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Auch Bildungsinländer sollen an die Uni

Konferenz „Campus All In“ Auch Bildungsinländer sollen an die Uni

Die Vernetzung der ­Marburger Akteure in Sachen Bildung für junge Menschen mit Migrations­hintergrund war das Hauptthema der Konferenz „Campus All In“.

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Die „Campus All In“-Konferenz fand in der Mensa am Erlenring statt.

Quelle: Studentenwerk

Marburg. Junge Menschen mit Migrationshintergrund, die nach ihrem in Deutschland abgelegten Abitur ein Studium aufnehmen, verlassen oft die Hochschule vorzeitig. Der Studienerfolg der sogenannten „Bildungsinländer“ liegt mit 59 Prozent deutlich hinter dem der deutschen Studierenden (76 Prozent). Das ergibt eine Studie des Deutschen Akademischen Austauschdienstes DAAD. Als Ursachen für den Studienabbruch werden sprachliche Defizite, mangelnde Integration und Schwierigkeiten bei der Studienfinanzierung angegeben.

Bestätigt werden diese Zahlen auch von der 20. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks von 2013. Sie zeigt: Der Studienerfolg ist noch immer allzu oft abhängig von der Bildungsherkunft des Einzelnen. Um das zu ändern, hat das Studentenwerk Marburg das ­Pilotprojekt „Campus Marburg All In“ gestartet, das vom Deutschen Studentenwerk begleitet und von der Stiftung Mercator unterstützt wird.

Pilotprojekt „Studium+M“

Dem Vernetzungsgedanken­ kam bei der Auftakt-Konferenz in der Mensa am Erlenring am vergangenen Samstag eine große Bedeutung zu. Unter dem Motto „Campus All In“ ging es dort in einem mit verschiedenen Aktivitäten prall gefüllten Tag um die Frage, wie die Zugangswege zur Universität für Studierende mit Migrationshintergrund geöffnet werden können.

Das Marburger Studentenwerk nimmt mit vier anderen Hochschulstandorten in Bonn, Köln, Darmstadt und Weimar am ­Pilotprojekt „Studium+M“ des Deutschen Studentenwerks teil. Eine zentrale Aufgabe der Studentenwerke sei die Förderung von Studierenden mit Migrationshintergrund, erklärte Dr. Uwe Grebe, Geschäftsführer des Marburger Studentenwerks.

An der Universität Marburg studieren 3500 Menschen ohne deutsche Staatsbürgerschaft. Davon handelt es sich bei 1200 von ihnen um sogenannte „Bildungsinländer“ – also solche, die ihren qualifizierenden Schulabschluss in Deutschland gemacht haben, erzählt Uni-Vizepräsidentin Professorin Evelyn Korn.

Zufriedenheit trotz Diskriminierungserfahrungen

Um herauszufinden, wie die Lebenswelt der Studierenden mit Migrationshintergrund in Marburg aussieht, haben Stefanie Wendt vom Studentenwerk und Professor Susanne Weber aus dem Fachbereich Erziehungswissenschaften eine Studie mit Studierenden durchgeführt, die sich mit deren familiärem Hintergrund, Studienalltag und Diskriminierungserfahrungen befasste.

Die Studierenden mit Migrationshintergrund zeigten, so erklärt Wendt, etwa die gleiche Zufriedenheit mit dem Studium wie die, die aus Deutschland stammen. Dennoch wussten einige von Diskriminierungserfahrungen zu berichten – durch Kommilitonen oder Lehrende.

Am 19. November findet Teil zwei der „Campus All In“-Konferenz statt. Dann sollen die Zwischenschritte und erste Ergebnisse festgehalten werden – „damit Studieren gelingt“.

von Muriel Kalisch

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