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Auf Zeitreise durch das eigene Leben

Hilfe für Alte Auf Zeitreise durch das eigene Leben

Um den Bewohnern des DRK Altenwohn- und Pflegeheim zu zeigen, dass sie Teil der Gesellschaft und nicht abgeschoben sind, sprachen Altenpflegeschüler mit ihnen über ihr Leben.

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Im Gespräch mit den Altenpflegeschülern Laura und Jan berichteten Susi Rosenträger und Getrum Meckintosch aus ihrem LebenFoto: Matthias Weber

Marburg. Es sollte keine Bespaßung sein, kein einfaches Kaffee trinken und Kuchen essen. Man wolle den Leuten zeigen, dass man sich für sie interessiert.

Aus diesem Grund veranstaltete Altenpflegeschüler der Arbeiterwohlfahrt Marburg-Biedenkopf (AWO) in gemütlicher und lockerer Atmosphäre eine Gesprächsrunde mit Bewohnern des Altenwohn- und Pflegeheims des Deutschen Roten Kreuzes.

„Es handelt sich hierbei um ein Projekt , dass jede Klasse im Rahmen ihrer Ausbildung absolvieren muss. Wir hätten auch eine Umfrage machen können, aber wir wollten etwas mit Altenheimbewohnern unternehmen. Die Leute genießen es, wenn man ihnen zuhört“, sagte die Schülerin Ulrike Mempel.

Unter dem Motto „Zeitreise durchs Leben“ berichteten die Bewohner aus ihrem Leben, was sie in ihrer Kindheit gemacht haben, wie alt man sich fühle, ob man zufrieden sei und was man eventuell in der Zukunft noch vor habe.

Die 76-jährige Susi Rosenträger aus der Schweiz ist 1989 der Liebe wegen nach Deutschland gekommen. Die ehemalige Grundschullehrerin sei sehr viel gereist und hat als Au-pair-Mädchen eine lange Zeit in England, Frankreich und Italien gelebt. Ihr Wunsch ist es, einmal nach Prag zu fahren, weil sie dann alle großen, europäischen Hauptstädte gesehen hätte.

„Ich fühle mich noch nicht so alt. Ich wäre gern noch einmal 50 Jahre alt und für die Zukunft wünsche ich mir, dass auf der Welt Frieden herrscht“, sagte Rosenträger.

Die 91-jährige Getrum Meckintosch blickt dagegen auf ein ziemlich anstrengendes Leben zurück, das sie in verschiedene Länder quer über den Globus geführt hat.

„Ich würde gern öfters meine Kinder sehen, obwohl wir fast jeden Tag telefonieren. Alle meine Freunde und Verwandte sind bereits gestorben und auch ich würde gern bald sterben“, sagte Meckintosch.

Heinrich Oberbeck, 74, lebt seit fünf Jahren im Altenpflegeheim des DRK.

„Ich bin sehr zufrieden mit dem Heim. Meine vier Enkel kommen mich auch immer mal besuchen“, sagte Oberbeck.

Der ehemalige Isolierer war verheiratet und hat eine Tochter. In seiner Kindheit hat er viel Fußball gespielt.

Die Altenpflegeschüler der AWO-Schule wollen damit Teamfähigkeit und Kreativität fördern, weil dies in ihrem Beruf sehr wichtig sei.

Für die Bewohner wird am Mittwoch als Dank ein Fest veranstaltet, bei dem sie ihre Lebensgeschichte als Dokument ausgefertigt bekommen.

von Matthias Weber

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