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Anweisungen für Umweltministerin

Gottesdienstteilnehmer zur Weltklimakonferenz Anweisungen für Umweltministerin

Kohlendioxid-Ausstoß reduzieren – das ist eine der Forderungen, die während eines Gottesdienstes in der Universitätskirche formuliert wurden.

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In Form eines Fußes stellten sich die Kirchgänger nach dem Gottesdienst vor der Universitätskirche auf.

Quelle: Heinz-Dieter Henkel

Marburg. Im Vorfeld der Weltklimakonferenz von Paris fand in der Universitätskirche ein gemeinsamer Gottesdienst der evangelischen Pfarrgemeinde mit der Umweltschutzorganisation Greenpeace statt.
Mit düsteren, für eine Orgel eher ungewöhnlichen Klängen, begann der besondere Adventsgottesdienst in der rund 700 Jahre alten Dominikanerkirche.

Etwa 150 Besucher waren gekommen, um im Vorfeld der Pariser Klimakonferenz die Teilnehmer zum Handeln und die Menschheit zum Wandel ihrer Gewohnheiten aufzurufen. Und so standen diesmal nicht die traditionelle Liturgie, sondern vielmehr Umweltprobleme im Mittelpunkt der Feier.

Vor einer großen Weltkugel predigte das Pfarrerehepaar Katja und Joachim Simon. Von der Umweltschutzorganisation sprachen Viola Wohlgemuth, Simon Ewers, der Niederländer Rien Achtenberg und Jan-Patrick Behrend zu den vier großen Themen: Energie, Verkehr, Landwirtschaft und Wälder beziehungsweise Landverbrauch.

Braunkohle und Straßenverkehr als Probleme erkannt

Geistliche Aspekte mit Bibelstellen wechselten mit weltlichen Forderungen, etwas zu unternehmen, um die Erde zu erhalten. Es gehe darum, die Schöpfung Gottes zu bewahren und den klimaerwärmenden Kohlendioxid-Ausstoß weltweit zu reduzieren.

Gerade die Braunkohle, die in Deutschland maßgeblich zur Energiegewinnung genutzt wird mit ihrem Wirkungsgrad von nur 35 Prozent, trage rund 20 Prozent zum Ausstoß der vielen Umweltgifte bei. Für weitere 20 Prozent sei der Verkehr verantwortlich. Und für etwa ein Drittel des weltweiten Kohlendioxid-Anteils trägt die Landwirtschaft Verantwortung.

Der Flächenverbrauch durch Abholzung der tropischen Wälder zur Folgenutzung als Palmölplantagen und Rinderfarmen sei kontraproduktiv. Die positiven Eigenschaften der Wälder entfielen: Luft zu reinigen, neuen Sauerstoff zu produzieren, den Boden zu erhalten und das Klima zu stabilisieren.

Zum Abschluss des Gottesdienstes wurden die Kirchgänger aufgefordert, die auf der Weltkugel aufgeklebten Papierfüße abzunehmen, diese als ihre eigenen Klimaspuren auf der Welt zu begreifen und auf diese Füße das zu schreiben, was denn jeder Einzelne sofort tun wolle, um seinen individuellen Kohlendioxid-Ausstoß zu reduzieren.

Amerikanische Studentin will weniger Auto fahren

Da war von „nur noch Biofleisch essen“, über „mehr auf regionale Produkte zugreifen“ bis hin zu „weniger und bewusster heizen“ alles Erdenkliche dabei. Die Umweltaktivistin Viola Wohlgemuth verkündete vor versammelter Gemeinde, zum Vegetarier werden zu wollen.

Der aus Gießen angereiste David Eidens will künftig nur noch einmal pro Woche Fleisch essen, und die aus Studiengründen in Marburg weilende 21-jährige Amerikanerin Mary Crouch aus dem Bundesstaat Arkansas schrieb mit einem Buntstift, sie wolle weniger Auto fahren.

Nach dem Gottesdienst versammelten sich die Kirchgänger sowie weitere Sympathisanten vor der Kirche, stellten sich in Form eines Fußes auf, um für die Reduktion des Kohlendioxid-Ausstoßes und somit für mehr Klimaschutz zu demonstrieren.

Danach wurden kleine Videosequenzen gedreht, in denen die an der Pariser Konferenz teilnehmende hessische Umweltministerin Priska Hinz viele klare Handlungsanweisungen bekam.

von Heinz-Dieter Henkel

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