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Auch vom Krankenbett ins Internet

W-LAN am UKGM Auch vom Krankenbett ins Internet

Das Internet pausiert nie. Und Patienten auf Krankenstationen wollen, sofern es ihre Gesundheit zulässt, auch nicht offline bleiben. Die Krankenhäuser reagieren auf die wachsende Nachfrage.

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Im Uniklinikum Marburg wird stufenweise W-LAN-Empfang für Patienten eingeführt. Im Gießener Uniklinikum gibt es diesen Service bereits.

Quelle: Foto: Thorsten Richter

Marburg. Die Nutzung des Internets ist heute von großer Bedeutung, da dort immer mehr Geschäfte und Einkäufe abgewickelt werden. Viele Kliniken in Hessen bieten deshalb seit kurzem freies WLAN auch für Patienten, deren Angehörige, Studenten, Mitarbeiter und Besucher an.

Das Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) will alle Häuser mit kostenlosem WLAN ausstatten. Frank Steibli, Pressesprecher des UKGM, bestätigt, dass stufenweise sowohl Gießen als auch Marburg komplett mit freiem WLAN ausgestattet werden sollen. Am Universitätsklinikum Gießen gibt es bereits im Hauptgebäude freies WLAN, in Marburg noch nicht. Man hoffe, so Steibli, dass dies bis Ende 2016 komplett umgesetzt werden kann.

Die Patienten des Diakoniekrankenhauses Marburg- Wehrda können hingegen kein freies WLAN nutzen, da die Kosten für die Absicherung zu hoch sind, erklärt Bernd Wick, Leiter der IT-Abteilung des Diakoniekrankenhauses in Wehrda.

Dieser Meinung sind andere Krankenhäuser ganz und gar nicht. In Heidelberg und an den beiden Main-Kinzig-Kliniken in Gelnhausen und Schlüchtern ist freies WLAN schon eingeführt, die Erfahrungen sind positiv. Pressesprecherin Alexandra Pöhl von den Main-Kinzig-Kliniken, sagt: „Die Patienten nehmen das freie WLAN sehr gut an. Die Zugriffszahlen steigen immer weiter.“

Kostenfrei ins deutsche Festnetz

Die Benutzung gestaltet sich zudem keineswegs kompliziert. Es gibt nur sehr wenige Rückfragen, was darauf schließt, dass die Anwender sehr gut mit der Technik zurechtkommen, führt Pöhl weiter aus. Zur Benutzung benötigt man ein WLAN-fähiges Gerät, wie beispielsweise einen Laptop oder ein Smartphone und dazu noch ein Handy, auf das die Zugangsdaten per SMS geschickt werden. Wie die Universitätsklinik Heidelberg auf ihrer Internetseite mitteilt, wird durch eine Registrierung der Nutzer der Missbrauch durch strafbare, zum Beispiel rechtsradikale, gewaltverherrlichende oder pornographische Inhalte verhindert.

Des Weiteren können dort stationär aufgenommene Patienten sogar kostenfrei ins deutsche Festnetz telefonieren. Um sicher zu gehen, dass auf dem kompletten Klinikumsgelände perfekter Empfang herrscht, wurden insgesamt 1000 Hotspots installiert.

Das Anmeldeverfahren für Nutzer des kostenfreien WLAN entspricht dem der Kliniken Heidelberg, Gelnhausen und Schlüchtern.

HINTERGRUND

Noch immer halten sich die Gerüchte, dass medizinische Geräte durch Handystrahlungen geschädigt werden können. In der Vergangenheit war die Nutzung von Handys und WLAN fähigen Geräten wie Smartphones oder Laptops in Krankenhäusern in der Tat oft nicht gestattet. Diese Zeiten sind jedoch vorbei. Das Universitätsklinikum Gießen hat Tests durchgeführt, welche als Ergebnis gebracht haben, dass Mobiltelefone erst ab etwa einem Meter Entfernung medizinische Geräte in ihrer Funktion beeinträchtigen. Viele andere Tests kamen zu dem gleichen Ergebnis. So führte beispielsweise an der Mayo Clinic von Rochester in den USA der Forscher Jeffrey Tri 300 Versuche durch, bei denen kein einziges medizinisches Gerät Schaden nahm.

von Manuel Zimmermann

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