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Aus Verbandschef wird Geschäftsführer

Zweckverband mittelhessische Wasserwerke Aus Verbandschef wird Geschäftsführer

Der bisherige Verbandsvorsitzende Karl-Heinz Schäfer aus Pohlheim übernimmt für die nächsten fünf Jahre den Geschäftsführerposten beim Zweckverband mittelhessischer Wasserwerke (ZMW).

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Stabwechsel bei den mittelhessischen Wasserwerken: Der scheidende ZMW-Geschäftsführer Wolfgang Kummer (von links), Manfred Apell, Vorsitzender der Verbandsversammlung, der neue Geschäftsführer und bisherige Verbandsvorsitzende Karl-Heinz Schäfer, der neue Verbandsvorsitzende Christian Somogyi und sein ebenfalls neugewählter Stellvertreter Ulrich Künz.

Quelle: Michael Agricola

Gießen. Die Verbandsversammlung, in der alle Mitgliedskommunen vertreten sind, entschied mit großer Mehrheit von 73,3 Prozent zugunsten des langjährigen Vorstandsmitglieds Schäfer (SPD). Als zweiter Bewerber stellte sich am Donnerstagnachmittag der frühere Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern (50, Grüne) zur Wahl. Er erhielt 22,4 Prozent der Stimmanteile.

Karl-Heinz Schäfer (61) war bis Januar dieses Jahres Bürgermeister der Stadt Pohlheim, hatte nach 18 Jahren im Amt nicht mehr für eine vierte Wahlperiode kandidiert. Der Jurist war außerdem zuletzt Präsident des Hessischen Städte- und Gemeindebundes. Erfahrung beim ZMW hat Schäfer als stellvertretender Vorsitzender (der Vorstand ist quasi der Aufsichtsrat des ZMW), seit 2012 führte er den Vorsitz dort. Er musste diesen Posten allerdings räumen, da er seit 1. Februar kein Bürgermeister einer Mitgliedskommune mehr ist.

Kritik an der Entscheidung

Der Weg bis zur Geschäftsführer-Entscheidung wurde auch von einigen Verbandsmitgliedern kritisch begleitet. So war Schäfer selbst Teil des Gremiums, das die Stellenausschreibung und die Anforderungen für die Nachfolge des langjährigen Geschäftsführers Wolfgang Kummer formulierte. Dann wurde nach der ersten Ausschreibung im November, die nur in einer Fachzeitschrift erschien, im Januar nochmal eine zweite, geringfügig geänderte Ausschreibung geschaltet, diesmal auch in regionalen Zeitungen. Wetters Bürgermeister Kai-Uwe Spanka (parteilos) fragte schriftlich nach, warum entsprechende Fachkenntnisse in der Anzeige nicht explizit gefordert worden seien. Deren Vorliegen setzte der Vorstand in seiner Antwort jedoch als „selbstverständlich“ voraus.

Kirchhains Vertreter Reiner Nau (Grüne) scheiterte schließlich mit seinem Versuch, die Vorstellung der Bewerber und die Entscheidung darüber in öffentlicher Sitzung stattfinden zu lassen. Bei seiner Gegenstimme entschied die Versammlung, die Presse, interessierte Besucher und Mitarbeiter des ZMW solange vor die Tür zu schicken. Als Begründung dafür wurden der Schutz der Persönlichkeitsrechte der Bewerber genannt, aber auch, dass das Abstimmungsverhalten öffentlich werden könnte. Auf OP-Nachfrage gab der ZMW die Einzelergebnisse auch am Freitag nicht heraus.

Einstimmig fielen hingegen die übrigen Personalentscheidungen aus. Für Schäfer rückt sein bisheriger Stellvertreter, Stadtallendorfs Bürgermeister Christian Somogyi (SPD), an die Spitze des Vorstands, sein neuer Stellvertreter ist Ulrich Künz (CDU) aus Kirtorf, der zuvor noch aus der Verbandsversammlung heraus in den Vorstand gewählt werden musste und dort den durch Schäfers Ausscheiden freigewordenen Vorstandssitz einnimmt.

von Michael Agricola

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