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Anleitung für eine andere Landwirtschaft

Dokumentarfilm „Good Food Bad Food“ Anleitung für eine andere Landwirtschaft

Nicht erst seit dem jüngsten Dioxin-Skandal fragen sich immer mehr Menschen, was alles in unserer Nahrung steckt. Dies ist auch Thema des Dokumentarfilms „Good Food Bad Food“. Greenpeace veranstaltet dazu eine Diskussionsrunde.

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Gesunde Lebensmittel – darauf hoffen alle. Wie und mit welchen Folgen weltweit Lebensmittel produziert werden, zeigt der Film „Good Food Bad Food“, der heute im Capitol startet.

Quelle: Alamode

Marburg. Lebensmittelskandale wie der jüngste Dioxin-Fund stellen nur die Spitze des Eisbergs dar. „Wenn die Menschen die Wahrheit über unser Essen erfahren, wird sie das so wütend machen, dass sie etwas verändern wollen. Darum habe ich diesen Film gedreht“, erklärt die französische Filmemacherin Coline Serreau („Drei Männer und ein Baby“).

In ihrem komplexen Dokumentarfilm „Good Food Bad Food“ thematisiert sie nicht nur die ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Probleme, die aus der industriellen Massenproduktion von Lebensmitteln resultieren, sondern zeigt auch konstruktive Lösungsansätze auf. Im Zuge ihrer weltweiten Recherchen hat sie französische Mikrobiologen und Agrarökonomen, Wanderarbeiter in Brasilien, Saatgut-Sammler in Indien und Biobauern in der Ukraine aufgesucht, die wirkungsvolle Methoden entwickelt haben, um die kranken Böden wieder zu regenerieren.

Die Ausbeutung unseres Planeten, bei der die Landwirtschaft mit 40 Prozent des weltweiten Treibhausgasausstoßes als Klima-Killer Nummer eins fungiert, hat nach Einschätzung von Experten längst die Grenzen des Wachstums erreicht. „Würden alle Menschen so leben wie wir Franzosen, wären drei Planeten nötig.

Und würden alle wie die Amerikaner leben, bräuchten wir sechs“, sagt Serge Latouche, Ökonom und Professor an der Universität Paris Sud. „Selbst wenn wir uns mit einem sehr maßvollen Wachstum begnügen, wie es kein Politiker in Wahlkampfreden propagieren würde – mit einer Wachstumsrate von zwei Prozent ­– dann wären bis 2050 keine drei, keine sechs, sondern 30 Planeten erforderlich.“

Die französische Filmemacherin glaubt daran, dass diese Trendwende möglich ist. „Die Bevölkerung müsste es nur fordern“, bekräftigt Serreau, „und die Politiker müssten die Gesetze verabschieden, die es ermöglichen würden“.

von Birgit Heidsiek
und Uwe Badouin

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