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25 Kinder passen in einen toten Winkel

Kreisverkehrswacht informiert 25 Kinder passen in einen toten Winkel

Sicherheit im Straßenverkehr, Aufklärung der schwächsten Verkehrsteilnehmer und steigende Unfallzahlen – über diese und weitere Themen informierte die Kreisverkehrswacht während der Jahreshauptversammlung.

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Der Vorstand der Kreisverkehrswacht wurde komplett wiedergewählt: Schatzmeister Maic Schnitzky (von links), Zweiter Vorsitzender Volker Plewka, Vorsitzender Klaus Schnitzky und Schriftführer Werner Luckhardt.

Quelle: Ina Tannert

Sarnau. Verkehrserziehung und -aufklärung für Jung und Alt sind Arbeitsschwerpunkte­ der Kreisverkehrswacht Marburg-Biedenkopf. Der „größte Posten“ im Verein stellt die Verkehrssicherheit der Kinder dar, berichtete der Vorsitzende Klaus Schnitzky.

Vorstand

Vorsitzender: Klaus Schnitzky
Zweiter Vorsitzender: Volker Plewka
Schatzmeister: Maic Schnitzky
Schriftführer: Werner Luckhardt

Bei sechs Veranstaltungen in Kindergärten mit mehr als 110 Teilnehmern war die Kreisverkehrswacht im vergangenen Jahr zugegen. Während drei Verkehrssicherheitstagen konnten 385 Teilnehmer erreicht werden. Ein Schwerpunkt lag dabei auf der Mobilitätsverbesserung von Kindern. „Es ist wichtig, die Kinder auf die Teilnahme am Straßenverkehr rechtzeitig vorzubereiten“, betonte Schnitzky. Der Verein wolle dafür die Aktion „Kinder zu Fuß zur Schule“ weiterhin fokussieren, die schwächsten Verkehrsteilnehmer auf Gefahren des Schulwegs aufmerksam machen.

Auch für ältere Zielgruppen setzt sich der Verein mit Verkehrsthemen auseinander, klärte 223 Teilnehmer der Altersgruppe zwischen 18 und 25 Jahren über Rauschmittel im Straßenverkehr oder den Auswirkungen vom Rasen auf. Erfreulicherweise habe die Aktion „Junge Fahrer“ nach wie vor eine sehr große Resonanz, lobte der Vereinschef.

Im Seniorenbereich fanden­ vier Veranstaltungen statt, bei denen mit 135 Teilnehmern über gesundheitliche Einschränkungen und deren Auswirkungen auf das Fahrverhalten diskutiert wurde.

Weniger Opfer, dafür mehr Verkehrsunfälle

Bei diversen Verkehrssicherheitstagen führte der Verband verschiedene Tests zum Straßenalltag durch, stellte den Besuchern etwa die Frage, wie groß der Bereich des sogenannten ­toten Winkels bei einem Lastwagen ist. Das überraschende Ergebnis: bis zu 25 Kinder passen in den nicht-einsehbaren Teil des Seitenspiegels. „Da ist Vorsicht geboten“, so der Vorsitzende. Als neues Betätigungsfeld widmet sich der Verein auch der Flüchtlingsarbeit, informiert Neubürger über Gefahren und das Verhalten im Straßenverkehr. Alleine in Neustadt betreue die Verkehrswacht mehr als 280 junge Flüchtlinge, die ­ihren Fahrradführerschein absolvieren müssen.

Die Mitgliederzahlen liegen  bei 76 Mitgliedern. Schnitzky lobte „ein reichhaltiges Arbeitspensum“ bei den Aktiven, die das Thema Verkehrssicherheit in den Landkreis tragen. Dabei sei „der Mensch immer der entscheidende Faktor“. Aufklärung und Erziehung sind daher das A und O der Vorbeugung.

Angesichts schwankender Unfallzahlen eine wichtige Aufgabe. Im vergangenen Jahr sei die Zahl der Verkehrstoten „stark zurückgegangen“. Fünf Menschen kamen auf den Straßen im Landkreis ums Leben, im Jahr 2015 waren es noch zwölf, berichtete der Vorsitzende. Das bedeute indes nicht, dass die Unfallzahlen sinken würden – im Gegenteil. Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle stieg laut Polizeistatistik leicht an.

Vorsitzender kritisierte Fahrassistenzsysteme

Als Unfallursache Nummer eins gilt die Geschwindigkeit. Schriftführer Werner Luckhardt verwies dabei ebenfalls auf Unaufmerksamkeit und fehlende Verkehrsmoral der Verkehrsteilnehmer. Er bemängelte darüber hinaus gewisse Fahreigenschaften moderner Fahrzeuge, wie Fahrassistenzsysteme. Regelmäßiges Piepsen oder Blinken als audiovisuelle Warnhinweise empfindet er als „kontraproduktiv – man schaut nur noch auf das Fahrerpult“.

Die elektronischen Fahrhelfer dienen eigentlich der Sicherheit, können nützlich sein, wenn Töne und Bilder nachvollziehbar sind. Ein Hauptproblem sei dabei die fehlende Unterweisung in die moderne Technik, gerade für ältere Verkehrsteilnehmer. Fahrassistenzsysteme machen „vieles einfacher – aber das muss erst in die Köpfe der Fahrer rein“, befand Schnitzky. Er sieht dabei unter anderem die Autohändler in der Pflicht, die Kunden umfangreicher einzuweisen und zu informieren.

von Ina Tannert

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