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Auf Tuchfühlung mit heimischer Landwirtschaft

Tag des offenen Hofs Auf Tuchfühlung mit heimischer Landwirtschaft

Verbraucher aus dem Landkreis können bei vier bäuerlich organisierten Festen in den kommenden Monaten mit Landwirten ins Gespräch kommen und mehr über die heimische Lebensmittelproduktion erfahren.

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Kreisbauernverbands-Vorsitzende Karin Lölkes (von links) freut sich mit Ludwig Klingelhöfer (vorn), Stephan Lölkes, Brigitte Lölkes, Kreisbauernverbands-Geschäftsführer Heinz-Hermann Nau-Bingel und Landwirt Ingo Henkel auf bevorstehende landwirtschaftliche Feste.

Quelle: Nadine Weigel

Großseelheim. Die erste Gelegenheit dazu besteht am kommenden Sonntag, 2. Juli, von 11 bis 18 Uhr auf dem  Hof Klingelhöfer in Großseelheim . Los geht‘s mit einem Gottesdienst, den Pfarrerin Evelyn Koch gestaltet. Hof, Ställe und Maschinenhalle stehen allen Besuchern zur Besichtigung offen.

Kühe, Schweine, Hühner, Gänse, Puten, Esel, Ziegen, Schafe – der Familienbetrieb Klingelhöfer setzt auf Vielfalt in der Tierhaltung und in der Betriebsform. Auf dem Hof in Großseelheim können die Besucher sich über Milcherzeugung, Direktvermarktung von Wurstwaren und Eiern sowie Ackerbau informieren und ihre persönlichen Fragen zur Landwirtschaft, Tierhaltung und Lebensmittelproduktion loswerden. Landwirtschaftliche Maschinen von früher und heute werden zu sehen sein. Landwirt Ludwig Klingelhöfer steht für Fragen und Führungen zur Verfügung. „Das ist ganz wichtig, dass die Menschen auch mal persönlich mit der Landwirtschaft in Berührung kommen“, sagt er und berichtet von einem Mädchen aus Marburger, das vor einiger Zeit mit ihrer Schulklasse auf dem Bauernhof zu Gast war und zuvor noch nie eine Kuh gesehen hatte.

Ein „Schaufenster der Landwirtschaft“

Karin Lölkes, Vorsitzende des Kreisbauernverbands, hebt hervor, dass es darum gehe, auf die Leistungen der Landwirtschaft aufmerksam zu machen, „nicht nur auf die Sorgen und Nöte unseres Berufsstands“. Das Hoffest solle ein „Schaufenster der Landwirtschaft“ sein. „Wir wollen neugierig machen und zeigen, was es alles bei uns gibt“, sagt Lölkes und freut sich auf die Gespräche mit den Verbrauchern. „Auch auf den Dörfern, wo es oftmals noch Landwirte gibt, wissen die Menschen mitunter nichts mehr über unsere Arbeit“, bedauert sie. Der Tag des offenen Hofs sei für die Verbraucher eine Gelegenheit, sich selbst ein Bild davon zu machen, wie es um die Tierhaltung bestellt sei. „Wir wirtschaften nachhaltig, unsere Familien produzieren teils seit Jahrhunderten Nahrungsmittel – wir wollen von unserer Arbeit überzeugen und Wertschätzung gewinnen“, sagt die Bauernverbandsvorsitzende.

Bei Klingelhöfers wird am kommenden Sonntag eine große Auswahl an Speisen und Getränken aufgefahren – von den Zutaten für den hausgemachten Kartoffelsalat bis hin zu Fleisch- und Wurstwaren kommt dabei alles aus eigener Erzeugung. Nachmittags gibt‘s Kaffee und Kuchen. Und Damms Hof aus Rauschenberg verkauft sein beliebtes Bauernhofeis.

Großes Interesse an der Bioenergie-Erzeugung

Einen weiteren Zweig der landwirtschaftlichen Arbeit können Besucher auf dem Bioenergiehof „Vor den Tannen“ am Sonntag, 27. August, 10 bis 17 Uhr erleben.  

Die Mellnauer Anlage „verdaut“ täglich 50 Tonnen Biomasse, die in flüssigen und festen Bestandteilen aufbereitet wird. Eingespeist werden vor ­allem Mist und Mais, erklärt Betreiber Stephan Lölkes. Täglich erzeugt die Biogasanlage 20 000 Kilowattstunden Strom, „das entspricht dem Jahresbedarf von vier Haushalten mit einem eher hohen Verbrauch“, sagt Lölkes. Damit gespeist werden unter anderem die Wärme­netze in Oberrosphe und Unterrosphe.

Die 2011, im Fukushima-Jahr, entstandene Anlage können sich Besucher am Tag der ­offenen Tür genau erklären lassen, kündigt sagt Lölkes an, der von früheren Besuchstagen weiß, wie groß das Interesse an der Bioenergie-Erzeugung ist. Zudem gibt es auf dem Hof bei Mellnau an diesem Tag eine Landtechnik-Ausstellung, einen kleinen Markt mit Anbietern regional erzeugter Lebensmittel sowie eine Hüpfburg und eine Tierschau für die Kinder.

Leistungspflügen und Erntedankfest

Am Sonntag, 10. September, geht‘s beim Niederwälger Pflügertag darum, wer sein Gespann am besten im Griff hat.  Der Landesentscheid im Leistungspflügen und die hessische Meisterschaft im Gespannpflügen werden ausgetragen. Der Wettbewerb beginnt um 13 Uhr am Ortsausgang von Niederwalgern Richtung Lohra. Der Historisch landwirtschaftliche Verein Niederwalgern lädt ein.

Um die Ernte geht es am Sonntag, 15. Oktober, zwei Wochen nach dem kirchlichen Erntedank-Termin, beim Kreiserntedankfest des Bauernverbands . Gefeiert wird es ab 11 Uhr auf dem Hof Henkel in Erksdorf. Familie Henkel lädt vormittags zum Gottesdienst mit Pfarrer Michael Fenner und dem örtlichen Posauenchor in ihr Getreidelager ein. „Der Bezug zur Ernte ist dann direkt hergestellt – zu dem Zeitpunkt werden dort etwa 800 Tonnen Weizen lagern“, kündigt Landwirt Ingo Henkel an, der mit seiner Frau Christiane zusammen im familieneigenen Ackerbaubetrieb 200 Hektar Land bewirtschaftet. Nach einem gemeinsamen Mittagessen geht‘s nachmittags mit ­einem Kaffeetrinken und einem Vortrag weiter.

von Carina Becker-Werner

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