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Aufgeheizte Stimmung: Polizei trennt Demo-Gruppen

Demonstration in Marburg Aufgeheizte Stimmung: Polizei trennt Demo-Gruppen

Es blieb bei verbalen Angriffen: Teilnehmer einer angemeldeten Kundgebung erhielten Protest von antifaschistischen Gruppen. Die Polizei sorgte für den Abstand zwischen beiden Lagern.

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Eine Kundgebung unter dem Motto „Gegen Gewalt an Frauen und Kindern“ sorgte am Sonntagnachmittag auf dem Elisabeth-Blochmann-Platz für eine spontane Gegendemo von antifaschistischen Gruppen. Die Polizei hielt beide Gruppen auseinander, um ein Aufeinanderprallen zu verhindern

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Rund 250 Menschen versammelten sich am Sonntagnachmittag auf dem Elisabeth-Blochmann-Platz, um unter dem Motto „Wir sind gegen Gewalt an Frauen und Kindern“ zu protestieren. Die Kundgebung hatte Alexander Günter aus Marburg am Samstag angemeldet, nachdem er über das Internet erfahren habe, dass deutschlandweit Bürger unter diesem Motto friedlich auf die Straße gehen wollten. Kurz nachdem die Teilnehmer auf den Platz kamen, trafen rund 80 Anhänger der Antifa ein. Es kam zu verbalen Angriffen.

Die Polizei verstärkte daraufhin ihre Einsatzkräfte. Um ein Aufeinanderprallen zu verhindern, trennte eine Polizeikette die beiden Gruppen. Teilnehmer der angemeldeten Kundgebung erklärten, der von der Antifa erhobene Vorwurf, sie seien Faschisten, sei abwegig.

Ihnen gehe es um die Forderung nach Gewaltfreiheit und Sicherheit. „Wir haben Angst um unsere Kinder“, sagte eine Frau im OP-Gespräch. Ähnliche Aussagen waren auf Transpa­renten zu lesen. „Das ist unser Land“, rief eine aufgebrachte Frau. Viele Teilnehmer sprachen Russisch. „Wir sind Aussiedler und Heimkehrer“, so Günter. „Die Kinder weinen aber in einer Sprache“, so Günter. Er habe nichts mit Pegida oder rechten Gruppen zu tun, und weil man auch keinen Ärger mit anderen Menschen haben wolle, werde man nach zwei Stunden den Platz verlassen.

Atmosphäre aggressiv und durch verbale Provokationen geprägt

Unter den Demonstranten auf seiner Seite waren Frauen und Männer aus Marburg, aber auch aus Neustadt, Korbach und Gießen. Eine Frau erklärte, sie habe nichts gegen Flüchtlinge. „Aber die müssen sich anpassen“, ergänzte sie und sprach von den Vorfällen in der Silvesternacht in Köln, wo Frauen von nordafrikanischen Männern angegriffen worden waren.

Demo am Elisabeth Blochmann Platz Marburg, 24.Januar 2016 : Foto / Michael Hoffsteter

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Die Atmosphäre auf dem Blochmann-Platz war aggressiv und durch verbale Provokationen geprägt. Die Musik der Antifa-Gruppe war zeitweise lauter als die Redner auf der anderen Seite. „Aus allen Ecken kriechen die Rechten hervor“, sagte eine Marburgerin, die sich spontan zu der Antifa-Gruppe dazugestellt hatte. Ein Familienmitglied habe über SMS von der Protest-Aktion erfahren, berichtete sie.

Nach Angaben der Polizei blieb das Aufeinandertreffen der beiden Gruppen aber friedlich. Die Kundgebungen seien aber für Marburg neu: Auf der einen Seite Bürger mit russischem Migrationshintergrund und keinerlei Demo-Erfahrung, auf der anderen Seite vorwiegend junge Antifa-Anhänger. Der Staatsschutz sieht die Kundgebung im Zusammenhang mit der Aufregung im Internet über einen russischen TV-Bericht über die angebliche Vergewaltigung eines Mädchens durch Flüchtlinge in Berlin – die es laut Polizei gar nicht gab. Fremdenfeindliche Gruppen nutzten den Fall für eine Demo vor dem Kanzleramt.

von Anna Ntemiris und unserer Agentur

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