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Auf der Spur der CIA-Proteine

Schlüsselprozesse des Lebens Auf der Spur der CIA-Proteine

Forscher der Zellbiologie an der Uni Marburg um Professor Roland Lill erhalten Fördergeld in Höhe von einer Million  Euro aus dem Koselleck-Programm.

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Die Forschung im Labor (großes Bild) von Professor Roland Lill (kleines Bild) werden mit einer Million Euro gefördert.

Quelle: Rolf Wegst/Uni Marburg

Marburg. Eine Forschungsgruppe an der Marburger Universität will den Schlüsselprozessen des Lebens auf die Spur kommen. Dafür untersucht das Team um Professor Roland Lill, den Leibniz-Preisträger und Leiter des Marburger Instituts für Klinische Zytobiologie und Zytopathologie, auf molekularer Ebene, wie in bestimmte Proteine die sogenannten Eisen-Schwefel-Cluster eingebaut werden. Dies teilte die Pressestelle der Marburger Universität jetzt mit. Diese Proteine sind an der Energiegewinnung, der Proteinsynthese  sowie der DNA-Synthese und -Reparatur beteiligt – also an essentiellen Zell- und damit Lebensprozessen.

Zur weiteren Erforschung dieser lebenswichtigen Prozesse erhielt Biochemiker Lill jetzt im Rahmen der Reinhart-Koselleck-Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für die nächsten fünf Jahre eine Förderung von einer Million Euro. „Für die Bildung dieser für die Zellen lebenswichtigen Eisen-Schwefel-Verbindungen im Cytosol, das ist die lösliche Grundsubstanz im Zellinnern, ist eine komplexe Abfolge biochemischer Reaktionen notwendig“, erklärt Roland Lill. Das Zusammenwirken dieser einzelnen Proteine bei der Eisen-Schwefel-Proteinbildung gleiche den Produktionsabfolgen in einer komplizierten Maschine. Daher prägten Lill und sein Team den Begriff „CIA“ für diese „Cytosolische Eisenschwefel-Protein-Assemblierungsmaschinerie“.

Die Forscher um Lill identifizierten bisher elf sogenannte CIA-Proteine. „Wie diese Proteine genau arbeiten, wissen wir noch nicht und wollen es deshalb im Rahmen der Koselleck-Förderung herausfinden“, sagt Lill. In den nächsten fünf Jahren will er mit seinem Team die molekularen Mechanismen von drei CIA-Komplexen mit insgesamt sieben Proteinen erforschen.

Dazu sollen die dreidimensionalen Strukturen der CIA-Komplexe bestimmt und deren genaue biochemische Funktion aufgeklärt werden.

Das nach dem deutschen Historiker Reinhart Koselleck (1923 bis 2006) benannte Programm ist ein Förderinstrument der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Mit diesem Programm soll durch besondere wissenschaftliche Leistungen ausgewiesenen Wissenschaftlern die Möglichkeit zu besonders innovativen oder im positiven Sinn risikobehafteten Projekten  eröffnet werden.

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