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Auch Eisenacher feiern die Vielfalt

Nationalfeiertag Auch Eisenacher feiern die Vielfalt

Die Einheitsfeier mit den Gästen aus Marburgs Partnerstadt Eisenach war dieses Mal verknüpft mit dem Fest zur kulturellen Vielfalt.

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Bunt und vielfältig wie diese Vorführung der Tanzsportgemeinschaft Marburg (großes Bild) war das Fest der kultu­rellen Vielfalt. Auch ukrainischen Tanz gab es zu bewundern.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Gleich drei verschiedene Varianten der deutschen Nationalhymne waren beim Festakt anlässlich des Einheitstages zu hören. Und das hatte seinen Grund: denn zum ersten Mal war die Marburger Einheitsfeier mit den Gästen aus der Partnerschaft Eisenach eingebettet in das vom Ausländerbeirat initiierte Fest der kulturellen Vielfalt. Und so spielten zunächst vier Kinder eines Streichquartetts der Marburger Musikschule die Hymne auf klassische Weise. Später folgte eine beschwingte, leicht schräge Swing-Variante durch die „Jazzrobots“. Schließlich zelebrierte die kurdisch-iranische Gruppe „Jouan“ die deutsche Hymne sehr andächtig und mit fast teutonischem Ernst.

Marburgs Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) philosophierte in seiner Festansprache über die Nationalhymne im Wandel der Zeiten sowie über den Sinn der darin enthaltenen Zentralbegriffe Einigkeit, Recht und Freiheit. Gleichzeitig begrüßte er besonders herzlich die Gäste aus Eisenach und versprach, dass die Städtepartnerschaft besonders intensiv gepflegt werden sollte.

„Die Würde des Menschen ist unantastbar“: Dieses Postulat aus dem Grundgesetz hatte sich Eisenachs Oberbürgermeisterin Katja Wolf (Die Linke) anlässlich des Tages der deutschen Einheit für ihre Ansprache zur Analyse vorgenommen. Sie machte deutlich, dass sie sich nicht an rechtsextreme Übergriffe und ausländerfeindliche Brandan­schläge gewöhnen wolle, Marburg und Eisenach würden jedoch beide hochgelobt für ihre Willkommenskultur. Nach 26 Jahren möchte Wolf nicht mehr auf die Unterschiede zwischen Ost und West schauen und anstelle von „Einheitsfrust“ vermehrt über gemeinsame Ziele nachdenken.

Die Einheitsfeier mit den Gästen aus Marburgs Partnerstadt Eisenach war dieses Mal verknüpft mit dem Fest zur kulturellen Vielfalt.

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Schon in den vergangenen sechs Jahren hatte der Ausländerbeirat jeweils am 3. Oktober gemeinsam mit dem Verein „Kultur und Kulturen“ und dem KFZ in der Schulstraße das Vielfaltsfest gefeiert. Das dortige Konzept wurde jetzt übertragen und funktionierte vor allem auf dem Vorplatz und in der Savignystraße schon sehr gut. Noch ausbaufähig war die Publikumsresonanz im großen Saal.

„Es ist großartig, dass wir zum ersten Mal gemeinsam feiern“, freute sich Goharik Gareyan-Petrosyan, Vorsitzende des Ausländerbeirats.

Die Festgäste konnten eine kulinarische Weltreise erleben: Von Ahlendorfs Bratwurst bis zu den Schaschlik-Spießen des armenischen Kulturvereins gab es unterschiedlichstes Essen zu genießen, darunter auch viele vegetarische Köstlichkeiten und leckere Nachspeisen. Zudem zeigten vor allem Tanzgruppen von Trachtentanz aus Wollmar über die deutsch-schwedischen Tänzer bis hin zu Gruppen aus Georgien und Eisenach, dass Bewegung zur Musik auf der ganzen Welt verbindet. „Die Vielfalt in der Stadt bereichert das Leben“, freute sich die Ausländerbeiratsvorsitzende über das Miteinan­der der Kulturen in Marburg.

Und wo blieb angesichts der Menge an internationaler Kultur die Städtepartnerschaft Marburg-Eisenach? Auch sie wurde künstlerisch gepflegt. Denn eine ganz besondere Partnerschafts-Ausstellung, die bereits am 3. Oktober 2015 in Eisenach gezeigt wurde, wurde gestern im zweiten Stock der Stadthalle präsentiert. Die bisher recht kahlen Foyer-Wände erhalten durch die teils großformatigen Gemälde einen angemessenen Schmuck. Die Eisenacher Künstlerin hatte bei einem Marburg-Aufenthalt Porträts von Marburgern gemalt, und im Gegenzug hatte der Marburger Künstler Richard Stumm im Anschluss an seinen Eisenach-Aufenthaltes die Geschichte des Eisenacher Hotels Fürstenhof künstlerisch aufgearbeitet. Bei beiden Projekten entdecke man ein Stück Verliebtheit in die jeweilige Partnerstadt, freute sich Eisenachs Oberbürgermeisterin. Katja Wolf bei der Vernissage.

von Manfred Hitzeroth

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