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Audienz beim Insel-Präsidenten

Studienreise der Konfliktforscher Audienz beim Insel-Präsidenten

Eine zweiwöchige Studienfahrt nach Palau unternahm der Sozialwissenschaftler Dr. Wolfgang Form mit einer Gruppe von Studierenden der Friedens- und Konfliktforschung der Uni Marburg.

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Dr. Wolfgang Form (Zweiter von links) besuchte mit Studierenden in Palau auch Tommy Remengesau, den Präsidenten (vordere Reihe Mitte) des in der Südsee gelegenen Inselstaates.

Quelle: Privatfoto

Marburg. Palau ist eine ehemalige deutsche Kolonie in der Südsee. Mit Beginn des Ersten Weltkrieges fiel das Territorium an Japan, das es bis zum Zweiten Weltkrieg als Völkerbundmandat verwaltete. Dann übernahm die USA die Mandatschaft der Vereinten Nationen. „Nach einer nicht ganz problemlosen Übergangszeit seit den späten 1970er-Jahren wurde Palau als letztes UN-Mandatsgebiet 1994 selbstständiger Staat - also einer der ganz jungen Nationen der Welt“, erläutert der Marburger Sozialwissenschaftler Dr. Wolfgang Form, der die Studienfahrt leitete.

Mit Deutschland verbinde Palau immer noch eine gemeinsame Geschichte.

Im Verlauf der Studienfahrt hatte die Gruppe auch eine Audienz beim Präsidenten des Inselstaates, Tommy Remengesau, Jr. Der deutsche Honorarkonsul, Thomas Schubert, ermöglichte dieses und weitere Treffen und begleitete die Gruppe über weite Strecken.

Schwerpunkt: Klimaveränderungen in der Pazifik-Region

Eine der Schwerpunkte der Erkundungen der Konfliktforscher vor Ort betraf die Klimaveränderung, von der die Pazifik-Region besonders betroffen ist. „Der Präsident Palaus war eine zentrale Figur beim Pariser Klimagipfel im Dezember 2015“, erinnert Wolfgang Form. Die Marburger besuchten eine Reihe von regionalen Organisationen wie das „Palau Marine Saktionary“, eine staatliche Stelle, die 85 Prozent des palauanischen Seegebietes als Schutzgebiet verwaltet. Hier darf keinerlei kommerzieller Fischfang betrieben werden. Dabei handelt sich um eine Fläche von der Größe Frankreichs. Palau habe zudem das erste Haischutzgebiet der Welt eingerichtet, berichtet Form. Die Regierung reagiere damit auf das tausendfache Abschlachten von Haien, nur um deren Flossen auf den vor allem asiatischen Märkten zu verkaufen.

Von besonderem Interesse für die Besucher von der Marburger Universität war das traditionelle Clan-System. Parallel zum demokratisch gewählten Präsidenten gibt es in jeder Gemeinde ein oder mehrere Großfamilien (Hamlets), die in der Regel bis zu 10 „Chiefs“ haben. Besonders spannend aus westlicher Sicht: Die Chiefs werden von der Frauenversammlung gewählt. „Palau ist eine matrilineare Gesellschaft, Frauen haben einen sehr hohen Stellenwert“, erläutert der Marburger Sozialwissenschaftler. „Besitz und Vererbung laufen ausschließlich über die Mütterlinie. Für uns sehr interessant zu erfahren war, wie sich die beiden Systeme ergänzen und welche Probleme auftreten“.

Um das genauer zu erkunden, habe es mehrere Gespräche mit Chiefs und Frauenaktivistinnen gegeben.

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