Volltextsuche über das Angebot:

26 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Augenmerk muss auf der Jugend liegen

Feuerwehr Marburg-Mitte Augenmerk muss auf der Jugend liegen

Trotz einer beeindruckenden Bilanz 2014 ist die Freiwillige Feuerwehr Marburg-Mitte nicht frei von Zukunftssorgen.

Voriger Artikel
Traditionsreicher Verein bietet etwas für die ganze Familie
Nächster Artikel
Ein „undemokratisches Element“

Führungskräfte, neu Aufgenommene und Geehrte der Freiwilligen Feuerwehr Marburg-Mitte stellen sich zum Gruppenfoto.

Quelle: Till Conrad

Marburg. 2014 war ein ereignisreiches Jahr für die Freiwillige Feuerwehr Marburg-Mitte, ein Jahr, so Wehrführer Dirk Bamberger, „auf das wir noch lange zurückblicken werden“.

Preis für den Einsatz "Am Richtsberg 88"

Zentrales Ereignis für die Brandschützer war der Brand des Hochhauses „Am Richtsberg 88“ am 24. Juni – ein Ereignis, das es so in Marburg noch nicht gegeben hat. 230 Einsatzkräften aus allen Stadtteilfeuerwehren sowie 200 Helfern von THW und Rettungsdiensten gelang es, trotz schwieriger Bedingungen 220 Bewohner über das Treppenhaus und die Drehleitern zu retten – eine Leistung, die Carmen Werner, die Leiterin der Feuerwehr, zu der Bemerkung veranlasste: „Ich bin wahnsinnig stolz auf uns alle.“ Und Oberbürgermeister Egon Vaupel lobte das „professionelle Verhalten“ der Einsatzkräfte. Wie ungewöhnlich der Einsatz war, zeigt auch die Auszeichnung der Freiwilligen Feuerwehr mit dem bundesweit bedeutsamen Conrad-Dietrich-Magirus-Preis.

Personell gut aufgestellt

Neben dem Stolz auf die gezeigten Leistungen sei der Einsatz aber nicht zuletzt ein Ausdruck der leistungsfähigen Struktur der Feuerwehr Marburg-Mitte – „leistungsfähiger als so manche hauptamtliche Struktur im Land“, sagte Bamberger.
Die Freiwillige Feuerwehr Marburg-Mitte kam im vergangenen Jahr bei insgesamt 304 Alarmierungen. Neben 84 Fehlalarmen und 121 Hilfeleistungen, wie die Beseitigung von Ölspuren oder Tragehilfen für den Rettungsdienst, wurden 99 Brände gelöscht, darunter die Dachstuhlbrände am Bückingsgarten und in der Brunnenstraße.
„Gut aufgestellt“ sei die Freiwillige Feuerwehr Marburg-Mitte personell, berichtete Schriftführer Martin Gottschalt. Die Einsatzabteilung besteht derzeit aus 109 Männern und Frauen, die in ihrer Freizeit den Feuerwehrdienst ehrenamtlich ausüben. Gegenüber dem Jahr 2008 hat sich die Zahl der Aktiven damit um 8 Prozent erhöht – entgegen dem Hessentrend, denn hier ist die Zahl der Aktiven seit 2008 um 3 Prozent gesunken.

Jugendarbeit macht Sorgen

Weniger erfreulich ist aber die Bilanz bei der Jugendfeuerwehr. Hier gibt es derzeit lediglich 14 Mitglieder – ein dramatischer Rückgang von 62 Prozent gegenüber 2008, der zudem deutlich stärker ist als im Hessentrend (minus 9 Prozent gegenüber 2008). Einen besonderen Schwerpunkt will die Feuerwehr Marburg-Mitte deswegen im Jahr 2015 auf die Gewinnung neuer Mitglieder legen – „vor allem die Mitgliederwerbung in der Jugendfeuerwehr bedarf unserer großen Unterstützung“, sagte Bamberger in seinem Jahresbericht.
Dabei gibt es objektive Probleme, die die Gewinnung junger Menschen für den Feuerwehrdienst nicht leichter machen: Zum einen der hohe Schulungsbedarf, der notwendig ist, ehe aktiv Brände bekämpft werden können. Schriftführer Martin Gottschalt verzeichnete im Jahr 2014 1700 Stunden für die Aus- und Weiterbildung der Feuerwehrleute von Marburg-Mitte, das entspricht 219 Arbeitstagen.

Es fehlt an Geld für Schutzanzüge

Zum anderen leidet die Feuerwehr Marburg-Mitte darunter, dass die Zuschüsse der Stadt nicht ausreichen, um für alle aktiven Mitglieder moderne, zeitgemäße Schutzanzüge zur Verfügung zu stellen. „Manche Anzüge sind älter als ihre Träger“, machte eine Führungskraft die Problematik hinter vorgehaltener Hand deutlich.

von Till Conrad

Hintergrund

Neuaufnahmen in die Einsatzabteilung: Fabian Wesemann, Simon Block, Matthias Giegerich, Oliver Hahn, Prof. Dr. Florian Kraus, Christian Linnemann, David Schnabel, Alexander Stein, Jan Wächter, Christoph Saffrich, Julius Hahn

Ehrungen:
Stephan Schuld (Florian-Medaille in Bronze der Hessischen Jugendfeuerwehr) im Landesfeuerwehrverband Hessen e.V.

Beförderungen:
zum/r Feuerwehrmann/-frau: Chris Nacke, Martin Sassen.
 zum/r Oberfeuerwehrmann/-frau: Sabrina Fichtner, Nico-Peter Greve, Benjamin Heidelmeier, Timo Gregor Hintze, Tobias Nilges, Lars Lennart Ruttkowski, Robert Stetefeld, Thomas Wagner, Matthais Schröder.
 zum Hauptfeuerwehrmann:  Christian Spies
 zum Oberlöschmeister: Johannes Martin, Benjamin Zindel. zum Hauptlöschmeister: Hendrik Budke

Bestellungen:
Harry Schulz ( Gruppenführer
1. Zug, 1. Gruppe), Florian Brauer ( Gruppenführer 1. Zug, 2. Gruppe), Dennis Hoell (Gruppenführer 1. Zug, 3. Gruppe), Steffen Grebe (stellv. Gruppenführer 1. Zug, 3. Gruppe), Gero Becker (stellv. Gruppenführer
1. Zug, 4. Gruppe), Gregor Scharlau (Gruppenführer 2. Zug, 1. Gruppe), Martin Gottschalt  ( stellv. Gruppenführer 2. Zug, 1. Gruppe), Benjamin Zindel (Gruppenführer 2. Zug, 2. Gruppe), Jens Müller (stellv. Gruppenführer, 2. Zug, 2. Gruppe)

Entlassungen:
Tobias Schickling ( stellv. Gruppenführer 1. Zug, 3. Gruppe), Oliver Weinhauer (stellv. Gruppenführer 2. Zug, 1. Gruppe), Jens Müller Gruppenführer 2. Zug, 2. Gruppe), Benjamin Zindel (stellv. Gruppenführer 2. Zug, 2. Gruppe)

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr