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Augenklinik wird Pharmazie-Standort

Baubeginn Augenklinik wird Pharmazie-Standort

Der Fachbereich Pharmazie der Marburger Universität wird das Gebäude der früheren Augenklinik in der Robert-Koch-Straße nach dem Umbau vorraussichtlich ab dem Beginn des Wintersemesters 2016 nutzen können.

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Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause (vorne rechts) überzeugte sich von Fortgang der Umbauarbeiten in der ehemaligen Augenklinik an der Robert-Koch-Straße.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Schon seit mehreren Monaten war die ehemalige Uni-Augenklinik eine Baustelle, Im August vorigen Jahres hatten rund 100 Aktivisten das seit dem Umzug der Augenklinik auf die Lahnberge im Jahr 2011 leerstehende Gebäude für einige Tage besetzt und dann wieder geräumt. Die Besetzer hatten mit ihrer Aktion auf die Wohnungsnot in der Stadt aufmerksam gemacht und das Gebäude kurzerhand in (T)raumklinik umbenannt. Daran erinnerte gestern nur noch ein auf die Gebäudefassade aufgesprühter Schriftzug.

Die Marburger Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause betonte gestern bei der Enthüllung der offiziellen Baustellentafel, dass die Besetzung außer aufgebrochenen Türen keine weiteren Schäden gefordert habe.

Mittlerweile ist auch klar, wie die Marburger Universität das Gebäude der früheren Klinik weiter verwenden will: Es soll vom Fachbereich Pharmazie für Forschungs- und Lehrzwecke genutzt werden. Die beiden Bereiche Pharmazeutische Technologie und Pharmazeutische Biologie will die Uni-Leitung dort künftig unter einem Dach zusammenführen. „Als Kunsthistorikerin freue ich mich, dass dieses denkmalgeschützte Gebäude eine neue Nutzung erhält und so nachhaltig zur Belebung der Nordstadt beitägt“, so Krause.

Während die Pharmazeutische Biologie bisher im Schäfer-Bau im Botanischen Garten direkt an der Campus-Großbaustelle untergebracht ist, hat die Pharmazeutische Technologie ihren Standort noch in einem Pharmazie-Gebäude an der Ketzerbach. Diese Gebäude sollen nach dem Umzug von Instituten der Geistes-oder Sozialwissenschaften genutzt werden, so Krause.

Beide Disziplinen gehen mit der Zeit und benötigen modernste technologische Voraussetzungen für die Forschung und die Ausbildung der Studierenden, betonte Pharmazie-Prodekan Professor Carsten Culmsee. In der Pharmazeutischen Biologie steht beispielsweise die Entwicklung von „grüner Biotechnologie“ im Mittelpunkt, während in der Pharmazeutischen Technologie Nanopartikel, die im Körper ihren Wirkort finden, eine immer größere Rolle spielen. Fachbezogene Praktikumsplätze für 160 Studierende sollen in der ehemaligen Klinik entstehen. Zudem werden umfangreich ausgestattete moderne Labore eingerichtet, die von beiden Instituten gemeinsam genutzt werden können. Mittlerweile hat der Fachbereich Pharmazie mehr als 1  000 Studierende und nimmt pro Jahr 60 bis 70 Studierende mehr als zuvor auf. Wegen der Überlast an Studierenden wird auch der 12 Millionen teure Umbau der Augenklinik zu großen Teilen aus Fördermitteln des „Hochschulpakts 2020“ finanziert, mit dem Bund und Länder bundesweit die Folgen des „Studentenbergs“ auffangen wollen.

Der Umbau ist unter anderem deswegen so teuer, weil die Haustechnik grundlegend umgerüstet wird, was vor allem für die Lüftungs- und Kältetechnik gilt. Zudem hat sich nach dem Beginn der Umbauarbeiten ergeben, dass auch alle Heizrohre herausgerissen werden, die teilweise noch aus der Bauzeit stammen. Die Umbausumme wird auch für die Laborausstattung genutzt. Die Augenklinik war zwischen 1883 und 1887 gebaut und dann im Jahr 1900 um einen Erweiterungsbau vergrößert worden. Die durch Bombentreffer im Zweiten Weltkrieg im Jahr 1944 fast vollständig zerstörte Klinik war nach dem Krieg wiedererrichtet worden.

Ein Hörsaal, der rund 100 Sitzplätze umfasst, wird erhalten bleiben.

von Manfred Hitzeroth

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