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Archäologen erkunden das Brauerei-Areal

Campuspläne Archäologen erkunden das Brauerei-Areal

Die Bauarbeiten für den Sprachatlas-Bau werden von umfangreichen archäologischen Untersuchungen begleitet.

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Auf dem ehemaligen Gelände der Marburger Brauerei befindet sich derzeit noch ein öffentlicher Parkplatz. Demnächst sollen dort archäologische Untersuchungen starten. Foto: Thorsten Richter

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Noch ist der Bebauungsplan nicht vom Marburger Stadtparlament abgesegnet. Doch das gilt nur noch als Formsache. Denn die Planungen für den Sprachatlas-Bau laufen auf vollen Touren. Schließlich soll er neben dem Neubau der Uni-Bibliothek einen wichtigen Baustein im Campus-Konzept darstellen. Jetzt gibt es noch eine kleine Verzögerung für die Bauarbeiten, und zwar aufgrund der für das Areal geplanten archäologischen Grabungen. Dies erläuterte die Marburger Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause am Montag im Uni-Senat.

Kosten für Grabungenbetragen rund 400000 Euro

Laut Krause kosten diese archäologischen Arbeiten bis zu 400000 Euro. Diese Kosten übernimmt der Bauherr - also in diesem Fall die Philipps-Universiät. Das gesamte Sprachatlas-Projekt wird wie alle anderen Campusprogramm durch das Landesprogramm „Heureka“ finanziert. Das neue Gebäude für den Sprachatlas kostet nach den bisherigen Planungen 7,3 Millionen Euro.

Dr. Christa Meiborg von „Hessen Archäologie“ (früher Landesamt für Denkmalpflege)in Marburg erhofft sich von den Grabungen am ehemaligen Brauereigelände ähnliche Ergebnisse wie bei den Grabungen am nur rund 100 Meter entfernten Biegeneck.

Dort gab es Anfang der 90er Jahre bei den archäologischen Begleituntersuchungen zum Bau des Hotels nach Darstellung Meiborgs „noch in fünf Metern Tiefe hochkarätige Befunde“.

Die Archäologen hätten dort nach den Grabungen im Bereich des ehemaligen Mühlbachs Überreste einer Töpferei-Produktionsstätte und einer Gerberei nachweisen können. Das sei vor allem deswegen möglich gewesen, weil sich Holz und Leder in dem feuchten Boden gut erhalten hätten.

Da diese Gewerbe nahe am Wasser betrieben wurden und zum Teil sehr geruchsintensiv gewesen seien, hätten sich solche Betriebe früher am Rand der Städte angesiedelt. Das ehemalige Brauereigelände und das Biegeneck lagen im Mittelalter außerhalb der Marburger Stadtmauer.

Es sei nun durchaus möglich, dass auf dem ehemaligen Brauereigelände, wo das Gebäude für den Sprachatlas der Marburger Universität gebaut werden soll, Archäologen auch fündig werden könnten. Dafür spreche auch die Lage des Geländes unmittelbar am Mühlgraben. „An dieser Stelle hat es unseren Unterlagen zufolge bisher noch nie eine archäologische Grabung gegeben“, erklärte Meiborg. Denn an eine solche Untersuchung habe man beim Bau der Brauerei, die mittlerweile schon seit einigen Jahren abgerissen ist, noch nicht gedacht.

Noch sind aber die Ausschreibungen für die archäologische Grabung nicht erfolgt. Im Zuge dieser Ausschreibungen soll dann eine Grabungsfirma ausgesucht werden, die die Arbeiten vor Ort übernimmt. Die „Hessen Archäologie“ an der Außenstelle Marburg wird dann wie üblich in solchen Fällen die Fachaufsicht übernehmen.

von Manfred Hitzeroth

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