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Angst vor „Kinderfänger" geht um

Sterzhausen und Michelbach Angst vor „Kinderfänger" geht um

Nachdem in den vergangenen Tagen offenbar mehrfach Kinder auf dem Schulweg von fremden Männern angesprochen wurden, ermittelt jetzt die Kriminalpolizei.

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Kinder auf dem Weg zur Schule: In einer ähnlichen Situation wie der dargestellten wurden in den vergangenen Tagen offenbar Schüler im Landkreis Marburg-Biedenkopf von fremden Männern angesprochen oder angefasst. Themenfoto: Günter Havlena / pixelio.de

Marburg-Biedenkopf. Gleich vier Mal kam es nach Angaben von Kindern in den zurückliegenden Tagen nach in Sterzhausen und Michelbach zu einer Kontaktaufnahme durch fremde Männer. Die Vorfälle, die teilweise erst Tage später bei der Polizei gemeldet wurden, beschäftigen nun die Kriminalpolizei in Marburg.

Der erste Vorfall soll sich am Freitag, 13.Mai, in Sterzhausen in der Straße "In der Hoffstadt" zugetragen haben. Nach Angaben eines 9-jährigen Mädchens traf sie gegen 7.40 Uhr auf dem Weg zur Schule auf einen etwa 31 Jahre alten Mann. Er soll die Schülerin wortlos am Handgelenk gepackt und ein Stück weit mitgezogen haben. Die 9-Jährige lief wenig später ungehindert auf den Schulhof. Der Mann hat mittel- bis dunkelblonde Haare, grüne Augen, dünne Augenbrauen, eine kleine Nase, einen großen Mund sowie wulstige Lippen. Auffällig an ihm ist sein schmaler Oberlippenbart. Bekleidet war er an diesem Tag mit einem gelb-schwarz karierten Hemd, einer Jeans, einem hellblauen Basecap mit weißen Nähten sowie schwarzen Schuhen. Zudem führte er einen dunklen Rollkoffer und eine braune, mittelgroße Sporttasche mit sich.

Am Freitag, 20.Mai, gegen 7.30 Uhr, soll ein etwa 40-Jähriger einen Schüler ebenfalls in Sterzhausen auf dem Weg zur Schule an der Schulter festgehalten haben. Der 10-jährige Schüler riss sich in der Wittgensteiner Straße los und flüchtete in ein angrenzendes Feld. Nach Angaben des Jungen wirkte der Mann, der einen Kinnbart trug, ungepflegt und roch stark. Der Verdächtige trug eine grüne Mütze mit einem mittig abgebildeten Ball, einen braunen, hüftlangen Mantel sowie schwarze Stiefel.

Am selben Tag soll sich dann in Michelbach gegen 14.10 Uhr in der Straße "Zum Kalkberg" ein etwas anders gelagerter Vorfall ereignet haben. Hier sprach ein Autofahrer einen 9-Jährigen auf dem Nachhauseweg von der Schule an und erkundigte sich nach einer Hausnummer in der Straße. Der Junge konnte nach eigenen Angaben nicht weiterhelfen und der Autofahrer entfernte sich ohne weitere Aktivitäten oder Forderungen. Nach Angaben des Jungen ist der Fahrer etwa 40 Jahre alt, sprach akzentfrei Deutsch und war mit einer grünen Jacke und einem T-Shirt bekleidet. Mit dem Wagen soll es sich um einen Kleinwagen, vermutlich weiß, mit Marburger Kennzeichen handeln. Der 9-Jährige konnte sich an die mittlere Zahl 8 des Kennzeichens erinnern.

Am Montagmorgen, 23.Mai, soll ein Autofahrer zwei 9-Jährige Schüler gegen 7.50 Uhr in Michelbach in der Straße "Am Lorch" angesprochen haben. Das Angebot des Fahrers, gemeinsam in den Zoo zu fahren, lehnten das Mädchen und der Junge mit dem Hinweis auf den bevorstehenden Schulbesuch ab. Die Schüler flüchteten anschließend in Richtung Schule. Der etwa 20 Jahre alte Fahrer hat braune, kurze Haare, die im Bereich der Ohren rasiert sind. Auf der rechten Kopfseite befindet sich ein in die Haare rasierter Blitz. Bekleidet war der Mann mit einer grünen Trainingsjacke mit zwei weißen Streifen. Bei dem benutzten Kleinwagen handelt es sich um ein älteres, verschmutztes, weißes Fahrzeug mit "Macken". Auf dem Heck ist ein Flammenmotiv abgebildet. Die hinteren Scheiben beschrieben die Kinder als lila-blau. Im Inneren erkannten die Schüler ein orangefarbenes Duftbäumchen am Spiegel. Wie bei dem Geschehen am 20.Mai in Michelbach "Am Kalkberg" wurde ein Marburger Kennzeichen mit der mittleren Zahl 8 abgelesen.

Die Kriminalpolizei führt derzeit ihre intensiven Ermittlungen mit Nachdruck fort und steht auch im Kontakt mit den betroffenen Schulen vor Ort. Die Sorgen und Ängste der Eltern nehmen die Ermittler ernst. Gleichwohl können die Beamten nicht gänzlich ausschließen, dass es bei den Schilderungen der einzelnen Sachverhalte zu Vermischungen der Aussagen gekommen ist. Die Kinder kennen sich teilweise untereinander und dürften sich über die Vorfälle unterhalten haben.

Zwischen den Vorfällen in Sterzhausen und Michelbach besteht aufgrund der unterschiedlichen Personenbeschreibungen nach derzeitigen Erkenntnissen der Polizei kein Zusammenhang.

Die Kripo hofft auf Hinweise unter Telefon 06421 / 4600.

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