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Anwohner wollen Radler ausbremsen

Streit am Hirsefeldsteg Anwohner wollen Radler ausbremsen

Anwohner der Straße „Auf der Weide“ klagen über die aktuelle Verkehrssituation in der Umgebung. Seit längerem komme es vor allem zwischen Radfahrern und Fußgängern zu brenzligen Konflikten.

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Heikler Hirsefeldsteg: Anwohner, der nahegelegene Kindergarten und das Altenzentrum St. Jakob sorgen sich um die Verkehrssituation auf dem Verbindungsstück zwischen Straße „Auf der Weide“ und der Brücke.

Quelle: Björn Wisker

Marburg. Wenn Raimund Hoffmann aus dem Fenster schaut, blickt er auf eine Konflikt-Kreuzung. Seit dem Neubau des Hirsefeldstegs habe sich die Verkehrssituation „Auf der Weide“ verschärft: „Deutliche größere Spannungen zwischen Fußgängern und Radfahrern gibt es hier“, sagt er. Durch die Verbreiterung der Brücke und der davor liegenden Rampe, „fährt alles, was Rollen hat, viel schneller“. Die Senioren im angrenzenden Altenzentrum, die häufig mit Rollatoren unterwegs seien, würden häufig an Kollisionen vorbeischrammen. Familien mit Kinderwagen, schildert der Architekt, werden touchiert, Jungen und Mädchen aus dem Kindergarten müssten Radfahrern, manchmal gar Motorrollern ausweichen.

Die Mini-Kreuzung sei „schwer überschaubar“. Üble Unfälle, auch mit Kindern, sind nach Hoffmanns Auffassung nur eine Frage der Zeit. „Schon jetzt passiert ständig etwas, fahren Radfahrer in Fußgänger. Aber wenn dabei eben nur eine Hose kaputtgeht, geht niemand zur Polizei, weshalb die tatsächlichen Unfälle nicht erfasst werden“, sagt Hoffmann. Der Vorrang für Radfahrer, die laut Stadtverwaltung „in den nächsten Wochen geplante Umsetzung des Bereichs als Fahrradstraße“, ist laut Hoffmann „an der Stelle das falsche Signal“. Solange es, wie zuletzt, bei abgefahrenen Autospiegeln bleibe, werde die Gefahr unterschätzt. Der Architekt hat, gemeinsam mit dem Elternbeirat des angrenzenden Kindergartens und den Chefs des Altenzentrums, ein Beschwerde-Schreiben an den Magistrat geschickt.

Stadt ist keine Unfallhäufung bekannt

Für die Stadtspitze sind Berichte über Schwierigkeiten neu. Der Hirsefeldsteg und die Straße Auf der Weide spielen für das Radwegenetz eine zentrale Rolle, die Verbindung werde auch von Fußgängern genutzt, so dass „Nutzungskonflikte mitunter nicht ausbleiben“, heißt es von den zuständigen Behörden auf OP-Anfrage. „Uns ist aber nicht bekannt, dass es im Bereich des Hirsefeldsteges häufig zu Unfällen kommt.“

Hoffmann bezweifelt das. Zuletzt sei am Straßenrand immerhin „hektisch ein Bordstein gemacht“ worden, dessen „Sinn niemand versteht“. Bei einem Vor-Ort-Gespräch mit der Stadt vor zwei Jahren sei es darum gegangen, Radfahrer durch einen höheren Bordstein vom Kindergarten fernzuhalten - die nun gebaute, sehr flache Variante entfalte aber keine Wirkung, „wenn, dann macht er die Situation eher schlimmer“, da eine neue Kante gebaut worden sei.

Irritation bei der Stadt: Auf „ausdrücklichen Wunsch des Elternbeirats des Kindergartens“ sei der Gehwegbau geschehen. Sich auf dem schmalen, bis vor Kurzem noch niveaugleich ausgebauten Straßenstück zu bewegen, sei für Kinder zu gefährlich, habe es geheißen.

Das Ziel der Anwohner, so sagt Hoffmann, sei es jedoch, dass die Radfahrer bei der Anfahrt auf die Engstelle zwischen Eckhaus samt Kindergarten und Altenzentrum ausgebremst werden. Sie wünschen sich deshalb eine Neugestaltung der Mini-Kreuzung. „Es ließe sich am Bodenbelag etwas verändern, auf vielleicht 200 Quadratmetern Fläche. Denkbar wären auch Schwellen oder Gräben, Hautpsache, der Radverkehr wird verlangsamt“, sagt er.

von Björn Wisker

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