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Auch die Marburger Mumie zieht um

Völkerkundliche Sammlung Auch die Marburger Mumie zieht um

Die Völkerkundliche Sammlung zieht aus: Rund 5000 Exponate müssen für den Transport in Kartons gepackt werden.

Marburg. Filigran gestaltete bunte Keramik-Figuren der Purhépecha aus Mexiko, Masken der Canela aus Brasilien oder eine Sammlung von Pfeilen aus Südamerika: das sind nur einige der vielfältigen Exponate, die die Völkerkundliche Sammlung der Universität beherbergt. Jetzt müssen alle 5000 Exponate - Objekte und Bilder - für den Umzug fein säuberlich eingepackt werden. Denn im Zuge der Aufgabe von Streulagen in der Stadt gibt die Uni-Leitung bekanntlich auch das Kugelhaus auf, das sich in der Oberstadt direkt neben der katholischen Kugelkirche befindet. Dort war die Völkerkundliche Sammlung seit 1971 zusammen mit dem Völkerkundlichen Institut (heute Fachgebiet Kultur- und Sozialanthropologie) untergebracht.

Der Umzug bedeutet eine enorme organisatorische und logistische Herausforderung. „Da müssen wir jetzt durch“, sagt Dr. Dagmar Schweitzer de Palacios, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Kultur- und Sozialanthropologie, die zusammen mit der studentischen Hilfskraft Franziska Teuber alle Objekte sichtet und verpackt, bevor diese dann von einer in solchen Transporten erfahrenen Firma abgeholt werden. Umziehen muss auch die auf das Jahr 100 v. Chr. datierte Marburger Mumie. Die in einer Glasvitrine liegende Mumie stammt aus Ägypten und kam über den Umweg Wiesbaden in den 60er Jahren nach Marburg. Der Zielort für die Sammlungsobjekte ist die ehemalige Uni-Wäscherei neben der Waggonhalle. Dort befinden sich bereits Atelier-Räume des Uni-Instituts für Grafik und Malerei. Jetzt soll dort im ersten Stockwerk auch noch die Völkerkundliche Sammlung untergebracht werden, und es wird ein Seminarraum eingerichtet. „Wir hoffen, dass die Sammlung so für die Lehre besser zugänglich wird und dass die Forschung dort besser stattfinden kann“, erläutert Schweitzer de Palacios. Denn im altehrwürdigen und renovierungsbedürftigen Kugelhaus gab es nicht mehr genügend Lagerraum für die größer gewordene Sammlung. „Wir sind froh, dass wir jetzt die Möglichkeit der Unterbringung in der alten Wäscherei haben“, sagte Uni-Vizepräsident Professor Joachim Schachtner. Die Kosten für Umzug und Ausstattung der neuen Räumlichkeiten bezifferte er auf rund 100000 Euro. Die Völkerkundliche Sammlung dient als Lehrsammlung unter anderem dazu, Studierende in der Museumsarbeit auszubilden.

Die Sammlung wird allerdings getrennt von den Räumen des Fachgebiets. Die bislang letzte Ausstellung der Völkerkundlichen Sammlung mit dem Thema „Mythen, Macht und Maskeraden“ wurde am 16. Juli abgebaut. Aber auch nach dem Auszug soll es ab dem Wintersemester weiterhin Ausstellungen geben, und zwar in einem eigens dafür eingerichteten Ausstellungsraum in den neuen Räumen des Fachgebiets Kultur- und Sozialanthropologie in der alten HNO-Klinik in der Deutschhausstraße.

von Manfred Hitzeroth

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