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Auf sicherem Weg in die Schule

OP-Interview Auf sicherem Weg in die Schule

Nächste Woche beginnt für viele Kinder in Marburg und dem Landkreis die Schule. Zum neuen Lebensabschnitt gehören für die Erstklässler auch erste Herausforderungen wie das Meistern des Schulwegs. Polizeisprecher Martin Ahlich gibt im OP-Interview wichtige Sicherheitstipps.

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Bevor die Schule beginnt, sollen Eltern mit ihren Kindern intensiv den Schulweg üben. Foto: dpa

Quelle: dpa

Marburg. OP: Herr Ahlich, wie können Eltern ihre Kinder sicher auf den Schulweg vorbereiten?

Martin Ahlich: Das Wichtigste ist, dass sie den Schulweg mit den Kindern üben, um sie auf Gefahrenstellen aufmerksam zu machen und ihnen das richtige Verhalten auf dem Schulweg aufzuzeigen. Dabei sollten sie beachten, dass Kinder von ihrer Entwicklung her noch nicht in der Lage sind, die Gefahren des Straßenverkehrs richtig einzuschätzen. Sie können zum Beispiel Entfernungen und Geschwindigkeiten nicht richtig einschätzen. Hinzu kommt, dass sie schlechter gesehen werden, weil sie klein sind, und dass sie häufig unvorhergesehen reagieren, indem sie plötzlich loslaufen. Man sollte seine Kinder deshalb auffallend ankleiden mit hellen leuchtenden Farben und Reflektoren an der Kleidung und am Ranzen. Die sorgen dafür, dass die Kinder von anderen Verkehrsteilnehmern besser wahrgenommen werden.

OP: Was sollten Eltern noch beachten?
Ahlich: Es ist wichtig, immer denselben Weg zu benutzen. Wenn Kinder den Weg kennen, minimiert das die Gefahr. Wichtig ist es auch, den Kindern selbst ein Vorbild zu sein. Man sollte sich an die Verkehrsregeln halten, das heißt, die Ampel nur überqueren, wenn sie grün ist, auf dem Gehweg auf der richtigen Seite gehen, nach links und nach rechts schauen, bevor man eine Straße überquert. Wenn man die Kinder mit dem Auto zur Schule bringt, bedeutet das, dass man nur dort hält, wo man halten darf, dass die Kinder und Eltern angeschnallt fahren und sich erst dann abschnallen dürfen, wenn das Auto hält und dass man die Kinder auf der Gehwegseite und nicht auf der Straßenseite aussteigen lässt.

Auf Kinderhilfsinseln aufmerksam machen

OP: Was sind typische Gefahrenstellen für Kinder auf dem Schulweg?
Ahlich: Gefahrenstellen sind zum Beispiel schmale Gehwege, unübersichtliche Kreuzungen und Einmündungen oder Grundstücksein- und Ausfahrten. Grundsätzlich gilt, dass der kürzeste Weg nicht immer der sicherste Weg ist. Wenn man zum Beispiel die Straße überqueren muss, ist der wichtigere und sicherere Weg, die Straße über den Zebrastreifen oder da zu überqueren, wo eine Ampel steht. Wichtig ist auch, Kinder auf ausgewiesene Kinderhilfsinseln aufmerksam zu machen, wo sie Hilfe bekommen, wenn sie zum Beispiel furchtbare Bauchschmerzen haben oder meinen, sie seien in Gefahr. Wenn es auf dem Schulweg keine Hilfsinseln gibt, kann man ihnen auch beibringen, in ein Geschäft zu gehen und dort um Hilfe zu bitten oder einfach an einem Wohnhaus zu klingeln.

OP: Sollten Kinder lieber alleine oder in einer Gruppe zur Schule gehen?
Ahlich: Grundsätzlich sollten sie lieber in einer Gruppe gehen. Da das aber nicht immer möglich ist, ist es wichtig, dass jedes Kind den Schulweg auch alleine gehen kann. Man muss die Kinder zu Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen erziehen – das gilt auch im Straßenverkehr.

von Ruth Korte

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