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Auf Luthers Spuren wandeln

Reformationsjubiläum Auf Luthers Spuren wandeln

Für die Planung des Kultur-Angebots in Marburg ist das Forum „Luther 2017“ federführend, das jetzt im Rathaus zusammenkam.

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Klaus Hövel (von links), Karin Stichnothe-Botschafter und Richard Laufner stellten die Planung vor.

Quelle: Benjamin Kaiser

Marburg. 2017 jährt sich zum 500. Mal ein historisches Ereignis von Weltformat: 1517 formulierte Martin Luther 95 theologische Thesen, die den Anstoß zur Aufspaltung zwischen Katholiken und Protestanten gaben. Marburg war eines der Zentren der Reformation.

Das Luther-Jahr will gut geplant sein. Für Koordination und Organisation zeichnet der Fachdienst Kultur verantwortlich. Karin Stichnothe-Botschafter und Dr. Richard Laufner stellten mit Klaus Hövel, Geschäftsführer der „Marburg Stadt + Land Tourismus GmbH“, die bisherige Planung vor.

Luther war 1529 sogar höchstpersönlich in Marburg. „Wir wissen, wo er überall war und wollen die Besucher auf seinen Spuren wandeln lassen“, sagt Laufner.

Doch nur mit speziellen Luther-Stadtführungen wolle man sich keineswegs zufrieden geben. So solle es auch Theater-, Kunst-, Musik- und Museumsangebote geben. „Hoffentlich wird die Stadthalle rechtzeitig fertig“, sagt Stichnothe-Botschafter.

„Es werden viele ausländische Gäste nach Deutschland kommen. Das ist eine tolle Gelegenheit, unsere schöne Stadt zu präsentieren“, erklärt Laufner. Dabei setzt der Fachdienst Kultur auf die enge Zusammenarbeit mit Hövel und seinen Mitarbeitern. „Unsere Arbeit ist nicht am 31. Dezember 2017 vorbei. Vielmehr sehen wir 2017 als Startschuss für den Aufbau eines nachhaltigen Luther-Programms. Die Besucher sollen ja schließlich wiederkommen und Marburg empfehlen“, erklärt Hövel.

Unter anderem beteiligen sich historisch interessierte Einzelpersonen, verschiedene Institute der Philipps-Universität, das Marburger Staatsarchiv und natürlich die evangelische Kirche an der Planung. Alle Institutionen waren im Rathaus vertreten - insgesamt rund 40 Teilnehmer. Doch es zeigen sich nicht alle von dem Großprojekt 2017 begeistert. Ein Veranstaltungsteilnehmer hielt es für „völlig falsch“, Luthers Werk zu feiern. Dies begründete er unter anderem damit, dass der Reformator bekennender Antisemit gewesen sei. Toleranz gegenüber anderen Konfessionen war sicher nicht Luthers Stärke. „Da rennen Sie bei uns offene Türen ein. Niemand ist mit Luther kritischer als wir“, betont Burkhard zur Nieden, Dekan des Stadtkirchenkreises Marburg.

Einen Überblick zur bisherigen Planung gibt es auf www.marburg.de unter „Tourismus und Kultur“.

von Benjamin Kaiser

Hintergrund: Marburg ist „Reformationsstadt Europas“. Diesen Titel hat die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) mit Sitz in Wien der Universitätsstadt mit Blick auf das 500. Jubiläum der Reformation verliehen. Eine entsprechende Urkunde erhielt Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) jetzt von GEKE-Generalsekretär, Bischof Dr. Michael Bünker.

Damit gehört Marburg zum europaweiten Netzwerk der insgesamt 42 „Reformationsstädte“ in 9 Ländern Europas, davon 21 in Deutschland. Die Stadt an der Lahn wird unter anderem am 7. Mai 2017 eine Etappe auf dem „Europäischen Stationenweg“ sein.

Weitere Informationen zu den Reformationsstädten unter www.reformation-cities.eu

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