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Angst vor Flutlicht bei Sportplatz-Bau

Angst vor Flutlicht bei Sportplatz-Bau

In Wehrda wird ein neuer Fußballplatz gebaut. Die Stadt plant auf der Sportfläche der Waldschule am Lärchenweg einen massiven Ausbau. Die Sorge der Anwohner: Die geplante Fluchtlichtanlage.

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Der Rasensportplatz am Lärchenweg soll umgebaut werden, um den Bedarf der Fußballabteilung des FV Wehrda decken zu können. Geplant sind Kunstrasen und Flutlichtmasten – zuletzt kickten Kindergärten des Stadtteils dort (kleines Bild). Fotos: Wisker / Richter

Quelle: Thorsten Richter

Wehrda. Nach OP-Informationen wird die gesamte Fläche, die vor allem von der angrenzenden Waldschule genutzt wird, komplett neu gestaltet. Kunstrasen soll verlegt werden, eine Kletterwand ist geplant, ebenso Sprunggruben und Laufbahnen für Leichtathleten.

Künftig sollen so auch Anwohner, Kinder und andere Freizeitsportler Zutritt zu dem Areal haben.

Die Stadt bestätigt: Vor Kurzem seien im Fachdienst Sport Zeichnungen, erste Modelle angefertigt worden, wie eine konkrete Gestaltung aussehen könne. „Dieser Platz rückt in den Fokus, weil die Stadt angehalten ist, ausreichend und gute Sportstätteninfrastruktur zur Verfügung zu stellen“, sagt Ralf Laumer, Sprecher der Stadt. Im Zuge der Sportstättenentwicklung schaue die Verwaltung, welche Plätze zu sanieren seien - und wo der Bedarf am größten ist. „Das ergibt sich aus der Anzahl der spielenden Vereine, Anzahl der Kinder und Jugendlichen die dort spielen und die generelle Entwicklung im Stadtteil“, sagt Laumer. Und der FV Wehrda ist einer der Boomvereine in Marburg.

„In unseren 13 Fußball-Teams spielen bis zu 400 Leute. Die Kapazitäten reichen kaum noch aus“, sagt Rolf Usinger, Vorsitzender des FV Wehrda. Speziell die Jugendmannschaften leiden unter dem Platz- und Termindruck.

Der Rasen entlang der Cölber Straße und das Trainingsgelände im Industriegebiet sei zusehens überlastet. Vor allem zwischen November und April seien die Naturrasenflächen derart ramponiert - durch das miese Wetter sowie viel Trainings- und Spielbetrieb - dass es immer zu Problemen komme. „Deshalb dient der neue Platz, den wir ja jetzt schon nutzen, vor allem den Kindern“, sagt Usinger.

Die Maße: 70 mal 50 Meter. Die Mindestmaße für ein Seniorenspielfeld liegen laut Verbandsstatuten bei 90 Meter Länge und 45 Meter Breite. Damit ist es Usinger zufolge ausgeschlossen, dass auf dem Platz am Lärchenweg Punkt- oder Testspiele der Seniorenmannschaften ausgetragen werden.

Gerade vor dem Hintergrund des Lärm-Zoffs am Zwetschenweg, wo sich Anwohner und Blau-Gelb-Marburg gegenüberstehen, suche man das Gespräch speziell mit Anwohnern an den Straßen Lärchenweg und Zur Wann.

Brisant ist jedoch der ge-plante Bau von Flutlichtmasten. „Da wir den Platz auch in den Wintermonaten brauchen, wo es früh dunkel wird, macht ein Umbau ohne Lichtanlage gar keinen Sinn“, sagt Usinger. „Es gibt allerdings Technik, die speziell auf solche engeren Ortslagen ausgelegt ist. Angst vor einem hell erleuchteten Wohnzimmer oder Garten muss niemand haben“, sagt Usinger. Auch in diesem Punkt soll nach Aussagen von Stadt und Verein bald das Gespräch mit Nachbarn der Sportanlage gesucht werden.

Fix ist ein Termin für den Baustart noch nicht. Der FV Wehrda benötigt der Klubführung zufolge noch einen zeitlichen Vorlauf, um die Co-Finanzierung zu stemmen. Einen Eigenanteil werde der Verein leisten müssen, sonst wird das Vorhaben nicht umgesetzt, erklärt Usinger. „Wir gehen davon aus, dass wir die Flutlichtanlage zahlen. Da kalkulieren wir mit etwa 50 000 Euro“, sagt er. Die Hoffnung von Verein und Verwaltung: Verständis im Stadtteil. „Es entstehe ja nichts völlig Neues, der Platz ist älter als 40 Jahre“, sagt Usinger.

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