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Anwohner sauer über Kreisel-Konflikt

Verkehr Anwohner sauer über Kreisel-Konflikt

Wut und Ärger in Bauerbach: Anwohner klagen nach dem Unfall mit zwei Toten und vier Schwerverletzten über die Verkehrsgefahren auf der Landesstraße. Sie fordern während der Ortsbeiratssitzung im Außenstadtteil von Marburg einen Kreisverkehr.

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Spuren des tödlichen Unfalls am Pfingstmontag nahe Bauerbach.

Quelle: Florian Gaertner

Bauerbach. „Wie viel ist ein Menschenleben noch wert? Wie viel muss noch passieren, damit wir hier endlich diesen Kreisverkehr bekommen?“, sagt Andreas Serzisko aus Bauerbach.

Fragen, die viele Anwohner aus dem Stadtteil nach dem schweren Verkehrsunfall am Pfingstmontag bewegen. Landwirt Peter Gölzhäuser sagt: „Wenn ich die Kreuzung mit einem landwirtschaftlichen Gefährt anfahre und der Verkehr spielt nicht mit, dann sind da kaum noch zwei Autolängen Luft, das wird richtig brenzlig.“

Ortsvorsteher Lothar Böttner (CDU) hatte zuletzt 2012 einen Antrag gestellt, um die Kreuzung an der Landstraße 3088 und der Kreisstraße 34 am Ortseingang für einen Kreisverkehr umzubauen. Die zuständige Behörde „Hessen Mobil“ entgegnete, dass der Ortsbeirat einen solchen Antrag nur über den Magistrat stellen könnte.

„Aber auch dann wurden uns keine großen Hoffnungen gemacht, im Schreiben von 2012 hieß es, dass die Verkehrslage und das anzunehmende Unfallrisiko keinen solchen Umbau rechtfertigen würden,“ zitierte Böttner. Jahrelang hatten Anwohner kritisiert, dass es zu Stoßzeiten immer wieder gefährlich würde und Autofahrer oft nur mit Risiko abbiegen könnten.

Rupp fordert Einschaltung eines Sachverständigen

Der Horror-Unfall an Pfingstmontag, worauf am selben Tag noch ein weiterer Zusammenstoß folgte, seien der sichtbare Beweis für die Gefahr. „Spätestens jetzt muss klar sein, dass die Situation hier nicht mehr hinnehmbar ist. Ich habe auch selbst mehrfach Anträge gestellt und wurde ignoriert. An diesem Punkt müssen wir nun sowohl beim Magistrat, als auch der Stadtverordnetenversammlung klarmachen, dass wir diesen Kreisverkehr nicht nur beantragen, sondern ganz klar fordern,“ sagt Dr. Horst Wiegand (SPD), Ortsvorsteher in Ginseldorf.

Martina Rupp (Grüne) aus dem Bauerbacher Ortsbeirat ergänzt: „Diesmal sollten wir die Verkehrsdichte zu Stoßzeiten durch einen Sachverständigen schriftlich festhalten lassen, der auch eine fundierte Einschätzung zu dem dadurch entstehenden Risiko gibt. Sonst werden die bei Hessen Mobil wieder irgendwelche Durchschnittswerte annehmen und das abwiegeln.“

Die Landesbehörde sieht indes nach wie vor keinen Handlungsbedarf. „Die Notwendigkeit eines Kreisverkehrs ist nicht gegeben“, heißt es auf OP-Anfrage, da an dieser Stelle keine Unfallhäufung bestehe. OB Egon Vaupel (SPD) hatte bereits vor der Sitzung die Unterstützung des Magistrats für einen Kreiselbau, den der Ortsbeirat abermals offiziell fordert, signalisiert.

von Marcus Hergenhan und Björn Wisker

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