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Anlaufpunkt für professionelle Hilfe

Hilfe für krebskranke Kinder Anlaufpunkt für professionelle Hilfe

Die Elterninitiative für leukämie- und tumorkranke Kinder hat jetzt einen festen Anlaufpunkt am Steinweg 32, der Ende vergangener Woche offiziell eingeweiht wurde.

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Marion Gründel und Karl Kreh sind die Mitarbeiter des Stützpunktes am Steinweg 32. Foto: Manfred Hitzeroth

Marburg. Die psychosoziale Betreuung krebskranker Kinder und ihrer Angehöriger ist schon seit einigen Jahren ein fester Bestandteil des Angebots, das die Elterninitiative für leukämie- und tumorkranke Kinder in Marburg ermöglicht und finanziert. Der Kinderkrebsstation des Marburger Uni-Klinikums angegliedert gab es als Anlaufstelle einen Raum in der Klinik. „Nachdem die Marburger Kinderkrebsstation Anfang des Jahres aufgelöst wurde, brauchten wir neue Räume“, erläutert Peter Becker, stellvertretender Vorsitzender der Initiative.

Die stationäre Betreuung der Kinder geschieht mittlerweile zentral im Uni-Klinikum Gießen, wo die Station von dem Kinder-Onkologen Professor Alfred Reiter geleitet wird, der auch zur Einweihung der neuen Räume nach Marburg gekommen war. Am Standort Marburg sind von der ehemaligen Kinderkrebsstation nur noch eine Ambulanz und die Strahlentherapie verblieben, betonte Becker. Das psychosoziale Angebot für die Betreuung vor, während und nach stationären Angeboten soll aber auch für die Marburger Kinder weiter aufrechterhalten werden.

„Wir betreuen derzeit rund 25 Familien“, erläuterte die Diplom-Psychologin Marion Gründel. Zusammen mit Gründel bildet jetzt Karl Kreh, langjähriger Krankenpfleger auf der Kinderkrebsstation, das Team, das sich um die Familien der Patienten kümmert.

Die Aufgaben sind dieselben geblieben: Neben Besuchen auf der Station stehen Gespräche mit Eltern und Geschwistern, aber natürlich auch mit den kranken Kindern im Mittelpunkt. Ziel ist es, ihnen Mut zu machen, mit der Diagnose Krebs umzugehen und trotz aller Angst vor der Krankheit Hoffnung zu vermitteln. „Als ehemals betroffener Vater weiß ich, wie wichtig so ein psychosoziales Angebot für die Eltern ist“, betonte Becker. In diesem Konzept ist neben dem Hausbesuch und den Stationsbesuchen der feste Anlaufpunkt, der jetzt im Erdgeschoss des Hauses am Steinweg 32, angesiedelt ist ein wichtiger Baustein. Seit Anfang des Jahres ist der Stützpunkt nun eingerichtet und bereits seit einigen Monaten in Betrieb genommen. So schmücken schon kleine Stofftiere und Gemälde den in mehrere Abschnitte unterteilbaren Raum, der auch mit einer Küche ausgestattet ist. Der Stützpunkt bietet Raum für Einzelgespräche und Gruppentreffen und ist auch eine erste Anlaufstelle.

„Ich weiß, dass die Arbeit nicht ganz einfach ist. Die psychosoziale Betreuung ist mindestens genauso wichtig wie die Arbeit der Mediziner und Pfleger in der Klinik“, sagte der Marburger Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) bei der Einweihung des Stützpunktes Steinweg 32. „Wenn Kinder die Diagnose Krebs trifft, dann braucht man Ärzte, die Zeit haben und ein Umfeld, das hilft und Verständnis hat“. Sich mehr Gedanken um die Nachsorge zu machen, gehöre zum Genesungsprozess dazu. Teddy Scharlau, der Vorsitzende der Ketzerbachgesellschaft, freute sich, dass der Stützpunkt im Schatten der Elisabethkirche direkt neben der Ketzerbach, angesiedelt ist. Scharlau erläuterte, dass die Ketzerbachgesellschaft bereits früher die Erlöse ihrer Festkonzerte an die Elterninitiative gespendet habe, als sich die Kinderklinik noch am Firmaneiplatz befunden habe. Dieses werde auch weiter geschehen.

n Am Sonntag, 9. Juni, findet im Stützpunkt der Elterninitiative für leukämie- und tumorkranke Kinder von 11 Uhr bis 15 Uhr am Steinweg 32 ein „Tag der offenen Tür“ statt. Donnerstags von 14 Uhr bis 17 Uhr ist dort immer jemand da. Ansonsten ist die Kontaktaufnahme auf jeden Fall telefonisch möglich(Telefon; 06421/8405244)

von Manfred Hitzeroth

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