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Aufzug soll Kurven fahren

Weg zum Schloss Aufzug soll Kurven fahren

Die städtischen Pläne für einen Schrägaufzug sollen  weiter auf den Weg gebracht werden, auch wenn eine Realisierung wohl frühestens ab 2025 möglich sein wird.

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Auch in anderen Städten gibt es „Schrägaufzüge“ wie die Dresdner Standseilbahn, die zum Stadtteil Weißer Hirsch hochführt.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Für viele ältere Bürger oder Marburg-Besucher soll der „Schrägaufzug“ zum Schloss eine Möglichkeit bedeuten, dort besser hinaufzukommen.

Dies gilt besonders vor dem Hintergrund, dass über die teilweise steile und enge Fahrstraße keine Touristenbusse zum Schloss hochfahren dürfen, sondern nur der deutlich schmalere Schlossbus der Marburger Stadtwerke, der allerdings auch nicht so viele Plätze für Fahrgäste bietet.

Alle Mitglieder des Umwelt- und Verkehrsausschusses bis auf den Vertreter der „Marburger Linken“ (ML) stimmten der Magistratsvorlage zu. Auch im Bauausschuss gab es bei Gegenstimmen von „ML“ und Marburger Bürgerliste eine eindeutige Mehrheit.  Demnach soll der Magistrat die planungsrechtlichen Voraussetzungen für den Bau einer modernen Aufstiegsanlage zum Landgrafenschloss treffen.

Dieses soll auf einer Route vom Grundstück oberhalb der Wasserscheide an der Wettergasse 43 über das Grundstück Renthof 5 zum Schloss auf der Grundlage des Aufstiegssystems „WieLi“ erfolgen. Klar ist in der Vorlage aber auch die Tatsache festgehalten, dass die Realisierung des Vorhabens wohl nicht vor 2025 erfolgen kann, weil die elektromagnetischen Felder der komplizierten Messgeräte im Physikalischen Institut durch einen Schloss-Aufzug  in Mitleidenschaft geraten könnten und ein Umzug des Fachbereichs Physik nicht vor 2025 erfolgen wird (die OP berichtete).

Dennoch gab sich Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) bei der Präsentation der Magistratsvorlage im Verkehrsausschuss optimistisch, was die Realisierung angehe. Zwar gebe es aufgrund der Hinweise aus der Antwort der Marburger Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause zum jetzigen Zeitpunkt keine Chance für die Umsetzung des Projektes. Aber die Universitätsleitung begrüße auf jeden Fall das Vorhaben, für eine bessere Erreichbarkeit des Schloss-Areals zu sorgen, so der OB.

Zudem sei ein Zeitraum von 10 bis 15 Jahren bis zur Realisierung bei so einem Großvorhaben kein langer Zeitraum. So habe der Magistrat nun genügend Zeit, die dringend notwendigen weiteren Schritte einzuleiten. So werde ein Planfeststellungsverfahren benötigt, und das öffentliche Beteiligungsverfahren solle eingeleitet werden.

Landgraf-Philipp-Straße in besseren Zustand bringen

Ein weiterer abzuarbeitender Punkt sei, dass die gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Gewobau die Kaufverhandlungen mit der Eigentümerin dfes Gebäudes Wettergasse 43 aufnehmen solle. Die Eigentümerin sei prinzipiell bereit, zu verkaufen, teilte Vaupel im Ausschuss mit.  Henning Köster (Marburger Linke) bezweifelte, dass das Projekt einer Aufstiegsanlage zum Schloss ein vorrangiges Vorhaben sei, auch angesichts der finanziellen Situation der Stadt. Wichtiger sei es, den Busverkehr in der Stadt auszubauen.

Andrea Suntheim-Pichler (Bürger für Marburg) fragte nach, wie die Stadt die Zeit bis zu einer möglichen Aufzugs-Realisierung überbrücken wolle, um in dieser Zeit die Erreichbarkeit des Schlosses zu verbessern.

Darauf antwortete Vaupel, dass beispielsweise überlegt werde, wie man die Landgraf-Philipp-Straße, über die ein Fußweg vom Marktplatz aus zum Schloss hochführt, in einen besseren Zustand bringen könne. Zudem sollten die Fahrtzeiten des Schlossbusses an Sonntagen in Zukunft ausgeweitet werden.

Noch mit vielen Unwägbarkeiten behaftet ist auch die Frage, welches System  für die „Aufzugsidee“ in Frage kommt. „Wir möchten auf jeden Fall ein System haben, das Kurven fahren kann“, betonte Vaupel.
In der vom Magistrat in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie werden mehrere Systeme vorgestellt. Am besten geeignet erscheine bisher das System „PendelWieli“. Allerdings werde in den kommenden Jahren genau beobachtet, welche technischen Weiterentwicklungen es gebe.

von Manfred Hitzeroth

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