Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 2 ° Regenschauer

Navigation:
Arnim-Schule wartet auf Genehmigung

Inklusion Arnim-Schule wartet auf Genehmigung

Die Bettina-von-Arnim-Schule nimmt einen ­neuen Anlauf: Im kommenden Schuljahr will sie Grundschulkinder mit und ohne Förderbedarf gemeinsam unterrichten.

Voriger Artikel
Lokaljournalismus ist eine Herzensangelegenheit
Nächster Artikel
Arbeiten wir, um zu leben oder leben wir, um zu arbeiten?

Im Epochenunterricht „Ackerbau“ wird den Kindern nicht nur die Produktion unserer Nahrung erlebbar gemacht, sondern auch Kompetenzen in Rechnen, Sachkunde und Deutsch vermittelt.

Quelle: Privatfoto

Marburg . Kleine Klassen und individuelle Förderung für Schüler mit unterschiedlichen Förderbedarfen gehören seit jeher zum Konzept der Bettina-von-Arnim-Schule. Die Bettina-von-Arnim-Schule ist eine Förderschule in freier Trägerschaft, die auf der Grundlage des Waldorf-Lehrplans unterrichtet.

Seit Jahren bereitet sich die Schule darauf vor, eine inklusive Grundschule zu werden, das heißt in den Jahrgangsstufen eins bis vier Kinder mit und ohne Förderbedarf gemeinsam zu unterrichten.

Die erste und wichtigste Hürde ist überschritten, das Kultusministerium hat das besondere pädagogische Interesse an einer inklusiven Grundschule an der Bettina-von-Arnim-Schule anerkannt, wie Irene Weber, die pädagogische Schulleiterin, berichtete. Bedingung: Der Übergang von der inklusiven Grundschule zu einer Regelschule muss jederzeit gewährleistet sein.

Trägerverein ist optimistisch

„Unser Schulkonzept für die Grundschule erfüllt die Anforderungen des Hessischen Curriculums für die Grundschulen“, betont daher Roland Freitag, der Geschäftsführer des Trägervereins „Verein für heilende Erziehung“. Alle Kompetenzen des hessischen Grundschulcurriculums sind vermittelt, „der Übergang in weiterführende Schulen ist gewährleistet.“ Mit dem Staatlichen Schulamt Marburg sei das Unterrichtskonzept abgestimmt.

Dem Waldorf-Lehrplan folgend wird an der Bettina-von-Arnim-Schule Epochenunterricht erteilt. Das bedeutet, dass sich die Schülerinnen und Schüler mehrere Wochen lang einem Oberthema widmen, durch dessen Behandlung Kompetenzen in Rechnen, Deutsch und Sachkunde angeeignet werden.

Roland Freitag macht dies am Beispiel der Unterrichtsepoche „Ackerbau“ deutlich. Sie ist in der dritten Klassenstufe angesiedelt. Grundidee: Die Kinder erleben, wo und wie unsere Nahrung eigentlich entsteht. Es geht einmal durch den Jahres- und Produktionsablauf: Sie pflügen den Acker, säen und ernten, mahlen ihr Korn und backen das Brot aus dem Mehl.

Hier geht es aber nicht nur darum, etwa Kartoffeln oder Getreide anzubauen und später zu ernten (Kompetenz „Erkunden und Untersuchen, Planen und Konstruieren“ fordert das Grundschulcurriculum für die Sachkunde), sondern auch darum, etwa Anbauflächen zu bestimmen (Kompetenzen „Problemlösen“ und Konstruieren“ im Grundschulcurriculum) oder die Ergebnisse festzuhalten („Texte allein und mit anderen planen, schreiben und überarbeiten“). So könnte man durch alle Unterrichtsepochen gehen und sie mit den Anforderungen des Grundschulcurriculums abgleichen.

Mit kleinen Klassengrößen, Ganztagsangeboten und individueller Förderung, je nach persönlichem Bedarf, sei die Schule ohnehin seit Jahren in der Lage, inklusiven Unterricht zu leben, sagt Roland Freitag. Jetzt hat das für die Genehmigung zuständige Staatliche Schulamt für die Wetterau und den Hochtaunuskreis angekündigt, dass der endgültigen Genehmigung nichts mehr im Wege steht.

Letzter Versuch scheiterte

Mindest-Klassengröße für den Unterricht sind zwölf Schüler, davon acht Schüler ohne Förderbedarf. Größere Klassengrößen sind laut Schulamt möglich. Wichtig ist lediglich, dass das Verhältnis von zwei Dritteln Regelschülern zu einem Drittel Förderschüler gewährleistet sein muss.

Die Schule hat ihr Inklusionskonzept in der vergangenen Woche schon einmal vorgestellt und kündigt auch auf ihrer Webseite an, dass es nach den Sommerferien losgehen soll. Damit wäre die Bettina-von-Arnim-Schule die dritte inklusive Grundschule in Hessen. Der Vincentstift in Aulhausen und die Antonius-von-Padua-Schule in Fulda haben bereits eigene Erfahrungen gemacht, von denen die Marburger durchaus profitieren wollen, sagt Freitag. „Wir wären aber die erste Grundschule auf Grundlage der Waldorfpädagogik.“

Schon im vorigen Schuljahr wollte die Bettina-von-Arnim-Schule eine inklusive Grundschule werden, damals scheiterte das Vorhaben letztendlich daran, dass nicht genügend Eltern ihre Kinder anmeldeten. Diesmal sei die Resonanz schon jetzt, neun Monate vor dem geplanten Start, deutlich größer, berichtet Roland Freitag, der zudem mit einer Sorge aufräumt. „Die Beschulung der Kinder wird in keinem Fall am Schulgeld scheitern“, verspricht er.

  • Mehr Informationen: Per E-Mail an info@bettina-von-Arnim-schule.de oder unter der Telefonnummer 0 64 21/3 37 22; Homepage: www.bettina-von-arnim-schule.de

von Till Conrad

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr