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Auch Kuscheltiere haben Wehwehchen

Teddyklinik Auch Kuscheltiere haben Wehwehchen

Rund 700 Kinder kamen mit ihren liebsten Stofftieren in die Sprechstunde der Teddyklinik. Seit 13 Jahren behandeln Medizinstudenten die Verletzungen und Krankheiten der Kuscheltiere.

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Eine Ärztin der Teddyklinik näht einem Stofftier unter Narkose das abgetrennte Ohr wieder an, aufmerksam beobachtet von der kleinen Besitzerin.

Quelle: Lisa Scholz

Marburg. Das Angebot ist toll für beide Seiten: „Die Studenten können den Umgang mit den kleinen Patienten lernen und die Kinder können langsam an den Arztbesuch herangeführt werden“, erklärte Eva Becker, Organisatorin der Teddyklinik Marburg. Auch Oberbürgermeister Egon Vaupel weiß den Nutzen für die Medizinstudenten zu schätzen: „Das kann man nicht im Hörsaal lernen.“

Die Teddyklinik Marburg ist ein gemeinnütziger Verein, der Kindern die Angst vor Operationen, Zahnarztterminen oder Spritzen nehmen will. Dazu kann jedes Kind mit seinem kranken Kuscheltier in die offene Sprechstunde kommen und auch Kindergartengruppen bringen ihre Patienten mit. „Es gab zwar ein paar Absagen, aber trotz Streik kommen viele Kindergärten zu uns“, erzählte Eva Becker. Wie bei einem „echten“ Arztbesuch melden sich die Kinder an und warten darauf, bis sie und ihr Stofftier an der Reihe sind. Die Wartezeit wird ihnen aber mit Popcorn versüßt, sie können mit Bauklötzen spielen oder sich auf Spielautos austoben.

Außerdem wartet ein Rettungswagen, den die Kinder zusammen mit den Sanitätern erkunden können.

Ob Bauchschmerzen, Zahnschmerzen oder Knochenbruch - alle Wehwehchen der Kuscheltiere behandeln die Teddydoktoren. Gemeinsam mit den Kindern röntgen sie die Patienten oder machen einen Ultraschall. Zur Not wird auch ein kaputtes Ohr angenäht - natürlich unter Narkose.

Nach der Behandlung geht es in die Teddyapotheke. Dort werden Rezepte eingelöst für Wärmflaschen, Spielzeug, Süßigkeiten oder Pfefferminztee. Und was die Teddyklinik besonders gerne verschreibt, ist die Kuscheltherapie.

„Das ist toll, wie sie das machen“, freute sich Professor Carsten Culmsee, Prodekan des Fachbereichs Pharmazie. Oberbürgermeister Vaupel lobte auch die Arbeit, die hinter der Veranstaltung steckt: „Danke an das Team. Das ist eine tolle Geschichte. Die strahlenden Augen der Kinder sind Lohn für die Arbeit.“

Schirmherren der Teddyklinik Marburg sind neben Oberbürgermeister Vaupel und dem Prodekan Professor Carsten Culmsee der Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin Marburg Professor Rolf Maier und der Studiendekan des Fachbereichs Medizin Professor Klaus Klose.

„Besonderer Dank gilt auch den Sponsoren sowie dem Deutschen Roten Kreuz und den Johannitern, die mit ihren Krankenwagen vor Ort dabei sind“, sagt Becker.

Bisher hat die Teddyklinik im Rathaus stattgefunden. Aufgrund der diesjährigen Oberbürgermeister-Wahlen verlegte das Organisationsteam die Teddyklinik in das Hörsaalgebäude der Philipps-Universität in der Biegenstraße.

von Lisa Scholz

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