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Auf dem Marktplatz kostenlos ins Internet

"Hotspot" Auf dem Marktplatz kostenlos ins Internet

Wer die Oberstadt besucht, kann künftig nicht mehr nur einkaufen und essen gehen, sondern auch seine Mails checken, Nachrichten lesen oder auf Facebook surfen. Die OP hat erste Reaktionen gesammelt.

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Sie testeten das „City Wifi“ am ersten Tag gleich mal aus (von links): Stefan Koch, Markus Scholz und Rainer Kühne.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. „Cool“, sagen Mahmoud und seine Schulfreunde im Chor. Die fünf Siebtklässler der Martin-Luther-Schule stehen auf dem Marktplatz und haben gerade den frisch installierten Hotspot ausprobiert. Alle ihre Smartphones haben die Verbindung zum City-Wifi sofort gefunden. Mahmoud findet es praktisch „für alle, die im Internet was ausprobieren oder nachgucken wollen“. Auch auf dem Handy der 24-jährigen Sandra steht die Verbindung auf Anhieb. „Ich glaube nicht, dass ich es nutzen werde“, vermutet die Studentin. „Alle wichtigen Dinge regel ich normalerweise an meinem Computer von zuhause aus.“

An die 200 Menschen können das WLAN auf dem Marktplatz gleichzeitig nutzen. Die Verbindung reiche bis in die Nebenstraßen des Marktplatzes. „Die Häuser drumherum dämpfen die Verbindung natürlich“, erklärt Stadtwerke-Geschäftsführer Rainer Kühne.

Freies WLAN soll den Einzelhandel unterstützen

Deshalb haben die Stadtwerke den Gewerbetreibenden, Hotels und Banken in der Oberstadt angeboten, sich von ihnen einen Zugang zum City-Wifi einrichten zu lassen, damit sie wiederum ihren Kunden einen kostenlosen Internetzugang ermöglichen können. Damit wollen die Stadtwerke aktiv den Einzelhandel unterstützen.

„Die Anmeldung ist kinderleicht. Das gesamte Internet erschließt sich den Bürgerinnen und Bürgern nach einer schnellen und unkomplizierten Anmeldung mit Angabe einer E-Mail-Adresse“, erklärt Kühne (siehe auch Hintergrund). Auch ohne Angabe der E-Mail-Adresse kann das Internet für zwei Stunden genutzt werden.

Der Haken: In diesem Fall stehen den Nutzern nur die Seiten der Stadt Marburg und der Stadtwerke zur Verfügung. Wer auf anderen Seiten surfen will, muss bei der Anmeldung also seine E-Mail-Adresse angeben.

„Wir werden die Nutzer nicht mit Werbung vollspammen und ihre Daten auch nicht an Dritte weitergeben“, verspricht Projektleiter Stefan Koch. Die E-Mail-Adressen dienen lediglich statistischen Erhebungen für das Stadtmarketing - zum Beispiel bei der Frage, welche Seiten am meisten aufgerufen werden. Dabei interessiere jedoch eher das „was“ als das „wer“, so Koch.

Stadtwerke haben rund 15 000 Euro investiert

Wie ist es generell um die Sicherheit bestellt? „Wir bewegen uns auf sicherem Terrain“, sagte Bürgermeister Franz Kahle in der Eröffnungsrede des Hotspots auf dem Marktplatz. Doch was steckt dahinter? Als Betreiber des öffentlichen WLAN-Netzes kooperieren die Stadtwerke mit dem Kölner IT-Dienstleister Quality Service Communication (QSC). „QSC sorgt für den Datenschutz und auch dafür, dass man gewisse Seiten nicht aufrufen darf“, versichert Kühne. „Sie sind also quasi das Sieb.“

Laut einer Studie des Industrieverbands eco kommen hierzulande gerade mal zwei Hotspots, also Internetzugriffspunkte, auf 10000 Einwohner. Bei den Industrienationen sei nur noch in Japan, Russland und China die Abdeckung schlechter. Die Stadtwerke Marburg gehen jetzt einen „innovativen Schritt“, den zuletzt auch Amöneburg gegangen ist (die OP berichtete). Seit gestern stellen sie den Marburgern auf dem Marktplatz ein öffentliches WLAN zur Verfügung. Rund um die Uhr können sie sich kostenlos ins City-Wifi einloggen und lossurfen. Dafür haben die Stadtwerke rund 15000 Euro investiert. „Das Ganze funktioniert mit einer Spitzengeschwindigkeit von 200 Mbit/s. Eine schnellere Verbindung finden Sie im gesamten Landkreis nicht“, freut sich Kühne.

Weitere Hotspots in der Innenstadt geplant

Mit dem Pilotprojekt am Marktplatz wollen die Stadtwerke erst einmal „Erfahrungen sammeln“. Geplant sei aber schon ein weiterer Hotspot am Bahnhofsvorplatz und einer in der Stadthalle. Längerfristig wird zudem der Ausbau des Internetangebots im öffentlichen Nahverkehr angedacht. Dort sollen Hotspots an Haltestellen im Liniennetz installiert werden, wo Fahrgäste lange Wartezeiten haben, wie etwa am Hanno Drexler Platz oder am Südbahnhof.

von Ruth Korte

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