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Aufbruch zum Schloss

Museum Aufbruch zum Schloss

Es war wie eine politische Demonstration: Ja, Marburg will ein stadthistorisches Museum auf dem Schlossareal, darin waren sich alle Teilnehmer des Stadtforums einig.

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Marburg. Es gibt lauter gute Gründe für ein stadthistorisches Museum auf dem Schlossareal. Einige nannte am Dienstagabend Elke Hartkopf von der Agentur Concultura, die im Auftrag der Stadt eine „Schlosspotenzialstudie“ erstellt hatte; den weitaus größten Teil trugen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Stadtforums bei, überwiegend Vertreter von kulturell oder touristisch aktiven Organisationen in Marburg - vom Haus der Romantik bis Staatsarchiv.

Langer Weg bis zur Verwirklichung

Auch Uni-Vizepräsident Professor Dr. Joachim Schachtner, der Direktor der Universitätsmuseen Dr. Christoph Otterbeck und Marburgs Kulturdezernentin Dr. Kerstin Weinbach unterstützen die Idee, auf dem Schlossareal Geschichte zentral darzustellen: mit neuen museumspädagogischen Ansätzen, zugänglich für alle Bevölkerungsgruppen - auch für solche mit Behinderungen. Ein solcher Ort, so formulierte es Oberbürgermeister Egon Vaupel, wäre eine „Schatzkiste“ für Marburg - einziger Haken:die Finanzierung.Das Land, so Vaupel, müsse begreifen, dass es auf dem Schloss „seine eigene Identität“ entwickeln und darstellen kann. Wenn es sich an den Kosten für ein solches Projekt beteilige, tue es nicht etwa der Stadt einen Gefallen, sondern vor allem sich selbst. Die untrennbare Verbindung von Stadtgeschichte, Landesgeschichte und Universitätsgeschichte gibt es in dieser Form eigentlich nur in Marburg, darin waren sich die Teilnehmer einig - ein weiteres Argument, sich das Projekt vor die Brust zu binden. Immerhin ist diese Verbindung schon für die Bewerbung zum Unesco-Weltkulturerbe das Hauptargument.

Bis zur Verwirklichung des Projekts ist es noch ein weiter Weg; darin sind sich alle Beteiligten einig. Bis 2027, dem Jahr des 500-jährigen Bestehens der Philipps-Universität, sollte man aber soweit sein, forderte Professor Theo Schiller.

Damit die Diskussion aber nicht nur im eigenen Saft schmort, sondern möglichst viele Marburgerinnen und Marburger mitnimmt, plant die Stadt für das kommende Jahr ein Themenjahr „Museumsaufbruch“.

Noch sind es nicht viel mehr als Spiegelstriche, die Kulturamtsleiter Dr. Richard Laufner in diesem Zusammenhang vorstellen konnte. Eine Vielzahl von Aktivitäten soll mobilisieren, das Schlossareal schon jetzt attraktiver machen und das Gespür für die Marburger Museumslandschaft vertiefen.

Angedacht oder in Planung sind unter anderem Projekte wie

  • ein Lehrforschungsprojekt „Alltagsgeschichte der Stadt Marburg im 19. Jahrhundert“
  • das Projekt „Kleinstes Stadtmuseum der Welt im Rathaus“
  • eine Vortragsreihe zu interessanten Konzeptionen von Stadtmuseen in Europa
  • Mitarbeit der Jugendbauhütte Marburg der IJGD …
  • Überlegungen zu einem „Lapidarium“ - Marburger Geschichte in Stein im Schlosskeller neben dem Schlossbrunnen

Die Universität plant im Rahmen des „Kulturaufbruch“

  • eine Ausstellung „Hessen hybrid - vom Kommen und Gehen in Hessen“ im Kleinen Rittersaal ab 7.Dezember 2013 und im Waldecker Saal des Schlosses eine neue Präsentation der Keramik-Sammlung
  • Studium generale zu den universitären Sammlungen im WS 2014/15
  • DenkWelten-Ausstellung (Bausteine zu einem Philosophie-Museum von Marburger Philosophie-Doktoranden) in Kleinen Rittersaal im Schloss im Oktober 2014.

von Till Conrad

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