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Arzt tötete Kollegen mit 14 Schüssen

Obduktionsbericht Arzt tötete Kollegen mit 14 Schüssen

Der 53-jährige Radiologe feuerte am 15. Dezember insgesamt 14 Schüsse aus nächster Nähe auf seinen Kollegen, wie der endgültige Obduktionsbericht nach der Bluttat im Marburger Ärztehaus ergeben hat. Dies teilte Christian Hartwig, Pressesprecher der Marburger Staatsanwaltschaft, am Freitagmittag mit.

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In diesem Ärztehaus in der Bahnhofstraße erschoss am 16. Dezember ein 53-jähriger Radiologe seinen Kollegen und sich selbst.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Nach dem vorläufigen Obduktionsergebnis hatte Hartwig Ende Dezember noch von mindestens zehn Schüssen gesprochen und erklärt, die genaue Anzahl müssten weitere Untersuchungen ergeben. Die Projektile waren stark verformt, teilweise zerstört. Das rechtsmedizinische Institut hat die einzelnen Fragmente nun zugeordnet, es ergaben sich 14 vollständige Kugeln.

Nach den Schüssen auf seinen 67-jährigen Kollegen tötete sich der Schütze mit einem Schuss selbst.

In den weiteren Ermittlungen haben mehrere Zeugen unabhängig voneinander den geschäftlichen Hintergrund des Streits zwischen den beiden Ärzten bestätigt. "Die Eskalation war nach aktuellem Ermittlungsstand nicht vorhersehbar. Der Streit wurde bis dahin hauptsächlich schriftlich geführt", sagt Hartwig. Die geplante Praxiseröffnung des älteren Kollegen in Stadtallendorf und die damit entstehende Konkurrenzsituation hätten wirtschaftliche Nachteile für den 53-Jährigen bedeutet.

Auf eventuelle Ausgleichszahlungen oder entsprechende Forderungen sowie auf eventuelle persönliche Anfeindungen abseits des geschäftlichen Streits deute nichts hin. Auch von einem persönlichen Schicksalsschlag im Leben des Schützen als Auslöser der Tat, sei nichts bekannt. "Wir haben auch keinen Abschiedsbrief gefunden, der eventuelle Rückschlüsse zuließe."

In den kommenden Wochen werde man Zeugen aus dem persönlichen Umfeld - Familie und Bekannte - befragen, um eventuell noch etwas Licht in die Hintergründe des Streits zu bringen. "Wir gehen davon aus, dass wir die Ermittlungen innerhalb der nächsten Wochen abschließen können."

Planmäßig zum 2. Januar ist der Betrieb in der "Radiologie Mittelhessen" in Stadtallendorf angelaufen (wie die OP berichtete).

von Philipp Lauer

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In diesem Ärztehaus in der Marburger Bahnhofstraße erschoss vergangene Woche ein 53-jähriger Radiologe seinen Kollegen. Foto: Thorsten Richter

Nach weiteren Zeugenvernehmungen scheint sich im Fall der beiden toten Radiologen das Motiv eines geschäftlichen Hintergrunds zu bestätigen.

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