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Auch CDU für Parkhaus-Erweiterung

Verkehrspolitik Auch CDU für Parkhaus-Erweiterung

In einer wichtigen Frage der Marburger Verkehrspolitik deutet sich trotz fehlender Koalition eine Mehrheit an: den Ausbau-Überlegungen für das Parkhaus Pilgrimstein.

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So könnte ein „Anbau“ am Parkhaus Pilgrimstein aussehen. Im Vordergrund der Parkplatz am Brauereigelände, der inzwischen nicht mehr existiert.

Quelle: Archiv-Fotomontage: Thorsten Richter

Marburg. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Wieland Stötzel sagte der OP, seine Fraktion trete dem Antrag von SPD und Bürgern für Marburg „gerne bei“, in dem die Stadtwerke die Möglichkeit der Erweiterung prüfen sollen.
„Die Erweiterung des Parkraums in der Innenstadt fordert die CDU seit vielen Jahren“, erinnerte Stötzel.

Die CDU habe in einem Antrag von Mai 2015 zwar explizit eine Erweiterung des Parkhauses Pilgrimstein als eine Option genannt, der Antrag sei aber leider am 29.05.2015 in der Stadtverordnetenversammlung von SPD, Grünen, Linken und Piraten abgelehnt worden.

„Dass die SPD sich jetzt eines Besseren besonnen hat und sich für die Erweiterung des Parkhauses ausspricht, freut uns.“ Die Fraktionsvorsitzende der Bürger für Marburg (BfM), Andrea Suntheim-Pichler, freute sich diebisch über die neue politische Situation, in der die BfM eine Zählgemeinschaft mit der SPD bilden: „Von der Geisel der verfehlten Verkehrspolitik der Grünen befreit, kann man jetzt endlich den Blick nach vorne richten.“

Mit der Erweiterung des Parkhauses Pilgrimstein könne aber nur noch Schadensbegrenzung betrieben werden, da das seinerzeit geforderte unterirdische Parkhaus im Bereich Erwin-Piscator-Haus und neuer UB „grünen Ideologien“ zum Opfer gefallen sei.

Wichtige Stärkung der Standortqualität

„Ich persönlich befürchte große Parkplatzengpässe, wenn nach der Eröffnung des Erwin-Piscator-Hauses auch die UB ihren Betrieb aufnimmt“, sagte Suntheim-Pichler.

Matthias Simon, SPD-Fraktionschef, sagte, bei der Erweiterung des Parkhauses am Pilgrimstein gehe es um eine wichtige Stärkung der Standortqualität der Oberstadt, indem weitere nahgelegene Parkplätze geschaffen werden, zweitens aber auch um mehr Kurzzeitparkplätze in der Innenstadt, um absehbare Bedarfe durch den neuen Campus und des Erwin-Piscator-Hauses zu bedienen.

„Da es sich um einen Anbau an ein bestehendes Parkhaus und nicht um einen Neubau handeln würde, rechnen wir damit, dass es auch unter wirtschaftlichen Aspekten die derzeit günstigste und am schnellsten umzusetzende Variante sein dürfte“, sagte Simon.

Grünen-Fraktionsvorsitzende Dr. Elke Neuwohner hat da eine andere Sicht der Dinge: Priorität müsse haben, mit der Universität über den Ausbau des UB-Parkplatzes zu verhandeln. Da sei wohl noch längst nicht das letzte Wort gesprochen.

Grüne und Linke sehen keinen Bedarf

Ein Bedarf für zusätzliche Parkplätze im Parkhaus Pilgrimstein bestehe nicht, wie Zählungen gezeigt hätten. Die Verkehrssituation in der Innenstadt werde zudem durch zusätzlichen Parksuchverkehr verschärft.
Und für Dauerparkplätze für Oberstadtbewohner seien die von den Stadtwerken genannten Baukosten einfach zu hoch.

Das rechne sich nicht. Die prognostizierten Baukosten von bis zu vier Millionen Euro könne man anderswo besser anlegen, sagte sie. „Einem Ausbau des Pilgrimstein-Parkhauses werden wir aus heutiger Sicht nicht zustimmen“, erklärte Neuwohner.

Auch für den verkehrspolitischen Sprecher der Marburger Linken, Henning Köster, ist der Parkhaus-Ausbau keine gute Idee. Die Marburger Linke hat vielmehr einen Antrag in die nächste Sitzung des Verkehrsausschusses eingebracht, den nördlichen Teil des Pilgrimsteins zu sperren und den Zugang zum Parkhaus nur aus Richtung Rudolphsplatz zu ermöglichen.

Angesichts der neuen Uni-Gebäude und der prognostizierten Zunahme an Radfahrern und Fußgängern müsse der Pilgrimstein entlastet werden.

von Till Conrad

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