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Aufrütteln und zu Veränderung aufrufen

Neue Leiterin des evangelischen Studienhauses Aufrütteln und zu Veränderung aufrufen

„Heilige sind Menschen, die uns vorleben, wie sich ein ganzheitliches Leben gestaltet“, sagte Maike Westhelle zu ihrer Ein­führung als Studienleiterin und der Verabschiedung ihres Vorgängers Dr. Gerhard Neumann.

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Dominik Rudolf (von links), Dr. Egbert Schlarb, Maike Westhelle, Helmut Wöllenstein, Dr. Gerhard Neumann, Professorin Regina ­Sommer und Professorin Alexandra Grund-Wittenberg beim Gottesdienst in der Lutherischen Pfarrkirche.

Quelle: Freya Altmüller

Marburg. „Wie es der Zufall will, liegt er an dem katholischen Feiertag Allerheiligen“, erklärte Maike Westhelle. Deshalb machte sie in der Lutherischen Pfarrkirche St. Marien Heilige zum Thema ihrer Predigt. Zum einen gebe es die Dimension des Glaubens, jene, die ihn so lebten, dass er sich mit dem Alltag verbinde, wie die Großmutter, die am Abend am Bett sitze und ganz innig ein Gebet spreche. Das geistige Durchdringen sei eine weitere Perspektive. Als Beispiel nannte sie den Religionslehrer, der Glauben durch eine kluge und lebensnahe Exegese erschließe. Die prophetische Dimension umfasse Menschen wie Johannes den Täufer oder Martin Luther King. „Sie rütteln auf, prangern an, rufen auf zu Veränderung“. Das könne auch die Freundin sein, die einen immer wieder dazu zwinge, sein Leben zu überdenken. „Wahrhaft Heilige verbinden alle drei Aspekte in sich“.

Pfarrerin Westhelle hatte zuletzt einen Predigtauftrag in Baunatal, außerdem war sie Mitarbeiterin am Hans-von-Soden-Institut für theologische Forschung an der Philipps-Universität. Vorher war sie Mitarbeiterin in der praktischen Theologie in Göttingen und Pfarrerin in Vellmar. Für die Arbeit im Studienhaus der Evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck in Marburg komme ihr diese Erfahrung im Schnittfeld von Kirche und Universität zugute, erklärte Professorin Regina Sommer, welche die neue Studienleiterin vorstellte. In dieser Position sei es nun ihre Aufgabe, Theologiestudierende auf ihrem Bildungsweg hin zum Beruf des Pfarrers oder Lehrers zu begleiten, Angebote zu eröffnen, die ihnen Lust machen, theologisches Wissen auf Lebenspraxis zu beziehen und umgekehrt. Denn in ihrer Ausbildung gehe es darum, eine eigene Positionierung zu entwickeln, bei der Auseinandersetzung mit der Bibel und politischen Themen. Dabei wolle das Studienhaus sie unterstützen.

Propst Helmut Wöllenstein verabschiedete Westhelles Vorgänger Dr. Gerhard Neumann, der an das Religionspädagogische Institut der Evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck in Marburg wechselt. Fünf Jahre hatte er das Studienhaus geleitet. 2011 habe er keinen leichten Start gehabt, erklärte Wöllenstein. Nach Krankheit und Tod seiner Vorgängerin Sigrid Glockzin-Bever habe er den Betrieb wieder anfahren müssen. Das Konzept der schulpraktischen Studien habe sich in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich verändert. Zudem dankte der Propst Neumann für seine Beharrlichkeit und sein ausgleichendes Potenzial, das er bei seinem Einsatz für den Erhalt des Studienhauses in der Landessynode unter Beweis gestellt habe.

Pfarrerin Christina Bickel vom Hans-von-Soden-Institut lobte die Gastfreundschaft und die herzliche offene Atmosphäre, die Neumann in das Studienhaus gebracht habe. Er selbst sagte, er nehme aus der spannenden, herausfordernden und lehrreichen Zeit viel mit.

von Freya Altmüller

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