreistagsmandat behalten“, führte Waßmuth gestern in einer Pressemitteilung aus und kritisierte Bolldorfs Verhalten als „unglaubwürdig und widersprüchlich“.

Bolldorf kann die Kritik Waßmuths nicht nachvollziehen. „Die Situation war damals eine völlig andere“, sagte er der OP. „Dass ich mein Kreistagsmandat behalten habe, hatte keine Auswirkungen auf die Zusammensetzung von Gremien, das wird jetzt anders sein“, erklärte er und spielte damit auf zwei Fachausschüsse des Kreistags an, in denen die AfD womöglich Sitze verlieren wird, da sie nun zahlenmäßig gleichauf mit den dort schwächer vertretenen Grünen ist. „Wenn Herr Waßmuth sich über meine Forderung aufregt, dann kann er ja die Aufnahme in die CDU-Fraktion anbieten“, regte Bolldorf einen Wechsel der Dittmanns von der AfD zur CDU an.

Dittmanns planen keinen Wechsel zur CDU

Die Eheleute Dittmann planen indes weder einen Wechsel zur CDU noch zu einer anderen Fraktion. Mit Jürgen Reitz, Fraktionsvorsitzendem der Freien Wähler, habe er nach seinem AfD-Austritt lediglich ein „Gespräch unter Freunden“ geführt, „um einen Wechsel zu den Freien Wählern ging es dabei nicht“, sagte Dittmann. Eine eigene Fraktion zu gründen, was mit zwei Personen rein zahlenmäßig möglich wäre, ziehen die Dittmanns ebenfalls nicht in Erwägung. „Wir werden als Einzelabgeordnete auftreten.“

Zu Bolldorfs Aufforderung, die Mandate zurückzugeben, sagt Dittmann: „Wie glaubwürdig ist diese Aussage denn?“ Auch er erinnert daran, dass Bolldorf sein Kreistagsmandat nach dem CDU-Austritt vor einigen Jahren behalten hat und als Einzelabgeordneter weitermachte, bevor er für die AfD erneut in das Parlament einzog.

„Wir sind keine christlichen Fundamentalisten“

Mit einer Pressemitteilung hatte die AfD Anfang der Woche auf den Austritt der Dittmanns reagiert und darin festgehalten, dass „religiös-fundamentalistische, radikale und verschwörungstheoretische Darstellungen“ nicht den Positionen der AfD-Kreistagsfraktion entsprächen. Dittmann dazu: „Wir sind keine christlichen Fundamentalisten, auch keine Rechtsextremen, und wir haben auch keine abstrusen Gedanken.“ Jedoch sähen er und seine Frau „als bekennende Christen nicht mehr viele Gemeinsamkeiten mit der AfD“, führte der Angelburger aus, der der Freien evangelischen Gemeinde angehört.

Zum Eklat war es vor einer Woche in der Fraktionssitzung der AfD direkt vor dem Kreistag gekommen. Dittmann wollte sich der Zustimmung seiner Fraktion zum mittelhessischen WLAN-Projekt nicht anschließen, weil er die Vorbereitungskosten von 20.000 Euro für eine unnötige Investition hält. „Das war das Tröpfchen, dass das Fass zum Überlaufen brachte.“

von Carina Becker-Werner

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