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Auf die höchsten Häuser Deutschlands

Wolkenkratzer-Festival Auf die höchsten Häuser Deutschlands

Zwischen den Hochhäusern von "Mainhatten" werden unter anderem Nena und die "Neue Philharmonie Frankfurt" auftreten.

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Etwa zwanzig Minuten, bevor Pendler den Hauptbahnhof in Frankfurt erreichen, haben sie schon die Skyline vor Augen. Doch nur wenige kommen im Alltag in die Wolkenkratzer hinein. Am 25. und 26. Mai gibt es eine gute Chance.

Quelle: Frank Rumpenhorst

Marburg. Wer sich vom Norden her Frankfurt nähert, sieht sie schon zwanzig Minuten vor der Ankunft: Die Skyline mit den höchsten Häusern Deutschlands. Frankfurtern geht bei dem Anblick das Herz auf. Bahn-Pendler wissen, dass sie bald ihr Buch weglegen müssen, Auto-Pendler, dass sie gleich im Stau stehen.

Christoph Stotmeister fährt jeden Morgen mit dem Zug nach Frankfurt, wo er als Spieletester bei Nintendo arbeitet. „Wenn morgens die Sonne scheint, ist die Skyline imposant“, findet der 29-Jährige. Meistens nehme er sie inzwischen aber kaum noch wahr.

Alle sehen die Hochhäuser, aber nur wenige sind schon einmal drin, besser gesagt, auf einem drauf gewesen. Doch am 25. und 26. Mai hat die Frankfurter Skyline Tage der offenen Tür. Zum fünften Mal können Bürger auf die obersten Etagen von 18 Frankfurter Hochhäusern fahren und den Ausblick genießen.

Einer derjenigen, die auch an anderen Tagen in die Hochhäuser kommen, ist Robert Kästle. Der Informatiker arbeitet bei der Commerzbank. Da kommt es schonmal vor, dass er im 30. Stockwerk, nur durch Fensterglas vom Abgrund getrennt, seine Projekte bespricht. „Das ist dann schon ein irres Gefühl“, sagt der 54-Jährige. Er fährt jeden Morgen von Niederweimar nach Frankfurt zur Arbeit. In den drei Stunden, die er täglich im Zug verbringt, konzentriert sich Kästle auf seine Bücher. Dass vor den Fenstern irgendwann Messeturm, Ginnheimer Spargel und Eurotower erscheinen, nimmt er kaum noch war.

Die Aufzüge setzen den Superlativen Grenzen

Dafür fallen ihm jetzt auch die Nachteile der Hochhäuser auf: „Wenn wir weit oben konferieren, reicht eine halbe Stunde kaum aus, um auf der Straße etwas zu Mittag zu essen.“ In der Mittagszeit warte man nämlich besonders lange auf die Aufzüge. Die Kapazität der Aufzüge wird den Superlativen auch beim Wolkenkratzer-Festival Grenzen setzen: Mehr als eine Millionen Besucher werden erwartet, die Organisatoren geben aber nur 80000 Tickets aus. Doch wer sich rechtzeitig drum kümmert, hat gute Chancen, auf eines der Hochhäuser zu gelangen (Tickets siehe Kasten).

Auch für den Marburger Geographiestudenten Gerd Weckenmann ist das die Chance auf einen Perspektivwechsel. „Als ich vor drei Jahren in Frankfurt anfing zu arbeiten, wollte ich am liebsten in einen der Bürotürme. Aber das hat nicht ganz funktioniert.“ Zurzeit schaut der 27-Jährige dreimal in der Woche aus dem fünften Stockwerk einer Immobilienberatung auf die Skyline.

Auf dem Festival gibt es allerdings noch mehr zu erleben, als die Wolkenkratzer. Zwischen den Hochhäusern finden auf dem der fünf Kilometer langen Wolkenkratzer-Parcours Konzerte statt. Nena tritt am Samstagabend (25. Mai) auf, aber auch die „Neue Frankfurter Philharmonie und das Ensemble „Bolero Berlin“ geben Konzerte.

Basejumper werden mit Fallschirmen von den Hochhäusern springen. An der Wand eines Hochhauses wird in der Vertikalen ein Fußballspiel ausgetragen und Besucher können auch aktiv werden: In Ultraballs einer Art aufgeblasenem Rhönrad-Ball können sie durch die Stadt rollen. Es soll ein Wolkenkratzer-Tetris und eine Skyline-Nachbildung aus Lego geben.

Der österreichische Extremsportler Reinhard Kleindl plant zwischen den ganzen Highlights einen Weltrekord aufzustellen. In 185 Metern Höhe will er auf einem Gurtband zwischen zwei Terrassen des Tower 185 balancieren und - wie es auf den so genannten Slacklines in Bodennähe üblich ist - auch springen und sich hinsetzen.

Wegen der Hochhäuser wird Mareike Dzubia aus Amöneburg nicht nach Frankurt fahren. Sie hat früher selbst in einem gearbeitet und damals mit Kollegen sogar auf der Dachterrasse gegrillt. Jetzt arbeitet sie näher am Amöneburger Eigenheim in Gießen. Die Frankfurter Hochhäuser erinnern die 31Jährige vor allem an eines: „Oh Gott, gleich kommt der Stau!“

So kommen Sie an die Karten
Die kostenlosen Karten gibt es ab 24. April um 7 Uhr morgens unter www.wolkenkratzer-festival.de. Jedes Ticket ist nur für ein Hochhaus an einem Datum zu einer bestimmten Uhrzeit gültig. Haus, Tag und Uhrzeit sind nach Verfügbarkeit frei wählbar. Zunächst sucht sich der Besteller ein Hochhaus aus, wählt dann den Tag und die Uhrzeit aus. Sind alle Tickets für ein Zeitfenster vergeben, ist dieses auch nicht mehr wählbar. Die Tickets werden der Reihe nach entsprechend der Anfrage solange vergeben, bis alle Tickets weg sind. Pro Person können maximal vier Tickets bestellt werden. Jedes Ticket wird persönlich mit Namen des Ticketinhabers ausgestellt. Dies gilt auch für die Begleiter des Ticketbestellers: für jedes Ticket muss der Name eingegeben werden. Kinder bis 6 Jahre benötigen kein Ticket. Pro berechtigter Begleitperson kann maximal ein Kind ohne Ticket mitgebracht werden. Die Tickets werden nach der Bestellung per Post versendet. Die Zustellung der Tickets kann bis zu drei Wochen dauern.

von Thomas Strothjohann

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