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Anleitung zur Zivilcourage

Film Anleitung zur Zivilcourage

„Gewalt ist keine Lösung!“ Mit diesem Satz machte Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) klar, wobei es in dem ­Filmspot zur Gewaltprävention geht.

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Marburg. Der etwa zwei Minuten lange Film wurde am Samstag in der Marburger Oberstadt gedreht und soll ab nächstem Frühjahr im Cineplex gezeigt werden.

Der Film handelt von einem jungen Mann, gespielt von Alexander Peiler (Hessisches Landestheater Marburg), welcher von zwei anderen Männern grundlos angerempelt wird. Die Emotionen schaukeln sich hoch und es kommt zu Handgreiflichkeiten. An dieser Stelle kommt Marita Marschall (Tatort, Das Traumschiff) ins Spiel. Sie zeigt, wie man als Passant in so einer Situation richtig eingreifen kann, ohne dabei selbst zum Opfer zu werden.

„Uns ist es dabei besonders wichtig, nicht mit erhobenem Zeigefinger zu arbeiten, denn es kann schnell passieren, dass man sich in so einem Moment falsch verhält“, erklärte Dr. ­Thomas Rösser, den die Marburger Firma Streiflicht-Produktion als Regisseur gewinnen konnte.

Kein Zusammenhang mit aktuellen Vorfällen

Opferzentriert, gewaltfrei und gemeinwesenorientiert, dies seien die Grundsätze des Films und der Kampagne „Gewalt-Sehen-Helfen“, erklärte Johannes Maaser von der Philipps-Universität. Die Kampagne wurde 1997 in Frankfurt entwickelt und wurde 2005 auf das ganze Bundesland Hessen ausgeweitet. Hierbei arbeitet das Land unter Federführung des Ministeriums für Inneres und Sport mit interessierten Kommunen zusammen, um etwa in Seminaren eine „Kultur des Hinsehens und Helfens“ zu fördern. „Das ist kein Projekt, dass über Nacht Erfolg hat. Nur durch langjähriges Engagement können wir nachhaltig etwas bewirken. Wie wichtig das ist, zeigt die große Unterstützung des Landes Hessen“, so Vaupel.

Landrätin Kirsten Fründt (SPD) ergänzte, dass es toll sei, den Inhalt der Seminare nun auch visuell zu sehen. Der Film sei eine gute Möglichkeit, sich dem Thema zu nähern und die Menschen zu sensibilisieren. „Was bedeutet es Zivilcourage an den Tag zu legen? Das ist gar nicht so einfach, weil die Situationen, in denen sie nötig ist, meist ängstigend und einschüchtern sind.“ Doch müsse das nicht sein, da es viele Wege gebe einem Opfer zu helfen und genau das solle der Film zeigen.

Mit den aktuellen Vorfällen in der Marburger Oberstadt habe der Film allerdings nichts zu tun, meinte Vaupel.

von Alex Graf

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